| Southern Lips, Hogs Head Records, 2000 |
| Jamie Purpora |
Guitar, Vocals |
| Jeremy Crowther |
Drums, Whistle & Bong |
| Erik Sabo |
Hammond B-3 & Leslie |
| Ray Magdaleno |
Bass |
| Produziert von: Jamie Purpora & Interstate Blues |
Länge: 50 Min 54 Sek |
Medium: CD |
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| 1. The Getaway | 6. Mystery |
| 2. Elvis Has Left The Building | 7. The High Life |
| 3. Wishin' Well | 8. Lazy |
| 4. Nobody Wanna Live | 9. Straight Down |
| 5. Southern Lips | 10. Lifestorm |
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Meine Güte. Was hämmert mir denn da entgegen?
Uff, seit ewigen Zeiten, genauer seit Deep Purple in den 70ern, habe ich selten sowas gehört.
Oder anders: Der Opener The Getaway ist selbstverständlich von Purple beeinflusst. Und rockt
unverschämt und gnadenlos. Was für ein Song. Der Gitarrist Jamie Purpora lässt Dinger rauß, da
würde Mr. Blackmore heutzutage staunen.
Mit Elvis Has Left The Building geht's ähnlich weiter. Verschärftes Power-Drumming, gewaltige
Hammond-Wände und dazwischen dauernd diese fette Gitarre. Bandleader und Haupt-Songschreiber Purpora ist
ein Solo-Gitarrist im guten alten Sinne. Blackmore, Hendrix, Leslie West und ab und zu Stevie Ray lassen
grüßen.
4 ganze Nummern geht das so. Es wird gerockt das sich die Balken biegen. Der Brachial-Bass auf Nobody
Wanna Live ist mit das härteste, was meine Boxen bisher von sich gegeben haben. Dazu gibt es aber
immer echte Melodien. Also keineswegs hirnloses Geknüppel, sondern Blues- bzw. 70ies-getränkter
Hardrock allerbester Güte.
Ach so. Das habe ich vergessen: Diese CD ist absolut nichts für Modernisten.
Ich flehe nach den ersten 4 Nummern beinahe um Gnade. Aber es kommt noch schlimmer. Southern Lips ist
ein brettharter Southern-Boogie. Hydra in allerhärtesten Momenten fallen mir spontan als Referenz ein.
Jetzt bin ich aber bedient.
Ein bischen Erholung gibt es bei der hymnischen Beinahe-Ballade Mystery. Schmalzfaktor Null. Dafür
wieder feine Hammonds und Gitarren.
Immer wieder fällt Drummer Jeremy Crowther auf. Einwandfreies Drumming, immer volles Rohr.
Bei High Life standen einige der alten Hardrocker Pate. Von Mountain über Cream bis Black Sabbath.
Ach wie schön, nicht alle Hardrocker nennen heutzutage Metallica als Einfluss.
Bei Interstate Blues erübrigt sich die Frage ohnehin. Weil mit Lazy setzt man den eigenen Helden
ein Denkmal. Und was für eines. So haben die Oldies von Purple die Nummer während ihrer
hundertjährigen Geschichte nicht oft hingekriegt. Purpora & Co. geben unglaublich Gas. Herausragend! Nach
diesen gut 6 Minuten bin ich wieder geplättet.
Aber diese Irren hören nicht auf. Straight Down haut mich anschließend straight um. Die Gitarre
zerfetzt dabei so ziemlich alle Illusionen, die man von den alten Heroes und ihren Nachahmern jemals hatte. Und
tschüss Herr Malmsteen.
Erst Track 10, Lifestorm, hat ansatzweise besinnliche Momente. Artet dann aber zu einem furiosen Finale
wieder sagenhaft aus.
5 Minuten Erholungspause und dann Repeat gedrückt...
Fred Schmidtlein (Impressum, Artikelliste), 22.05.2001
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