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Jethro Tull

Stormwatch

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Stormwatch
Stormwatch, Chrysalis, 1979 (2004)
Ian Anderson Vocals, Flute, Guitars, Bass
Barriemore Barlow Percussion, Drums
Martin Barre Guitars, Mandolin
John Evan Organ, Piano, Keyboards
John Glascock Bass
David Palmer Synthesizer, Keyboards, Saxophone
Frank Wilson Vocals
Produziert von: Ian Anderson & Robin Black Länge: 59 Min 33 Sek Medium: CD
1. North Sea Oil9. Flying Dutchman
2. Orion10. Elegy
3. HomeBonus Tracks:
4. Dark Ages11. A Stitch In Time
5. Warm Sporran12. Crossword
6. Something's On The Move13. Kelpie
7. Old Ghosts14. King Henry's Madrigal
8. Run Dunghill

Bei "Stormwatch" handelt es sich wohl um die unterbewertetste Scheibe der Mannen um Bandkopf Ian Anderson. Es ist gleichzeitig auch Tull's "Schwanengesang", da es das Ende der Folk-Rock-Phase der Band einläutete.
Warum "Stormwatch" ein solches Mauerblümchendasein in dem gigantischen Repertoire einer der größten Rockbands unserer Tage (immerhin über 60 Millionen verkaufte Tonträger) fristet, wird mir wohl für immer ein Rätsel bleiben. Es beendete auch eine Trilogie, die sich aus dem fröhlich-beschwingten 77er Album "Songs From The Wood" und dem spröden 78er Werk "Heavy Horses" bestand.

Was hat also nun "Stormwatch" zu bieten?
Zunächst mutet diese Scheibe eine pessimistische und düstere Grundatmosphäre an. Dazu sollte man wissen, dass Anderson sich stark mit der immer mehr fortschreitenden Umweltverschmutzung auseinander setzte (North Sea Oil) und auch die anderen Lieder von ähnlich bedrückenden Themen erzählen.
Hier sollte auch nicht unerwähnt bleiben, dass die Orchestrierung nicht so sensibel wie noch auf den Vorgängeralben ausgefallen ist. Trotzdem ist diese noch vorhanden. Dafür sind die Songs deutlich progressiver geworden und haben an Härte um einiges zugenommen. Als Beispiel kann hier das zerfahrene Dark Ages herhalten. Auch hier ist eine sehr dunkle Grundstimmung auszumachen, wobei Anderson kompositorisch und auch textlich mal wieder ins Schwarze trifft.
Hervorzuheben ist auch der düstere Klopper Orion, dessen Refrain man wirkliche Hitqualitäten bescheinigen kann. Eine Seltenheit auf diesem Album.

Als Opener passt das bereits erwähnte schnelle North Sea Oil wie Arsch auf Eimer und auch der "Fliegende Holländer" weiß durch seinen progressiven Aufbau eine mehr als interessante Geschichte zu erzählen. Allein das etwas schmalzige Home trifft nicht des Schreiberlings Geschmack. Es bleibt aber immer noch ein Album, das zu den Besten von JETHRO TULL zählt und für mich dennoch den Ausstieg aus dem Tullischen Universum bedeutete. Die Nachfolger hatten einfach nicht mehr die Magie der 70er Studioalben. Sei es das elektronische "A" oder das unter Heavy Freunden (hallo Jürgen!) sehr beliebte kommerzielle "Broadsword". Mit den 90er Jahre Alben hatte ich bis jetzt noch keine Gelegenheit mich zu beschäftigen, wird aber nachgeholt.

Abschließend sei noch bemerkt, dass auf "Stormwatch" der Meister aller Klassen, Ian Anderson, selbst bei sieben Stücken die dicken Seiten zupft (Stammbassist John Glascock erkrankte an einem Herzfehler, dem er in der Folgezeit auch leider erlag). Deshalb ist diese Produktion auch ziemlich "basslastig" ausgefallen, was besonders bei Warm Sporran sehr schön zur Geltung kommt.
Zudem muss noch gesagt werden, dass "Stormwatch" mit 4 Bonus Tracks neu aufgelegt wurde und Liner Notes von Ian Anderson beinhaltet. Der remasterte Sound ist sehr gut und macht aus dem Album einen Pflichtkauf für alle Prog-Rock Anhänger der 70er!
Einfach nur schön!!

Christian Aderholz, (Artikelliste), 26.09.2004

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