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Living Loud

Live In Sydney 2004

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Live In Sydney 2004
Live In Sydney 2004, T2 Media, 2005
Jimmy Barnes Vocals
Bob Daisley Bass
Steve Morse Guitar
Lee Kerslake Drums
Don Airey Keyboards
Mahalia Barnes, Jade Macrae & Juanita Tippins Backing Vocals
Produziert von: Steve Scanlon & Bob Daisley Länge: 78 Min 10 Sek Medium: Do-CD
CD 1:
1. Last Chance8. Mr. Crwoley
2. I Don't Know9. Tonight
3. Every Moment A Lifetime10. Walk Away
4. Crazy Train11. Over The Mountain
5. In The Name Of God12. Gimme Some Lovin'
6. Flying High Again13. Good Times
7. Pushed me Too Hard
CD 2:
Interview (55 Min 56 Sek)

Man muss die Kuh melken, bevor sie zum Metzger geht. Studioplatte, DVD, Liveplatte, Ende der Vorstellung, und ob wir Europäer diese Kapelle je live sehen werden steht wohl fest - negativ. Jedenfalls ist das anzunehmen, denn wir reden bei LIVING LOUD nicht von der Fußgängerzonen-All-Star-Band sondern von so illustren Namen wie Steve Morse, Jimmy Barnes, Lee Kerslake, Don Airey und Bob Daisley. Wer die nicht zuordnen kann, ist hier eh falsch.
Die Studioplatte aus dem letzten Jahr war schon weitgehend "live im Studio" eingespielt worden, hatte aber doch ein, zwei Hänger in der Setlist. "Richtig" live verflüchtigt sich dieses Problem, LIVING LOUD rocken (fast) nur noch. Und wie.

Jimmy Barnes ist sicher nicht jedermanns Sänger. Wer COLD CHISEL liebt(e), wer grundsätzlich auf australische Schreihälse steht, und wer ein paar Ozzy-Nummern mal von einem 100% Rock'n'Roller geshoutet haben möchte, kommt hier ins Schlaraffenland. Jimmy betont zwar so manches Wort etwas anders als der Ur-Brite Ozzy, und wenn er seinen eigenen Bandnamen ausspricht, klingt das "Loud" verdächtig nach heißem Kartoffelbrei im Mund, aber vor diesem Crazy Train wird sich vermutlich auch Osbourne himself in den Staub werfen.
Vor Zeiten sagte ich in irgendeiner Besprechung, dass Randy Rhoads aus meiner Sicht irgendwie überbewertet wurde. Nicht dass der arme tote Kerl schlecht gewesen wäre, bewahre, aber wie so oft wurde um ihn dieser unheilige Totenkult veranstaltet (an dem Ozzy und Eheweib nicht unbeteiligt waren), der einen jungen Musiker mit theoretisch großer Zukunft auf einen längst nicht erreichten Sockel hebt. Wie gesagt, spielt bei LIVING LOUD Steve Morse die Gitarre und hier kann man hören, was Randy (noch) fehlte zum Genie. Morse spielt schmutziger und härter als je zuvor, auch bei DEEP PURPLE erreicht er diese Heftigkeit nicht, nimmt den Originalen keinerlei Originalität, lässt aber zwischendurch immer wieder sagenhafte Morse-Zitate einfließen und bereichert wie schon bei PURPLE die Klassiker - und zwar ohne jeden Zweifel.
Die Ozzy-Rhythmuskombo Bob "immer und überall dabei" Daisley und Lee Kerslake, im Hauptberuf natürlich seit Rocks Geburt bei URIAH HEEP, interpretiert die sechs Madman-Nummern gewohnt altmodisch-hardrockig, Don Airey übertreibt nur selten seinen Tasteneinsatz, bildet im Gegenteil zum größten Teil einen überaus soliden Hintergrund und nervt nur bei der Benefiznummer In The Name Of God ein wenig mit komischen Geräuschen. Er war bei Projektgründung ursprünglich auch nur zweite Wahl - nach Jon Lord.
Ganz klar die Essenz dieser Band sind Steve Morse, der Saitengott, und Jimmy Barnes, das Sangesuntier.

Wenn am Schluss dann die Studioscheibe durchgespielt ist, bleiben nur noch zwei olle Kamellen, Gimme Some Lovin' von der SPENCER DAVIS GROUP und Good Times von den EASYBEATS. Ersteres natürlich bis zum endgültigen Überdruss von tausenden Bands totgenudelt, zeigen die alten Recken, dass man auch Wasserleichen noch hübsch schminken kann und rocken den Fetzen mächtig partykompatibel. Good Times, kaum weniger faltig, bekommt ebenfalls einen derben Arschtritt und fast 80 Minuten Vollgasrock vor vergnügten Australiern feiern ein würdiges Bye-bye. Unnötig zu sagen, dass natürlich die eigens für dieses Projekt geschriebenen Songs nicht im Mindesten aus der Rolle fallen und keine Sekunde Trübsinn verbreiten. It's only Rock'n'Roll.

Informationsfanatiker können sich auf der zweiten CD fast eine Stunde Interviews anhören. Zum Teil äußerst informativ übrigens.

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 09.09.2005

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