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Waiting For Columbus

(DeLuxe Reissue)
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Waiting For Columbus
Waiting For Columbus, Warner Brothers/Rhino, 2002 (Reissue)
Lowell George Vocals, Slide Guitars
Paul Barrere Guitar, Vocals
Bill Payne Keyboards
Kenny Gradney Bass
Sam Clayton Percussion
Ritchie Hayward Drums
Gäste:  
The Tower of Power Horn Section  
Mick Taylor Slide Guitar (A Apolitical Blues)
Produziert von: Little Feat Länge: 142 Min 09 Sek Medium: Do-CD
CD 1: 
1. Join The Band6. Tripe Face Boogie
2. Fat Man In The Bathtub7. Rocket In My Pocket
3. All That You Dream8. Time Loves A Hero
4. Oh Atlanta9. Day Or Night
5. Old Folks Boogie10. Mercenary Territory
5. Dixie Chicken10. Spanish Moon
CD 2: 
1. Willin'9. On Your Way Down
2. Don't Bogart That Joint10. Walking All Night
3. A Apolitical Blues11. Cold, Cold, Cold
4. Sailin' Shoes12. Day At The Dog Races
5. Feats Don't Fail Me Now13. Skin It Back (2)
6. One Love Stand14. Red Streamliner
7. Rock'n'Roll Doctor15. Teenage Nervous Breakdown
8. Skin It Back 

Wieviele Live-Alben des Rock gibt es, die fast jeder zu seinen Top 5 zählt? Ich kenne mindestens 20, die je nach Lust und Laune zu meinen eigenen Top 5 gehören, dazu zählen sicher die "Fillmore Concerts" der ALLMAN BROTHERS, "Live Tt Leeds" von den WHO, "One More From The Road" von LYNYRD SKYNYRD und... und...
Aber dieses unbestrittene Meisterwerk von LITTLE FEAT aus dem Jahr 1978 gehört immer dazu, ein klarer Fall von Inselplatte! Und nun kommt ENDLICH eine Luxusausführung.

Ähnlich wie schon THE BAND 1971 auf "Rock Of Ages" hatten Little Feat hier die Unterstützung der Tower Of Power Horns auf der Bühne, die auch die Horn-Arrangements beisteuerten. Alleine das garantierte schon, dass nicht einfach die eigenen Songs nahe am Original runtergedroschen wurden, nein, hier entstanden zum Teil hochdramatische Interpretationen der eigenen Werke auf musikalisch allerhöchstem Niveau - ein Glücksfall der Rockgeschichte.
Aufgenommen wurden die Songs im "Rainbow Theater" (1.8. - 4.8.77, London) und dem "Lisner Auditorium" (8.8. - 10.8.77, Washington, DC). Auffallend gegenüber der ursprünglichen Aufnahme ist, dass die Reihenfolge der LP-Seiten 2 und 3 geändert wurde, (lt. Booklet aus ästhetischen Gründen) damit das Main Set mit den langen Ovationen besser zu den Zugaben überleitet.
Damit sind die Songs des Mainsets aus dem Original-Doppelalbum komplett auf der ersten Disc, die ersten fünf Songs auf CD 2 sind dann die Zugaben der Doppel-LP aus beiden Aufnahmeorten. So auch die zwei Tracks, die damals auf der ersten CD-Fassung weggelassen wurden, um eine Einzel-CD möglich zu machen. Zu finden waren die dann als Bonus-Titel auf zwei anderen Little Feat CDs. Darunter auch das tolle A Apolitical Blues mit Mick Taylor an der Slide, das hier endlich im richtigen Kontext erscheint.

Die restlichen Aufnahmen wurden bei den selben Auftritten eingespielt, drei davon waren schon auf dem Post-Lowell-George Doppelalbum "Hoy-Hoy!" zu finden (Skin It Back, Red Streamliner und Teenage Nervous Breakdown), sieben Tracks waren bisher gänzlich unveröffentlicht. Und schon deswegen lohnt sich diese CD, nicht nur für Little Feat die-hards. Denn die sind vom gleichen Kaliber und nicht in irgendeiner Form minderwertig!

Schade, dass nicht ich das Sagen hatte, als diese CD zusammengestellt wurde. Denn an Spielzeit ist ja noch was übrig, 10 Minuten hätte man noch draufbekommen. Schade deshalb, weil es ja noch weiteres hervorragendes Live-Material von Little Feat aus dieser Zeit gibt. Ich denke da z. B. an Framed, dieses herrliche "dreckige" Stück mit dem augenzwinkernd verrückten Text, scheinbar mitten aus dem Leben eines Freaks gegriffen. Was soll's...

Das Allmusic Guide merkt an (eine Bemängelung ist das sicher nicht!), dass Little Feat hier manchmal etwas zu stark ins Jammen geraten sind. Es gibt sicher einige, die diese Meinung vertreten, die überwiegende Mehrheit aber (zu der ich mich auch zähle) denkt, dass gerade dies die wahre Klasse dieser Band aufzeigt. Und das, nachdem es im Gebälk der Band ja schon heftig krachte. Hatten sich doch Paul Barrére und Bill Payne auf den beiden zuvor veröffentlichten Studioplatten ("The Last Record Album" und "Time Loves A Hero") mit ihren mehr jazzigen Strukturen immer mehr gegen Lowell George durchgesetzt.
Das Booklet ist äusserst informativ, es gibt z. B. Angaben über die Aufnahmeorte aller Tracks. Unfassbar geriet indes der Klang, unglaublich druckvoll und durchsichtig. Es macht einfach Spass, diese Musik in einem solchem überlegenen Klangbild zu hören. Nichts weniger ist ja wohl auch der besten (?) Live-Platte der Rockmusik angemessen.
Dies war, ist und bleibt für alle Zeiten ein musikalisches Statement, das jeder Rock-Fan im CD-Regal stehen haben MUSS! Punktum.

Manni Huether, (Artikelliste), 20.06.2002 (update 2006)

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