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Johnny Lima

Livin' Out Loud

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Livin' Out Loud
Livin' Out Loud, Eigenvertrieb, 2009
Johnny Lima Lead & Backing Vocals, Guitars, Bass, Keyboards
Craig Takeshita Lead Guitar
Bernie F. Diaz Drums
Danny Danzi Lead Guitar (2nd Solo on Wildflower & Solo on Caught In The Middle)
Christian Wolff Lead Guitar (I'm On Fire, Somebody To Love, Still Waiting For You & Hard To Say Goodbye)
Brandon Baumann Additional Backing Vocals (All I Wanna Do, Wildflower & Gimme Some Rock, So I Can Roll)
Produziert von: Johnny Lima Länge: 46 Min 38 Sek Medium: CD
1. All I Wanna Do8. Livin' Out Loud
2. Wildflower9. Still Waiting For You
3. Hate To Love You10. Long Way Down
4. I'm On Fire11. Hard To Say Goodbye
5. Somebody To Love12. 'Till Love Is Gone
6. Caught In The Middle13. Nowhere Left To Go
7. Gimme Some Rock, So I Can Roll

So, der Leimer Johannes hat eine neue CD gemacht. Müsste richtig gerechnet die vierte sein, aber eigentlich spielt das auch keine Rolle. Zwischendrin hat er auch noch andere CDs produziert, eine Familie aufgebaut - der Mann ist beschäftigt.
Was Dich angeht: Irgendwann in deinem Leben stehst du vor deinem Player am Scheideweg und musst eine wichtige, ja, die alles weitere beeinflussende Entscheidung treffen: will ich Gefrickel, oder will ich abrocken?
Und das Leben ist hart, daher entscheidest du dich für 'Abrocken', now is time for a party, y'all. AC/DC hast du eben mal satt, weil du eh fast nix anderes hörst (außer du willst Gefrickel, dann hörst du Southern Rock, der hat meist zwei oder drei Gitarren, das frickelt!), und für HEAVEN & HELL bist du zu gut gelaunt (wie eigentlich fast immer, außer am Tony-Iommi-Tag - Freitags, jeder 13.). Deine RATT CD hat dein Junior neulich aus dem Fenster geworfen ("Papa, Fliegerzeug machen!") - aber da ist ja dem Himmel sei Dank, Johnnys neues Offering.
Und ob der weiß, wie man eine knackige, kurzweilige CD herstellt, die einen zwar nicht in Ehrfurcht vor der musikalischen Tiefe erstarren lässt (s. a. YES), noch einen glauben macht, Jeff Becks lange verschollener Bruder Bert ist wieder aufgetaucht? Die ersten Takte und das erste Solo antworten dir: Ja, er weiß das.
Und er weiß auch, wie man mit Frauen wie Catchy Melody umgehen muss: sanft und nur nicht drängen.

Aber jetzt mal auf den Punkt. Johnnys Musik funktioniert nach dem guten alten Prinzip: das Riff ist das Riff und es hat genau 5 Sekunden Zeit, um den Song am Überleben zu halten. Entweder es funzt dann, oder das Ding landet im Eimero Mülli, wie man in Italien sagt - tja, die Italiener - was wissen die schon? Nun, zumindest wissen sie, wie man sich ein schönes Leben macht - und das weiß Johnny auch, musikalisch gesprochen.
Gut, das Riff bringt's also, dann kommt Verse (bitte englisch [Wözz] aussprechen)/Refrain (meist etwas verhallt oder als Chorus), Break, 2nd Verse/Refrain, Solo, 3rd Verse/Refrain, Outro - done! Ohr frei für den nächsten Track.
Los geht's, zwei Gitarren schießen ein drängend-dräuendes Intro aus den 70ern in die Umlaufbahn, dann spielt eine Gitarre ein Riff ohne Bass drunter, die Drums halten mit, Johnny singt, Refrain, Bass, Chor, und jetzt sind alle dabei - "All I wanna do is you", das Intro wieder, zweiter Verse, mittlerweile summst Du mit, "All I wanna..." bis Muttern um die Ecke kommt und mit den Kopfhörern nach dir wirft . Aufsetzen, denn hier kommt das Solo - kurz-knackig aus der Hüfte -, dritter Vers, noch ein bisschen Sologitarrengenöle - fertig. Abba gutt, datt.
Wildflower ist Sleaze-Shuffle, und den Chrorus kannst du dir nach dem ersten Track vorstellen. Guitar, Double Lead, einmal um sich selbst gedreht - Verse! Und nun noch eine drauf, eine Brücke ins Solo Numero Zwei, und auch das hinterlässt uns denkend: "So was muss doch hinzubekommen sein, habe ich den falschen Job?" Tja, Junge, wenn du mit KISS ins Bett gegangen bist, mit RATT aufgestanden, und zum Frühstück MÖTLEY CRÜE eingeworfen hast, dann kriegst du das hin.
Hate To Love You hat 80er Keyboards im Hintergrund; aber rockt munter vor sich hin, etwas mehr heavy als Wildflower. "I'm On Fire … I said screw it, lez just do it, come on baby, there is nothing to it . And I burn for you" - die Lyrics haben eine eher melodiöse, lückenfüllende Funktion, weniger die eines Besinnungsaufsatzes.
Somebody To Love ist die Ballade, Caught In The Middle hat er riffmäßig geborgt, aber nett aufbereitet. Gimme Me Some Rock könnte von Sammy Hagar sein, und Livin' Out Loud, eines der Higlights des Albums, freut euch besonders, weil es eben an AC/DC erinnert, genauso wie Til Love Is Gone, mit etwas lästigen Keyboards.

Ne, is klah, oda? Da stehen eben RATT, POISON und MÖTLEY bei Johnny im mit CDs vollen Bücherregal, das fließt hier natürlich ein, kein Zweifel. Und Kunden, die in diesen Geschäften schon gekauft haben, werden gebeten, hier vorbei zu schauen.

Dietrich Gastrock, (Artikelliste), 18.05.2009

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