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| Behind The Mask, Bam-Zoom Records!, 2008 |
| Jeff Scheetz |
Guitars |
| Matt Waddill |
Bass, Vocals |
| Kent Burnham |
Drums, Percussion |
| Gast: |
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| Jim Riley |
Drums (Spiny Norman, Like You Are Alive & Letter To Myself) |
| Produziert von: Jeff Scheetz |
Länge: 69 Min 47 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Welcome Home | 8. I'm Just Me |
| 2. Behind The Mask | 9. Crazy Horse |
| 3. Spiny Norman | 10. Trippin' |
| 4. Killin' Time | 11. B. Marie |
| 5. Like You Are Alive | 12. Hallelujah |
| 6. Be My Friend | 13. Don't Let The Sun Go Down On Me |
| 7. Letter To Myself | 14. The World |
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Gitarrentage im Home of Rock. Michael Vdelli, Rob Tognoni, Joe Bonamassa und jetzt Jeff Scheetz, der Eklektiker unter den genannten, da könnte es einem beinahe schwindelig werden vor lauter Soli.
Fünf Jahre war Jeff Scheetz seit der erstaunlichen CD "Beggars, Rogues & Thieves" vordergründig weg vom Fenster, aber das gilt natürlich nur für uns in Europa, zuhause hat er weiter Musik gemacht, ein Gitarrenlehrbuch und verschiedene Lern-CDs veröffentlicht und - seiner Liebe zu Jesus gefrönt. Ohne jede Wertung, aber es fällt auf, dass sich immer mehr Rockmusiker als gläubige Christen outen. Vielleicht sollte man dieses Phänomen mal genauer analysieren, soziologisch ist das wirklich interessant. Eines ist jedenfalls klar: miese Laune verbreiten all diese Betbrüder nicht, und in den meisten Fällen - bei Jeff Scheetz ganz speziell - belästigt einen niemand mit Missionierungsversuchen und plakativ vor die Brust gehaltenen Bibeln. Also sagt der Agnostiker: Werdet glücklich mit jeder von euch gewählten Lehre, wir hören jetzt Musik.
Wie erwartet legt "Behind The Mask" mit einer Leistungsschau los. Scheetz, der formidable Bassist und gute Sänger Matt Waddill sowie Schlagzeuger Kent Burnham ziehen alle Register, die man bei einem funkigen Texas-Rock ziehen kann. Fraglos wird das einem Gibson-Freak zu viel Fender sein, aber das kann man nun mal nicht ändern. Dafür gibt es eine feine Melodie, jazzrockige Exkursionen und den leicht angeräucherten aka souligen Gesang von Waddill. Ja, die ersten beiden Nummern sind Kunst, richtig durchdachte sogar. Etwas anderes wäre bei einem wie Jeff Scheetz auch nicht denkbar, schließlich wurde er früher gerne als Nachfolger von Vai/Satriani/Vaughan/Hendrix bezeichnet. Blödsinn, das. Erstens kennt unser Mann diese so genannten Vorbilder natürlich so gut wie jeder halbwegs informierte Musikhörer, zweitens ist man wegen Talent nicht zwangsläufig Nachfolger von irgend jemandem, drittens gibt es bei echten Künstlern Evolutionsphasen. Der jugendliche Scheetz mag wohl seinen Vorbildern nachgejagt (nachgefiedelt) haben, der längst erwachsene Jeff tut einfach was er gelernt hat und kann. Da auch dieser Virtuose nicht in der Lage ist, eine vollkommen neue Musik zu erfinden, muss er mit den vorhandenen Mitteln/Noten auskommen.
Der echte Wachmacher der Platte ist das Instrumental Spiny Norman. Anfangs ein klassischer "Kabelbrand am Würstelstand"-Shuffle, dann aber ein nachdenklicher Southern-Song, der, sorry für den neuerlichen Vergleich, Steve Morse eben nicht eingefallen ist. Huih, denkt man, das ist schön.
Ab hier dreht Jeff Scheetz den Angeberfaktor zugunsten der Lieder spürbar zurück. Dass er und die Band ihr Handwerk beherrschen weiß man nun, welche Ohrwürmer dabei herausspringen können erfahren wir noch.
Wie so viele herausragende Instrumentalisten ist Jeff Scheetz nicht der geborene Songwriter, aber er begeht nicht den Fehler, ausschließlich auf seine (und die der Band) Technik zu setzen. Das Material ist rechtschaffen erarbeitet, die Solo-Egomanie hält sich in erfreulichen Grenzen und die Geschichten, die Matt Waddill und im Einzelfall auch Scheetz selbst dazu schreiben, sind sicher keine große Lyrik, aber angenehm zu lesen und hören. Da kommt dann eine so schöne Ballade wie Killin' Time dabei heraus, die neben dem feinen Chorus auch eine prima Hookline bietet. Ähnliches gilt für die meisten der noch folgenden Titel, das Tempo ist nicht allzu hektisch, die Intensität umso höher. Scheetz gelingt es tatsächlich, den Hörer zu berühren, womit er den handelsüblichen Supergitarristen entscheidend voraus ist und in einer Liga mit den bisher genannten Menschen exklusive Vai und Satriani spielt - die sind nämlich ausschließlich für Gitarrenschüler geeignet (und nun peitscht mich mit euren Stahlsaiten aus, ihr Gitarrenschüler).
Ein kleiner Ausreißer auf der Geschwindigkeitsskala ist Be My Friend, ein Exzess gottlob (oh je, so ein Wort von mir) bei weitem nicht, aber ein funky Feger mit einer perfekten Basslinie und einer ebenso gelungenen Auflösung zum Solo. Zur Halbzeit hat man ein gelungenes Album gehört, dem höchstens der absolute Höhepunkt gefehlt hat. Der kommt etwas später.
Die akustische Ballade I'm Just Me ist es noch nicht, dafür wünscht man sich Jeff in einer etwas entspannteren Umgebung, so in Richtung Ry Cooder vielleicht, hübsch ist das hier dennoch. Das Instrumental Crazy Horse huldigt angemessen dem Urvater aller Sologitarristen und sagt auch bei Herrn Beck Guten Tag, und bei Trippin' geht die Sonne auf. Hervorragend. Hallelujah ist selbsterklärend und sehr, sehr schön, doch den Vogel schießt eine Fremdkomposition ab. Ausgerechnet Elton Johns abgelutschter 74er Hit Don't Let The Sun Go Down On Me vom zu Recht fast vergessenen Album "Caribou" macht die finale Gänsehaut. Auch wenn Matt Waddill nicht die stimmliche Brillanz des kleinen Dicken erreicht (Waddills Stärken liegen in der Tat eher in den "schwarzen Tönen"), geht man bei dieser Nummer unweigerlich steil. Das Gitarrensolo ist mit schuld, vor allem aber ist es die Größe dieses Songs, die einem gnadenlos vor Augen führt, was für ein unschlagbares Team Elton John und Bernie Taupin waren. Der abschließende Klopfer The World geht darüber beinahe unter, man hätte ihn besser vor den Hit stellen sollen, aber das ist eigentlich die einzige Kritik an "Behind The Mask". Tolle Platte.
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