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CD-Review:
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Okay, wollen wir gleich zu Anfang eines klarstellen: "Lonely Are The Brave" ist KEIN Southern Rock! Und bevor alle aufheulen und eine Horde Rednecks die Tür zum Home of Rock eintritt, sag ich warum. Ich liebe Southern Rock wie keine zweite Musikrichtung. Ich brauche bei all meinen Helden auch keine Überraschungen oder irgendwelche Experimente. Es genügt vollkommen, wenn sie alle paar Jahre mit einer sauberen neuen Platte daherkommen. Viele Gitarren, mächtiger Gesang und eine handvoll ordentlicher Songs - bei denen einen das Selbstplagiat nicht direkt anspringt - ist ausreichend, um Southern Rocker wie mich glücklich zu machen. Und deswegen ist die neue CD von LIZARD eben KEIN Southern Rock. Denn was wir auf "Lonely Are The Brave" erleben, ist in keinem Moment vorhersehbar, nicht kalkulierbar und mit keiner bisher erschienen Südstaaten-CD vergleichbar. Keine Frage, selbstverständlich sind auf "LATB" alle Southern-Insignien vertreten: Double Leads, Honky Tonk Piano, Hammond, Dobro und Slide Gitarren, dieser typische Gesang, der den Southerner verrät (auch wenn er aus dem Süden Deutschlands kommt), Balladen, Rocker, XL-Gitarrenschlachten etc. Man stelle sich vor, dass Bands wie THIN LIZZY, WISHBONE ASH und WHITESNAKE (wohlgemerkt, die guten alten Whitesnake!) uneheliche Kinder der ALLMAN BROTHERS sind, die bei einem heftigen Rudelbums mit LYNYRD SKYNYRD und DOC HATCHET entstanden sind. Diese anglo-amerikanischen Bastarde sind längst alt genug, um eigene Kinder zu haben und bei einer Studienreise durch old Europe wurde das Kleinkind LIZARD auf einer Autobahnraststätte vergessen. Das Papasöhnchen entwickelte sich seinen gemischten Genen entsprechend und verweigert seit einigen Jahren konsequent die Alimenteschecks vom Big Daddy mit den Worten "Hey Alter, Du hast uns im Stich gelassen, jetzt machen wir unser eigenes Ding!". Vor 2 1/2 Jahren bezeichnete ich "Southern Steel" als beste europäische Southern Rock Platte aller Zeiten. "Lonely Are The Brave" ist folgerichtig die beste europäische Nicht-Southern Rock Southern Rock Platte aller Zeiten geworden. Genug der Gelobhudelei (dass ich Fan dieser Band bin weiß eh spätestens jetzt jeder), ans Eingemachte. Seit 10 Jahren findet sich ein Lied immer wieder auf meinen Party-Kassetten bzw. CDRs: Bring Me Some Water, von Micky Moody und Bernie Marsden für das BORDERLINE Projekt geschrieben. Einer meiner Jahrhundertsongs und jetzt ist er endgültig unsterblich, denn die neue Version ist unglaublich gut. Diese hinterhältige Boogie-Gitarre im Hintergrund, die Vocals, die Leads... ohohoh, keine Party mehr ohne Water. Bruce Brookshire von DOC HOLLIDAY stellt seine Stimme und Gitarre auf "Lonely Are The Brave" auch zur Verfügung. Ich bin ein mindestens so großer Bruce- wie LIZARD-Fan. Muss ich also über das Ergebnis noch einen Ton verlieren? Genau wie über den Rest der Platte. Kauft sie Euch selber! Groß! Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 20.10.2003
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