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Zombilation

The Greatest Cuts
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Zombilation - The Greatest Cuts
Zombilation - The Greatest Cuts, Drakkar Records, 2009
Mr. Lordi Vocals
u.a.
Gäste:
Udo Dirkschneider Vocals (They Only Come Out At Night)
Bruce Kulick Lead Guitar (It Snows In Hell)
Länge: 67 Min 19 Sek Medium: CD
1. Hard Rock Hallelujah (Euroviscious Radio Edit)11. Would You Love A Monsterman? (2006 Version)
2. Bite It Like A Bulldog12. Bringing Back The Balls To Rock
3. Who's Your Daddy? (Decapitated Radio Edit)13. Forsaken Fashion Dolls
4. Devil Is A Loser14. Supermonsters (The Anthem Of The Phantoms)
5. Blood Red Sandman15. The Children Of The Night
6. Get Heavy16. Rock The Hell Outta You
7. They Only Come Out At Night17. Pet The Destroyer
8. My Heaven Is Your Hell18. Monster Monster
9. Beast Loose In Paradise19. It Snows In Hell
10. Deadache

Letzter Zahltag vor der Abwicklung. Es geht jetzt nicht um die Jungs von Opel oder Saab, es geht auch nicht um Autobau-Missmanager aus Detroit, es geht um die Finnen LORDI. Die fünfte CD der herzerfrischend netten Monster um Ober-Lordi Tomi Putaansuu (klar, das ist kein Rock'n'Roll-Name) ist eine Best Of, Greatest Hits, was-auch-immer-Compilation. Und dieserlei lässt grundsätzlich auf einen auslaufenden Vertrag schließen.
Manche Künstler verbessern sich mit einem neuen Deal, bei LORDI ist das nicht anzunehmen, da ist das Feld geerntet und der Ertrag eingefahren, viel mehr kann nicht mehr kommen.
Vor drei Jahren gewann die Band den 51. Eurovision Song Contest, umgeben von den üblichen Schlager-Pop-Retortenkatastrophen und TEXAS LIGHTNING aus der Hamburger Retorte. Es war ein Mordsspaß, einerseits der verkrusteten Spießerveranstaltung einen Uppercut zu verpassen und andererseits die internationale Solidarität der Metal-Fans zu sehen, die europaweit brav für das noch bravere Liedchen Hard Rock Hallelujah anriefen. Nebenbei wurde auch dem Selbstwertgefühl der Finnen geholfen, schließlich wird das kleine Land am Polarkreis seit Menschengedenken unterschätzt. Es ist ja auch putzig, dass Tomi Putaansuu aus der Stadt Rovaniemi kommt, die außer durch ihn bestenfalls durch ein paar Wintersportereignisse und halbwegs erfolgreiche Sportler zu einem Namen kam. Gut auch, dass Tomi ein bekennender KISS- und Horror-Fan ist, aber das alles wird ihm außerhalb Finnlands keinen bleibenden Legendenstatus sichern.
Die soeben bei uns gelaufene Tour war wieder auf dem Vor-Eurovison-Niveau, also vor gut 300 Leuten, wenn überhaupt, die Claqueure sind längst woanders. Ganz gute Gelegenheit also, sich mit dem Schaffen von LORDI anhand dieser CD - und beinahe schon retrospektiv - zu beschäftigen.

Es ist bezeichnend, dass Hard Rock Hallelujah direkt an den Anfang der CD gestellt wurde, womöglich traut sich weder Band noch Plattenfirma zu, die Aufmerksamkeit des Hörers mit den restlichen "Greatest Cuts" zu halten. Tatsächlich war LORDIs Musik nie wirklich Aufsehen erregend, ältere Rocker hatten von Anfang an die Assoziation zu KISS (in den 80ern und später) und Alice Cooper beim Genuss der ersten CDs, etwas weniger opulent produziert zwar, aber in den besten Momenten adäquat.
Die Optik war ein anderes Thema. Das Publikum für Kinderfasching gab es schon immer, eine gepflegte Horrorshow hatte im Rock & Roll ebenfalls jederzeit gute Chancen, sogar GWAR hatten mit ihrem Primitiv-Metal gelinden Erfolg - und machten mit ihren Sabbereien live manchmal echt Spaß. Aber auf Dauer? Tja, da bleiben halt nur Herr Furnier und die Cashmaster Simmons und Stanley übrig. Warum wohl? Haben die neben ihrem Kasperleoutfit etwa auch noch legendäre Songs zu bieten? Ganz genau so ist es, und daran scheitern LORDI, denn alles was der schröckliche Tomi jemals von sich gab, ist so hautnah an seinen persönlichen Vorbildern, dass Innovation von vorneherein ausgeschlossen war. Auch wenn seine Stimme durchaus mit der von Udo Dirkschneider mithalten kann, der folgerichtig They Only Come Out At Night mitbestreitet, auch wenn die Band in den verschiedenen Besetzungen/Verkleidungen nie peinlich war, die Mischung aus 80ies-Metal, 80ies-Mainstream und ein paar wenigen NuMetal-Einflüssen ist so wenig spektakulär, dass man ohne den visuellen Anreiz möglicherweise schnell ein wenig gelangweilt ist.
Es ist stocknormaler Hard Rock, manchmal mit erstaunlichen Pop-Effekten verziert (Blood Red Sandman), oft mit prima Riffing ins Bein und Ohr gehend, meistens aber einfach gefällig und mit dem ein oder anderen Aha-Wiedererkennungswert verbunden.

Das Booklet ist enttäuschend. Außer einem Mini-Poster gibt es nur Winz-Bilder und eine schier unlesbare Schrift, die keinerlei Lust auf Recherche macht. Vermutlich hat man es auf "Zombilation" mit regulären Album-Tracks und ein paar Radio-Edits und ähnlichen Gimmicks zu tun, Raritäten sind laut Tracklist nicht zu finden. Da hätte man vielleicht ein wenig aufrüsten können. Dennoch: Allen Fans der genannten Namen kann man die CD empfehlen, denn LORDI ist eine gute Band, die zwar wenige eigene Ideen hatte, die man aber trotzdem in guter Erinnerung behalten darf. Und vielleicht täusche ich mich und es geht doch weiter, wer weiß.

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 20.02.2009

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