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Letzte Worte

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Letzte Worte
Letzte Worte, Metal Axe Records, 2004
NumenGesang
RudiatorElektrik
DaweGitarre, Gesang
Cpt. LoftBass
RaweNSchlagwerk
Gäste:
Holger Stausberg, Torsten Weberakustische Gitarren
Produziert von: Rudolf Heimann und Leichenwetter Länge: 60 Min 31 Sek Medium: CD
1. Nur dich8. Weltende
2. Letzte Worte9. Im Nebel
3. Verführer10. Schnitterlied
4. Mutter11. Dort und hier
5. Grenzen der Menschheit12. Verführer (RUDIATOR Club Mix)
6. Mondnacht13. Nur dich (EINZ Allisone Remix)
7. Die schlesischen Weber14. Jenseits von Eden

Namen sind Schall und Rauch! Natürlich, aber ein guter Bandname und ein ansprechender Albentitel wecken Neugierde. An einer Band, die sich LEICHENWETTER nennt und ihr neustes Werk "Letzte Worte" betitelt, komme ich nur ganz schwer vorbei.
Nicht weniger originell ist das Konzept, das die Band verfolgt. Musikalisch setzt man auf zupackende Gitarren und einen Schuss Elektronik, der zusätzliche Härte, aber auch Tanzbarkeit in den Sound einbringt, versetzt das ganze mit einer düster-romantischen Atmosphäre und nennt das Kind Poetic Gothic Metal.
Okay, diese Melange aus Neuer Deutscher Härte und Gothic kennt man durchaus schon in ähnlicher Form von anderen Bands, aber hinsichtlich der Texte gehen LEICHENWETTER einen wirklich ungewöhnlichen Weg. Die Credits gehen an Goethe, Hermann Hesse, Annette von Droste-Hülshoff, Joseph von Eichendorff, Heinrich Heine und andere Großmeister deutscher Literatur.

Man könnte das durchaus unter das Motto 'Gruftis gegen Volksverblödung' stellen, denn ganz ehrlich: Wer setzt sich denn heute schon noch freiwillig nach seiner aktiven Schulzeit mit "Die schlesischen Weber" auseinander?
In Verbindung mit der überzeugenden musikalischen Umsetzung stehen die Chancen dafür ungleich besser und LEICHENWETTER rufen deutlich in Erinnerung, dass die düster-morbiden Dichtungen aus vergangenen Tagen auch heute nichts von ihrer Aktualität eingebüßt haben. Vergänglichkeit, Todessehnsucht, Verzweiflung... das sind einfach Themen ohne Verfallsdatum.
Etwas aus dem Rahmen fällt die Cover-Version von Nino DeAngelos Jenseits von Eden. Keiner wird ernsthaft den Autor Drafi Deutscher auf eine Stufe mit den übrigen vertretenen großen Literaten stellen wollen, aber hier liefern LEICHENWETTER ein gutes Beispiel ab, wie ein anderes musikalisches Arrangement die Wirkung eines Textes verändern kann.

Nicht verschwiegen werden soll, dass Sänger Numen mal mehr, mal weniger lispelt, was mal mehr, mal weniger als störend empfunden werden könnte. Trotzdem: Daumen nach oben für LEICHENWETTER und ihr intensives, ambitioniertes Werk.

Martin Schneider, (Impressum, Artikelliste), 09.03.2006

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