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| Anorak In The UK (Live), EMI, 2002 |
| Steve Hogarth |
Vocals |
| Steve Rothery |
Guitar |
| Mark Kelly |
Keyboards |
| Pete Trawavas |
Bass |
| Ian Mosley |
Drums |
| Recorded & Mixed von: Dave Meegan |
Länge: 70 Min 19 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Separeted Out | 6. The Great Escape |
| 2. Quartz | 7.King |
| 3. Map Of The World | 8. If My Heart Were A Ball It Would Roll Uphill |
| 4. Out Of This World | 9. Waiting To Happen |
| 5. Between You And Me | 10. Easter |
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MARILLION ist eine der ganz wenigen Bands, die ihrer Kreativität stets völlig freien Raum lässt und sich einen feuchten Kehricht darum schert, ob sie ihr Publikum mit den stilistischen Grenzen, die dabei überschritten werden, vor den Kopf stoßen. So dürfte es nur ganz wenige Fans geben, die der Band für alle ihre Werke seit dem 83er-Debut "Script For A Jester's Tear" die Absolution erteilen werden.
Ich will gar keinen Hehl daraus machen, dass MARILLION für mich immer noch ihre großartigsten Momente im klassischen Line-up mit Fish als Sänger geschaffen haben. Doch auch in der Hogarth-Ära seit 1988 sind einige wirklich hervorragende Alben entstanden, allen voran das grandiose Konzeptalbum "Brave". Trotzdem bin ich bei jedem neuen MARILLION-Album mittlerweile übervorsichtig geworden und ganz froh darüber, dass alle paar Jahre ein Livealbum erscheint, mit dem man sich unverbindlich ein Bild von den Alben machen kann, an die man sich bisher nicht heran getraut hat.
"Anorak In The UK"! Der Titel sagt ja eigentlich schon alles. Aufgezeichnet wurde das Album während der letztjährigen, nach Augen- und Ohrenzeugen sehr erfolgreichen, UK-Tour in Manchester und London. Es ist auch weiter keine große Überraschung, dass es vor allem Material des letzten, doch sehr kontrovers diskutierten Studioalbums "Anoraknophobia" enthält.
Mein erster Höreindruck, vor allem bei den neuen Stücken: 'Was, zur Hölle, ist denn in MARILLION gefahren? Die rocken ja wie blöd!'. Jetzt ganz im Ernst: Man muss schon sehr weit in der Vergangenheit der Briten graben, um auf ähnlich harte Songs wie die beiden Opener Seperated Out und Quartz, aber auch Between You And Me, zu stoßen.
Diese straighte, zupackende Gangart hat durchaus ihre Reize und entfaltet natürlich vor allem live ihre Wirkung. Bei
einer Band wie MARILLION, bei der es in den letzen Jahren eher die ruhigen, besinnlichen Songs waren, die aufhorchen
ließen, schadet es auch gar nicht, wenn es mal wieder etwas rockiger zur Sache geht. Diese Songs geben der Band die
Möglichkeit auch mit aktuellem Material eine größere Vielseitigkeit in ihre Konzerte einzubringen.
Ansonsten bietet das Album mit einigen ausgewählten Highlights wie The Great Escape, Easter oder
Waiting To Happen einen Streifzug durch die Hogarth-Ära, präsentiert dabei aber leider überwiegend Stücke, die schon auf dem letzten Live-Album Made again zu Ehren kamen.
Die gloreichen Zeiten mit Fish werden völlig ausgespart, was aber nicht weiter negativ ins Gewicht fällt. Ganz im Gegenteil: Stücke wie Fugazi, Marquet Square Heroes oder Forgotten Sons hätten hier eher wie Fremdkörper gewirkt.
"Anorak In The UK" vermittelt einen hervorragenden Eindruck von MARILLION 2002, gibt mir leider aber auch das Gefühl, mit dieser Tournee etwas verpasst zu haben. Also gelobe ich Besserung: Nächstes Mal bin ich wieder mit dabei...
und mit dem ewigen 'Fish hinterher trauern' ist jetzt auch endgültig Schluss!
Ach ja... wer bemängelt, dass "Anorak In The UK" nur eine Einfach-CD mit einer starken Stunde Spielzeit ist, der
sollte unbedingt mal einen Blick auf die MARILLION-Homepage werfen.
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