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Total verkommen

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Total verkommen
Total verkommen, White Rooms Records, 2004
Curly Vocals
AJ Guitar
Holger Bass
Stefan Drums
Produziert von: Klang der Familie Länge: 44 Min 28 Sek Medium: CD
1. Total verkommen7. Polizisten
2. Schneewittchen8. Reinheit
3. Agro Pegel9. Die Sonne
4. Identität10. Klang der Familie
5. Der Bann des Bruders11. Bonusdreck
6. Nein, das kann's nicht sein

Eine Band aus dem Rhein-Main-Dunstkreis, die es schon seit 10 Jahren gibt, aber erst jetzt eine Scheibe rausbringt.
Tja, was soll man sagen? Neue deutsche Härrrrrte, ziemlich ätzendes Schmuddelcover, eine reichlichst tätowierte Fastglatze am Mikro namens Curly (haha), der irgendwie ONKELZ-mäßig rumbrüllt (was die modulationsarme Stimme anbelangt). Die Texte sind zwar unverdächtig, auch grüßt man die sicherlich nicht rechts stehenden A.O.K. und covert EXTRABREITs Polizisten.
Aber mit dem ganzen Getue und solch Merchandising-"Ideen" wie Pitbull, Hooligan, einem Label namens White Rooms und einem Verlag namens Edition Nosveratu drängt sich doch der Verdacht auf, dass hier ein gewisses Publikum hofiert wird (oder werden soll), von denen es in Deutschland noch viel zu viele gibt und die gemeinhin an (rock)musikalischem Austausch nur bedingt Interesse haben.
Jedenfalls folgt nirgends eine erkennbare, eindeutige Abgrenzung von rechtsaußen, so dass man hier wie bei RAMMSTEIN den Vorwurf machen muss, dass hier (zumindest) mit einer Stylistik und Ästhetik, mit einem Ausdruck und Habitus hantiert wird, der in eine bestimmte Richtung weist, wobei in Kauf genommen wird, dass nicht jeder dies als bloßes Stilmittel zu entlarven weiß und gleichzeitig Kundschaft aus ihren Löchern hervorkriecht, über die ich hier nicht weiter ausführen möchte.

Achja, die Musik? Tiefergelegte Gitarren zwischen Neue deutsche Härte und Metal, ein wie bereits erwähnt etwas eintöniger Sänger und relativ simpel strukturierte Lyrics. Keine zündenden Ideen, allenfalls der Titeltrack hat sowas wie eine griffige Hookline.
Der musikalische Wert ist also durchaus überschaubar, die Attitüde bleibt zweifelhaft und man ist verstimmt.

Ralf Stierlen, (Impressum, Artikelliste), 23.04.2004

Noch eine Anmerkung aus München dazu.
Wir haben ernsthaft überlegt, diese Band im Home of Rock NICHT zu besprechen. Bands die nach Braun riechen, haben bei uns keinen Platz und werden auch niemals ein Forum hier finden. Warum tun wir es in diesem Fall dennoch? Weil sich, wie Ralf bereits sagt, keine echten Hinweise auf irgendwelche rechten Umtriebe finden! Gefallen tun uns die genannten Verweise auf gewisse Firmen nicht und wenn man den Bandnamen auf die Anfangsbuchstaben verkürzt erhält man ein ganz und gar mieses Kürzel. Aber Ausgrenzung nur um der Ausgrenzung willen gibt es im HoR nicht. Gerne geben wir der Band auch Gelegenheit, sich zu äußern. Dies wird von uns auch entsprechend veröffentlicht werden. Selbstverständlich behalten wir uns auch das Recht vor, die Besprechung jederzeit wieder zu entfernen.

Nachtrag vom 18.03.2005:
Einen weiteren Spitzenplatz in der Beliebtheitsskala erarbeitete sich die Band durch einen unrühmlichen Auftritt ihres Sängers in der Fernsehsendung "BigBrother VI" im März 2005. Hintergründe lest Ihr bitte hier.

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 23.04.2004 & 18.03.2005

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