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| Impressions Of A Mind's Eye, Mad Noise Music, 2005 |
| Robo |
Vocals & Guitar |
| Sly |
Bass |
| Andy |
Guitar |
| Pedro |
Drums |
| Gast: |
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| White |
Harp (Just A Rock'n'Roll Song & Come And See Me Play) |
| Produziert von: Hannes Kumke |
Länge: 60 Min 19 Sek |
Medium: CD |
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| 1. My Time | 6. Dreams |
| 2. Twisted | 7. Just A Rock'n'Roll Song |
| 3. The Drugs That Rule My Head | 8. From The Cradle To The Graveyard |
| 4. Perky Tits | 9. Chewbacca's Dope Supply |
| 5. Dirty Faces | 10. Come And See Me Play |
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Baden-Württemberg könnte das im Home of Rock am stärksten vertretene Bundesland sein. Warum ist das so? Ausgerechnet im Land der Bausparer und braven Bürger soll es mehr Rockbands geben als anderswo? Oder sind die Schwaben und Badenser einfach flinker was Eigenwerbung angeht und lassen ihre Ergüsse von Leuten wie uns besprechen? Das wäre eine Studie wert. Bis dahin vertreiben wir uns die Zeit mit der jungen Band LEECH aus Freiburg.
Gut drei Jahre gibt es LEECH, nach den üblichen Demos und Samplerbeiträgen nun "Impressions Of A Mind's Eye", die erste CD beim eigenen Label Mad Noise Music.
Junge Menschen spielen alte Musik. Immer wieder verblüffend, dass Bands sich in ganz lang vergangene Zeiten zurückversetzen und drei und vier Jahrzehnte später versuchen, diese Sounds neu zu beleben. Da muss schon etwas ganz besonderes dran gewesen sein, damals. Wir alten Säcke wissen das natürlich, entsprechend sollten wir Kapellen wie LEECH heutzutage auch goutieren. Vor allem, wenn sie nicht einfach abkupfern sondern durchaus eigenständig und mit viel Kreativität an die alten Vorbilder herangehen und sie kompetent und mit Liebe ins dritte Jahrtausend transferieren. Den Jungs um Sänger und Songwriter Robo ist das gelungen.
Zugegeben, der basslastig brummelnde Einstieg My Time ist auf den ersten Hör etwas beunruhigend. Zu viel Bass, zu wenig Schlagzeug, aber spätestens bei den ersten Riff-Kaskaden merkt man auf. Ganz spontan geistern einem Namen wie HAWKWIND, GROUNDHOGS, MAN und natürlich BLACK SABBATH durchs Köpfchen. Iommi, Deke Leonard oder John Cipollina (die Wimmerkralle!) sollen für die kommende Stunde immer wieder ins Gedächtnis rutschen, aber natürlich wecken die vier Retro-Rocker auch andere Assoziationen, äußerst zeitgemäße sogar. Chris Goss und Josh Homme fallen einem ein, etwas flockigere NEBULA, vielleicht sogar THE CULT. Bis plötzlich eine völlig eindeutige Reminiszenz an John Kay und STEPPENWOLF in Perky Tits aufschreckt (perky = flott, dreist, keß - wer mag das nicht?). Meine Herren, das ist ziemlich geil, so abgeschmackte Töne in diesem frischen Outfit neu zu entdecken.
Wir haben bisher gehört: Einen spannenden Mix aus leicht psychedelischem Stoner-Hardrock. Aber LEECH können auch ganz anders. Simplen Abgeh-Bluesrock in Just A Rock'n'Roll Song beispielsweise. Da trötet eine Harp und die Gitarren erinnern sogar an Joe Perry in ganz frühen AEROSMITH-Zeiten. Ziemlich geil war bisher, ab hier wird's saugeil.
Die Band weiß sehr gut die Dramaturgie eines Longplayers geschickt zu gestalten. Nach dem Rock'n'Roll gibt's eine Rifflawine (mitsamt nicht zuende gespieltem DEEP PURPLE-Zitat; klasse!) namens From The Cradle To The Graveyard, kurz vorher den XXL-Brecher Dreams, alles maximal abwechslungsreich und mit Herz & Hirn gespielt. Man merkt, dass die Aufnahmen über einen längeren Zeitraum gingen, jedoch verfielen LEECH nicht in den immer gern genommenen Anfängerfehler, die Songs nach und nach zu verschlimmbessern.
Mit dem abschließenden Schunkel-Stoner-Boogie Come And See Me Play und dem obligaten Hidden Track rauschen LEECH aus ihrer ersten CD. Die ist musikalisch dermaßen gelungen, dass man leichte Sounddefizite gerne nachsieht (beim nächsten Mal sind die Drums fetter, ok?) und die Sehhilfe für die schwer lesbare Schrift im Cover der Band nicht in Rechnung stellt. Schließlich kostet die CD bei Direktbestellung nur 10 Euro.
Wenn die live auch so rocken: Mehr!
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