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Somewhere Back In Time

The Best Of: 1980-1989
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Somewhere Back In Time - The Best Of: 1980-1989
Somewhere Back In Time - The Best Of: 1980-1989, EMI Music, 2008
Bruce Dickinson Vocals
Adrian Smith Guitars
Dave Murray Guitars
Steve Harris Bass
Nicko McBrain Drums
Clive Burr Drums
Länge: 70 Min 59 Sek Medium: CD
1. Churchill Speech (live)9. Phantom Of The Opera (live)
2. Aces High (live)10. The Evil That Men Do
3. 2 Minutes To Midnight11. Wrathchild (live)
4. The Trooper12. Can I Play With Madness
5. Wasted Years13. Powerslave
6. Children Of The Damned14. Hallowed Be Thy Name
7. The Number Of The Beast15. Iron Maiden (live)
8. Run To The Hills

Wenn eine Band wie IRON MAIDEN mit zu den Aushängeschildern des "New Wave of British Heavy Metal" zählt, dann bedeutet dies, dass sie seit Beginn der 80er-Jahre erfolgreich im Geschäft ist. Ja, erfolgreich ist das richtige Wort, denn die Formation hat den Metal nachhaltig verändert. Nach wie vor gehören die Briten zu denen, die bei Jung und Alt gleichermaßen einen bleibenden Eindruck hinterlassen. So gesehen ist die Veröffentlichung einer erneuten "Best Of" legitim. Da spielt es im Grunde genommen auch keine große Rolle, dass es bereits zwei Zusammenstellungen aus dem reichhaltigen Fundus der eisernen Jungfrauen gibt. Die Wirkung dürfte in allen Fällen gleich sein. Der altgediente Fan braucht so ein Teil nicht, denn er hat ohnehin alle Alben im Schrank stehen. Der junge Fan, der zu Beginn der Karriere von IRON MAIDEN noch gar nicht auf dieser Welt zugegen war, wäre kein Kenner der Materie, hätte er sich nicht auch alle relevanten Alben der Band im Nachgang besorgt.
Das Wichtigste ist, dass die Band noch heute gute Alben macht und sie noch immer eine geile Bühnenperformance aufweist. Und eigentlich ist es auch toll, dass nun eine Tour läuft, die unter dem Motto "Somewhere Back In Time" steht, weil: da sollen überwiegend Tracks aus der Zeit von 1980 - 1989 gespielt werden. Kritik hin, Kritik her! Neues gibt es eigentlich nicht zu schreiben. IRON MAIDEN wollen die jungen Fans erreichen. Dazu stellen sie diese Scheibe als WMA-Datei auf ihrer Website zum freien Download bereit, nach 3x hören ist es allerdings notwendig, die Lizenz zum Verewigen gegen Knete zu erwerben. Wenn das alle so machen würden, würde der Käufer wohl keine Katze im Sack mehr kaufen, die Gefahr, dass mancher Künstler auf seinem Werk hocken bleiben würde, stiege dann ins Unermessliche.

Butter bei die Fische, es muss einen Grund geben, dass man zwar die Ära eines Paul DiAnno bei der Songauswahl nicht außen vor ließ, dennoch gönnt man diesem Mann keinen Laut, sondern man bediente sich zu diesem Zwecke bestehender Live-Aufnahmen (Phantom Of The Opera, Wrathchild und Iron Maiden), die später mit Bruce Dickinson als Leadsänger veröffentlicht wurden. Anders geht es dagegen dem ehemaligen Schlagzeuger Clive Burr, denn die Aufnahmen der Klassiker Hallowed Be Thy Name, Children Of The Damned, Run To The Hills und The Number Of The Beast stammen vom originalen Album. Und zu dieser Zeit saß der inzwischen etatmäßige Schlagwerker Nicko McBrain noch bei der französischen Truppe TRUST hinter den Kesseln.
Ich persönlich bewundere die ersten beiden offiziellen Alben "Iron Maiden" und das folgende "Killers" noch immer und hätte mir, wie die meisten wohl auch, gewünscht, dass man anstatt der Live-Aufnahmen ebenso die originalen Studioversionen unterbringt. Genug gejammert, wir können es nicht ändern.

Den MAIDEN-Freak wird die Songauswahl zum großen Teil auch nicht aus den Schuhen wuchten. Na klar haben die Jungs mit "Piece Of Mind" eine Scheibe für die Ewigkeit eingespielt, und die rasante Nummer The Trooper gehört unstreitig hierher. Das war es dann aber auch schon, stattdessen geht es weiter in Richtung "Powerslave". Der Löwe brüllt wirklich gut, wenn er den ersten richtigen Longtrack von IRON MAIDEN mit dem Titel Rime Of The Ancient Mariner fordert. Ich denke, das wäre zu Lasten der Gesamtstückzahl gegangen, deswegen finden wir zwar die Titelnummer vor und müssen uns darüber hinaus mit 2 Minutes To Midnight begnügen. Und da schleicht sich wohl der kommerzielle Aspekt ein. Denn letzteres zeugte schon damals von einem bis dato nicht gewohnten Kalkül, denn so chartfreundlich waren MAIDEN ansonsten nicht. Das Ganze steigerte sich später mit Wasted Years auf "Somewhere In Time" und Can I Play With Madness auf "Seventh Son Of A Seventh Son". Diese leicht- und eingängigen Nummern könnten sich tatsächlich dazu eignen, dass der unbedarfte junge Fan einen Zugang zu IRON MAIDEN findet. Allerdings dürfte dies nicht auf den Metaller zutreffen, der wissen und erkennen soll, warum und wieso die Gruppe in den Olymp des Heavy Metal aufgestiegen ist. Denn das waren Songs wie 22 Acacia Avenue, Revelations, Still Life, Rime Of The Ancient Mariner, Caught Somewhere In Time, Stranger In A Strange Land, Alexander The Great, Moonchild und Infinite Dreams.

Man sieht also, dass meine eigene "Best Of" aus den Jahren 1980 - 1989 anders aussehen würde. Aber über Geschmack lässt sich streiten [ich zahle freiwillig 3 Euro ins Phrasenschwein der Redaktion].
Schließlich erweckt der Rundling in mir Sehnsüchte. Denn das Cover-Artwork ist wieder dermaßen gut gelungen, dass sich alleine schon deswegen die Anschaffung als Vinyl lohnt. Und so offenbart sich dann doch noch eine Begründung dafür, dass sich sowohl Jung als auch Alt an "Somewhere Back In Time" vergreifen werden. Könnte ich drauf wetten!

Ralf 'Jogi' Ruhenstroth, (Impressum, Artikelliste), 20.05.2008

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