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| The Walkabout - Part 2: Sexus, FreakStreet Productions, 2005 |
| Brian Erikson |
Vocals, Pipes, Bells |
| Ken (Smog) O'Gorman |
All Guitars, Mandolin |
| Lou Roppoli |
Rhythm Guitar |
| A. Nexter |
Words & Music |
| Gäste: |
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| Matt Gormley |
Bass |
| Chris Gormley |
Percussion |
| Omar Ales |
Keyboards, Organ |
| Ricky Vehkavaara |
Rhythm Guitar (Whitehouse) |
| Dave Henman |
Lead Guitar (Is That The Best You Can Do?), Outro Solo (Secret Garden) |
| Dennis Allard |
Harmonica (Whitehouse) |
| Glenn Smith |
Sax (Secret Garden) |
| Dione Taylor |
Vocals (Is That The Best You Can Do?, Behind The Veil & Secret Garden) |
| Dee Brown |
Vocals (Voodoo Bitch & Lady In Waiting) |
| Natalie Rogerson |
Backing Vocals (State Of The Union) |
| Dave Neill |
Backing Vocals (Séance, Is That The Best You Can Do?, It's Your Mother & Pipedream) |
| Stan Miczek |
Bass (Pipedream) |
| J.C. Morrison |
Acoustic Guitar (Chase The Dragon) |
| Gabrielle Ollu |
Voice of 'Silk' |
| Produziert von: Ken O'Gorman |
Länge: 61 Min 16 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Séance | 8. Footnotes / Hurt |
| 2. Voodoo Bitch | 9. State Of The Union |
| 3. Whitehouse | 10. Behind The Veil |
| 4. Lady In Waiting | 11. It's Your Mother |
| 5. Icons | 12. Secret Garden |
| 6. Is That The Best You Can Do? | 13. Pipedream |
| 7. Black Out | 14. Chase The Dragon |
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Und wenn du nicht mehr weiter weißt, bilde einen Arbeitskreis.
Leider wird bei der Band HOUSE OF NOT auch keine Expertenrunde helfen, denn die Sachverständigen werden sich auf keine allgemeingültige Stilschublade einigen können. Zwar liefert die zuständige Promoagentur die gesammelten Kritiken zur ersten CD dieser kanadischen Band aus dem Jahr 2003 mit, aber was hilft es, wenn dort Parallelen mit PINK FLOYD, JETHRO TULL, DIRE STRAITS, Nick Cave, David Bowie, Joe Cocker, MOODY BLUES, Tom Waits, Mike Oldfield, Jimmy Page, Jimi Hendrix, PORCUPINE TREE und JEFFERSON AIRPLANE gezogen werden. Reichlich hilflos packte man die Band also in die Zwangsjacke des Prog Rock und hat damit so Recht wie Unrecht. Die Liste ließe sich um beinahe jede andere Rockband mit einem gewissen Qualitätsanspruch erweitern, aber wirklich treffend wäre kein einziger Vergleich.
Richtig ist: HOUSE OF NOT sind progressiv im Sinne von "progressiv", also "sich entwickelnd".
Falsch ist: HOUSE OF NOT sind ein Progressive-Rock-Konglomerat aus den genannten Einflüssen. Denn natürlich sind HOUSE OF NOT eine konsequente Fortführung aller ihrer Einflüsse und da gehören sämtliche ins Spiel gebrachte Namen dazu. Diese Aussage stellt kein Paradoxon dar!
Ergo: H.O.N. sind ein moderner Bastard aus Classic Rock, Progressive Rock, Jazz, Funk, Soul, Psychedelic, Blues, Southern Rock und und und.
Für ein derartiges Wirrwarr braucht man ein Konzept, damit der Irrsinn nicht völlig aus dem Ruder läuft und unanhörbar wird. HOUSE OF NOT haben ein Konzept und das ist simpel strukturiert: Die Reise des A. Nexter durch Zeit, Raum und Welten wird in 5 Teilen/CDs musikalisch umgesetzt.
Konzeptalbum! Konzeptalben!! Grauenhafte Erinnerungen kriechen einem bei diesem Wort mit eiskalten Fingern den Rücken hinauf. Ambitionierte Selbstverwirklichungsorgien übersatter Rockstars hat es in der Vergangenheit bereits genug gegeben. Wer braucht heute noch eine Rock-Oper, also ein Bühnenwerk mit Instrumentalbegleitung.
"The Walkabout - Sexus" ist nach "Off The Path" der zweite Teil der Reisen des A. Nexter und der Einstieg ins Geschehen lohnt sich auch an dieser Stelle noch, denn eine spannender erzählte Geschichte in musikalischer Form hat man seit "Tommy" und "The Wall" nicht mehr erleben dürfen.
Mastermind, Gitarrist und Produzent Ken O'Gorman und sein Alter ego A. Nexter haben ihr Epos so konstruiert, daß jeder Song völlig eigenständig, ohne aus dem Kontext gerissen zu werden, gespielt werden kann und nie der Zwang des "Lesens" von Anfang an vermittelt wird. Das liegt auch daran, daß die Musik so eingängig wie nur irgend möglich gestaltet ist, daß eigentlich immer eine Singleauskopplung vorstellbar ist und daß, trotz aller Vielschichtigkeit, nie die von früher gekannte Verkopftheit solcher Werke auffällig wird. Spaß und Groove stehen konsequent vor Intellekt. Als literarischer Anker könnte Douglas Adams' Trilogie in fünf Teilen "Per Anhalter durch die Galaxis" dienen, gleichwohl die natürlich humoristisch betrachtet werden muß und "The Walkabout" eine ernsthafte Arbeit darstellt.
Zu den drei Musikern der Stammbesetzung gesellen sich insgesamt 14 temporäre Gäste, die den Songs jeweils eine eigene Note verleihen. Sei es ein atemberaubendes Saxophon in Secret Garden, die sagenhafte Sängerin Dione Taylor bei gleich drei Tracks, oder die nicht weniger grandiose Dee Brown in Voodoo Bitch und Lady In Waiting. Im Zusammenspiel mit O'Gorman's omnipräsenter Gitarre, die selbstverständlich Erinnerungen an David Gilmour weckt und trotzdem völlig originär ist, und dem wunderbaren Gesang von Brian Erikson wächst "Sexus" mit jedem Hördurchgang mehr über die reine Ebene der Musik hinaus. Egal wie man an die CD herangeht, sie windet sich immer wieder aus dem Würgegriff der Typisierung und Beschränkung auf einen Stil, bildet aber trotzdem ohne jeden Bruch eine geschlossene Einheit. So ist zum Beispiel Whitehouse ein knalliges Funkrock-Statement, das darauf folgende Lady In Waiting eine wunderschön vorgetragene Ballade mit elegisch flirrender Gitarre und Icons danach ein zu schnell und zu fröhlich gespieltes Rhythm- & Doom-Faszinosum.
Ein letzter Versuch der Einordnung: Manfred Mann und Duane Allman jammen mit RUSH und QUEENSRYCHE im Studio von Alan Parsons, der allerdings von kreativitätsbeschleunigenden Drogen so randvoll ist, daß er anstatt Synthesizerkaskaden ein fröhliches Honky-Tonk-Piano spielt. Das paßt natürlich auch nicht, aber um den Leser vollends zu verwirren reicht es.
HOUSE OF NOT sind ein konkreter Anwärter auf den Thron der Band des Jahres in der Kategorie "Rock mit Hirn". Fehlt eigentlich nur noch die Umsetzung auf der Bühne. Oder möglicherweise gleich als Film?
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