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| Helluva time, Frontiers Records, 2005 |
| Johan Fahlberg | Vocals, Guitar |
| Barish Kepic | Guitar, Vocals |
| Michael Müller | Bass, Vocals |
| Axel Kruse | Drums |
| Henning Wanner | Keyboards, Vocals, Guitar |
| Produziert von: Jaded Heart |
Länge: 61 Min 30 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Tomorrow comes | 7. Without you |
| 2. Hole in my heart | 8.Love & desire |
| 3. Somewhere | 9. No one |
| 4. Dreams you'll never see | 10. Shores of paradise |
| 5. Who's foolin' | 11. Frozen heart |
| 6. Paid my dues | 12. Love to live |
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Neuer Sänger - neues Glück.
Neuer Sänger? JADED HEART ohne Aushängeschild und Gründungsmitglied Michael Bormann? Kann das gut gehen?
Formulieren wir die Frage anders: Wird die überwiegende weibliche Anhängerschaft den deutschen Vorzeige-Melodic-Rockern
auch ohne Michael Bormann weiterhin die Stange halten? Zum jetzigen Zeitpunkt kann darüber nur wild spekuliert werden.
Halten wir uns erst einmal an die vorliegenden Fakten. Mit einem lachenden und weinenden Auge betrachte ich die
Verpflichtung von Ex-SCUDIERO-Sänger Johan
Fahlberg. Lachend, weil JADED HEART damit einen erstklassigen Sänger in ihren Reihen begrüßen können, weinend, weil es
wohl endgültig das Ende der bislang wenig von Glück verfolgten SCUDIERO bedeutet.
Natürlich darf es nicht weiter verwundern, dass ein Personalwechsel auf einer solch exponierten Position im Bandgefüge
sich auch klangtechnisch niederschlägt.
Im Gegensatz zu dem wirklich starken Vorgänger "Trust", bei dem JADED HEART sich mit ihrem Sound vor allem an
US-amerikanischen Melodic Rock-Größen orientierten, klingt "Helluva time" unüberhörbar skandinavischer. Weniger
AXE oder
BON JOVI, stattdessen mehr erwachsene
EUROPE oder
T.N.T.. Das steht der Band ganz gut zu Gesicht und da
sich JADED HEART ihre große Stärke, das überdurchschnittlich starke Songwriting, bewahren konnte ist "Helluva time" ein
würdiger Nachfolger des überzeugenden Vorgängeralbums
"Trust".
Auch wenn die aktuellen Songs einen nicht so direkt anspringen, wie von "Trust" gewohnt und der Vorgänger über die
stärkeren Einzelsongs verfügen dürfte, so festigen JADED HEART mit einem kompakten, qualitativ hochwertigen Album ihren
Status als eine der derzeit führenden Melodic Rock-Bands - auch und gerade im internationalen Vergleich.
Note 3.
Einschneidende Veränderungen, wie zum Beispiel die Auswechselung des Lead-Sängers, könnten dieser Band, die scheinbar
unabdingbar mit Ex-Shouter Michael Bormann verknüpft war, schaden oder bestenfalls sogar helfen. Letzteres ist hier
offenbar der Fall.
Der neue Mann, der schwedische Stimmbandakrobat J.Fahlberg, passt sich erstaunlich gut in diese über lange Zeit gewachsene
deutsche Melodic-Metal-Institution ein. Das Fehlen Bormanns pustet natürlich einen etwas anderen Wind in die Gesamtlage
der Combo.
In den hohen Stimmlagen kommt Fahlberg zwar nicht ganz an Bormanns Qualitäten heran, die etwas tieferen Lagen des Schweden
bestechen allerdings mit wohltuenden Reizen.
Die Songs bewegen sich letzlich im üblichen Rahmen einer mächtig klingenden Produktion, die zwischen catchy Hooklines und
bisweilen hymnenhaften Mitsing-Refrains, flächigen Keyboardteppichen und vollfetten Gitarrenriffs pendelt. Grad so, wie es
sich der geneigte Melodic-Rock-Fan wünscht.
"Helluva time" vermittelt den vordergründigen Eindruck, es mit einer runderneuerten Band zu tun zu haben. Doch im Grunde
hat sich nicht wirklich Weltbewegendes ereignet. Ein gut verträgliches Album ist es aber allemal geworden.
Note: 3
In den 80ern gab es so nette Kürzel wie AOR, MOR oder ROR, heute läuft solch eine Sülze unter "Melodic Rock/Metal" und
nach den ersten Takten von "Helluva Time" kommt man zu dem Schluss, dass sich in diesem Genre kaum was verändert hat. Wer
nach den ersten beiden Tracks jedoch gelangweilt abschaltet und meint, da leg ich doch besser gleich DAMN YANKEES oder
VANDENBERG auf, begeht einen Fehler; denn ab Track 3 legen JADED HEART eine andere Gangart ein. Nicht, dass es jetzt
plötzlich unmelodisch wird, aber die Riffs kommen zum Teil deutlich härter und bei manchen Stücken driftet man durchaus
ein wenig in die Prog Ecke und wenn man gerade glaubt, ein
DREAM THEATER Cover zu hören, entpuppt sich
der Song als Anastacias Paid My Dues. Fazit: Auch ohne Michael Bormann ein interessantes Album, Hardcore
Metaller aber Finger weg. Note: 3
Melodic Metal ist einfach nicht so meine Tasse Tee, wenn dann muss es wenigstens ein bisschen in Richtung Prog gehen oder
sonst irgendwie die gar zu geschliffenen Stromlinien etwas durchbrochen oder zumindest aufgeraut werden. Auch ist mir
diese ziemlich ironiefreie, aber klischeegeladene Welt der dauergewellten Megamatten, Grinseattacken des Sängers mit den
engen Lederhosen und der Schmirgelgitarristen (meist im Doppelpack) immer fremd geblieben. Aber es gibt sicherlich
schlimmeres (siehe die letzten Crosschecks).
Was ich gerade noch mitgekriegt habe, ist dass die Duisburger mittlerweile einen schwedischen Sänger, nämlich Johan
Fahlberg haben, aber sonst würde ich am Versuch, eine Bandhistory zu schreiben, sicherlich kläglich scheitern.
Also schiebe ich die neue CD "Helluva Time" relativ unvorbelastet in den Player meines Autos, denn on the road kommt
Rockmusik meist am besten zur Geltung.
Na ja, sonderlich abwechslungsreich finde ich das alles nicht, man sieht aber förmlich die Haare im Wind schwingen und
professionell tadellos gemacht ist das alles ohnehin.
Irgendwann zucke ich zusammen, da ich erst glaubte, jetzt spielen JADED HEART Word up von CAMEO (allerdings in der
GUN-Version), bis ich merke: Noch härter, es ist Paid my dues von Metal-Ikone Anastacia. Fairerweise muss man
sagen, dass der Rockanstrich dem Song gar nicht so schlecht bekommt. Gegen Ende nimmt die Scheibe sogar noch etwas Fahrt
und Härte auf, das eine oder andere Gitarrensolo gefällt selbst mir. Also, letztlich gar nicht so übel, auch wenn ich
deswegen auf meine alten Tage nicht mehr zum Melodic-Metal-Fan werde. Note 2-3
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