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James McMurtry

Saint Mary Of The Woods

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Saint Mary Of The Woods
Saint Mary Of The Woods, Sugar Hill Records, 2002
James McMurtry Guitars, Lead Vocals
Ronnie Johnson Bass, Guitars, Harmony Vocal
Daren Hess Drums, Thundertube
Lisa Mednick Accordion
Ian McLagan Organ
Paul Percey Percussion, Tambo, Cowbell, Low Drum, Maracas
David Grissom Guitars
Earl Poole Ball Piano
Stephen Bruton Baritone Guitar, Electric Guitar, Slide Guitar, Mandolin
Randy Garibay Jr., Myra Spector Harmony Vocals
Produziert von: James McMurtry Länge: 52 Min 00 Sek Medium: CD
1. Dry River6. Broken Bed
2. Valley Road7. Red Dress
3. Saint Mary Of The Woods8. Gulf Road
4. Out Here In The Middle9. Gone To The Y
5. Lobo Town10. Choctaw Bingo

Brandneu liegt James McMurtrys 2002-CD "Saint Mary Of The Woods", seine Nummer Sechs, im Player und zieht mich in ihren Bann.
10 Songs im typischen James McMurtry-Groove bieten kurzweilige Unterhaltung und auch etwas Bewegung, denn bei den schnell(er)en ist ruhig bleiben ausgeschlossen. Aber auch bei langsam(er)en Nummern wie dem Titelsong wiege ich mich immer wieder im Rhythmus. Und ich bin ständig am Mitsingen. Diese zwar einfachen, aber wunderschönen und sich einprägenden, zweistimmigen Refrains sind schon beinahe eine Droge. Dazu die teils rockenden, teils plätschernden Gitarren, die zwischen Begleitung und Solo hin und her wechseln und einfach schön klingen; kein Ton zu viel, durch ihre Sparsamkeit umso intensiver wirkend.

Die Songs sind alle ordentlich lang, ein einziger hat weniger als vier Minuten (Gone To The Y mit 3:44). Mit 8 Minuten, 33 Sekunden ist Choctaw Bingo James' bislang längster Song (von den vier CDs, die ich kenne). Bei einer Familie dieser Größenordnung dauert es auch seine Zeit, bis man alle Verwandten durch hat, die Uncle Slayton besuchen kommen.
Bei Lobo Town werden die Gitarren auch mal richtig hart. "Heavy" James McMurtry Rock. Ist's David Grissom oder James himself? Ein hartes Solo, wau, nicht nur bei diesem Song. Und dann auch zweistimmig.
Die langsamen Songs haben die einprägsamen Refrains, die schnelleren bringen mir Bewegung und die haben wir alle nötig.

Mit Ian McLagan hat sich James McMurtry Rock-Urgestein an die Keyboards geholt, mit Stephen Bruton (u. a. Bonnie Raitt, Delbert McClinton, Bob Dylan, Ray Wylie Hubbard) und David Grissom (STORYVILLE, John Mellencamp, ALLMAN BROTHERS BAND) zwei weitere, sehr erfahrene Gitarristen.
James McMurtry legt sich keine Grenzen auf, um seine Texte auf die Art musikalisch zu präsentieren, die ihm als die richtige erscheint. Es lohnt und es ist auch notwendig sich mit den Texten zu beschäftigen, die großteils gut verständlich sind. Das Booklet ist vorbildlich, schwarzer Text auf weißem Grund, oder andersrum, auf jeden Fall auch ohne Vergrößerungsglas lesbar.

Zuerst stand hier "Meine Lieblingssongs", dann habe ich diese Wörter wieder gelöscht und jetzt stehen sie wieder da. Aber nicht um Titel hervorzuheben, sondern um zu unterstreichen, dass ich keine Lieblingssongs nennen kann. Alle sind auf ihre Art Lieblingssongs, was mich allerdings beim bereits genannten Choctaw Bingo wundert. Achteinhalb Minuten ohne Höhepunkt, unterbrochen von kurzen Soli mit Gitarre oder Piano, mit immer den gleichen Akkorden sind mir eigentlich zu viel. Es muss dieser schnelle Rhythmus sein und der schon beinahe hypnotische, weil eigentlich monotone, großteils zweistimmige Gesang. So einen Song muss man erstmal hinbringen.
Auf einen Song muss ich jetzt doch noch hinweisen: Bei Track 9, Gone To The Y, spielt Stephen Bruton eine unglaublich schöne Slide Guitar, die mit ihrem Solo James' Stimme begleitet. Der Sound lässt mich immer an David Lindley denken. Das kann man nicht besser spielen.

Zur selben Zeit ist auch Buddy Millers Neue angekommen. Es wird verdammt schwer zu entscheiden, welche mir besser gefällt. Nur gut, dass sie auf ihre Art so unterschiedlich sind. Wahrscheinlich gibt's ein Remis.

Werner Saumweber, (Artikelliste), 13.10.2002

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