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CD-Review:
Juicy LucyWho Do You Love - The Anthology |
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Zeit macht Legenden. Jedenfalls wurde aus der Zweitligaband JUICY LUCY durch beständige Wiederveröffentlichungen in den letzten 30 Jahren eine Band mit Glorienschein. Trotz nur einem mittelprächtigen Hit, natürlich Who Do You Love, 4 LPs, knapp 4 Jahren Bestand und ständiger Besetzungswechsel. 1969 gründete der amerikanische Gitarrist Glenn Ross Campbell die Band zusammen mit Sänger Ray Owen, Gitarrist Neil Hubbard (bis heute für u.a. Joe Cocker oder Roxy Music tätig), Bassist Keith Ellis (später u.a. bei Boxer, 1978 verstorben), Saxophonist Chris Mercer (auf unzähligen Produktionen vertreten) und Schlagzeuger Pete Dobson die Band und bereits nach 3 Wochen Proberaum wurde die erste LP aufgenommen. Im Unterschied zu anderen britischen Bluesrock Bands der Zeit waren JUICY LUCY etwas härter und auch soulbezogener. Die Hendrix- und Spät-Psychedelic-Einflüsse waren allerdings unüberhörbar. Ab LP #2 drehte sich das Besetzungskarussell ständig. Micky Moody kam für Neil Hubbard und sorgte ab sofort für High-Class-Soli, Namen wie Jimi Leverton (Bass, u.a. mit Steve Marriott), Tommy Eyre (Keyboards, u.a. Alex Harvey, MSG, Joe Cocker, Gary Moore u.v.a.), Rod Coombes (Drums, u.a. Stealers Wheel, The Strawbs) oder Andy Pyle (Bass, u.a. Savoy Brown, Gary Moore, Wishbone Ash) gaben sich die Übungsraumschlüssel in die Hand. Sänger Owen wurde ebenfalls bereits 1970 auf "Lie Back And Enjoy It" durch Paul Williams ersetzt. Sanctuary Records hat nun endlich eine vernünftige, optisch gelungene und klanglich aufbereitete Anthology dieser Band zusammengestellt. Weg mit dem Billigkram der letzten Jahre und die alten Vinyls kann man künftig schonen! Campbell war ein hervorragender Steel Gitarrist. Das kann man unschwer auf Nummern wie Mississippi Woman nachhören. Ihre besten Momente hatte die Band aber immer dann, wenn Micky Moody eingriff. Auch als Songschreiber. Songs wie Whisky In My Jar oder That Woman's Got Something würden auch heute noch funktionieren. Country Blues zum Fingerschnippen. Ansonsten gibt es mit Nadine von Chuck B., Built For Comfort von Willie Dixon und dem äußerst gelungenen Willie The Pimp von Frank Zappa einige Coverversionen und natürlich die Highlights der drei besagten Alben. Ur-Sänger Ray Owen betätigte sich in den letzten Jahren mit einer neu zusammengestellten Band wieder als "Saftige Lucy" und machte 1999 sogar eine ganz ordentliche CD ("Here She Comes Again"). Nennenswerter ist vermutlich das Spaßprojekt JUICY LUCY von Micky Moody und Paul Williams, die 1998 eine CD namens "Blue Thunder" veröffentlichten.
Fred Schmidtlein , (Impressum, Artikelliste), 02.11.2002
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