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Michael Schenker

Forever And More - The Best Of Michael Schenker

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Strangers In The Night
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www.amazon.de
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Steamhammer
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SPV
Mehr Info:
All Music Guide (englisch)

Unser Disclaimer
Forever And More - The Best Of Michael Schenker
Forever And More - The Best Of Michael Schenker, Steamhammer/SPV, 2003
Länge: 111 Min 09 Sek Medium: DoCD
CD 1:
1. Armed And Ready (live)7. Lights Out (live)
2. Pilot Of Your Soul8. No Turning Back
3. Natural Thing (live)9. Assault Attack (live)
4. Written In The Sand10. Open Gate (instrumental)
5. On And On (live)11. Save Yourself (live)
6. Reflections Of My Soul (instrumental)12. Another Piece Of Meat (live)
CD 2:
1. Are You Ready To Rock (live)7. Positive Forward (instrumental)
2. Brave New World8. Rock Bottom (live)
3. Into The Arena (live)9. D 1 (instrumental)
4. Doctor Doctor (live)10. All The Way From Memphis (live)
5. The Mess I've Made11. Fallen The Love
6. Captain Nemo (live)12. Attack Of The Mad Axeman (live)

Teil 178 der unendlichen Michael Schenker-Compilation-Fortsetzungsgeschichte. Diesmal eine Best Of von der SPV.
Mittlerweile könnte man die vielen Karriereüber- und -rückblicke eigentlich "Dr. Seltsam oder wie ich lernte die Flying V zu lieben, Teil xundachtzig" nennen, doch derweil wäre es so einfach, dem guten Michael gerecht zu werden. Einfach alle UFO-Platten mit ihm und einige ausgewählte MSG-CDs kaufen und schon hat man die ultimative Best Of Sammlung.

Wenn es je einen Hardrock-Gitarristen gab, der mich wirklich vollständig begeistert hat, dann war das (und ist teilweise heute noch) Michael Schenker. Keiner - wohlgemerkt keiner - hat die Riffs so locker rausgehauen und die Soli so präzise gesetzt wie der Mann aus Hannover. Und das bevorzugt gleichzeitig und mit 5 Händen. Keiner kann sich auf die Bühne stellen, nullkommanull Kommunikation mit dem Publikum betreiben und mir trotzdem die Tränen in die Augen jagen. Keiner (außer Phil Lynott) hat so viele Songmonster (mit-) erschaffen und keiner darf bei mir straffrei zwischen purem Boogie & Roll, Metal und Akustikzeug wechseln. Nur Schenker. Kurz: Der Mann ist einfach unglaublich gut.

Ein Problem hat M.S. allerdings. Er verliert immer mal wieder ein wenig die Übersicht und den Scharfblick bezüglich seiner bestmöglichen Bandbesetzung. Oder um es anders auszudrücken: Nie war er besser als mit Phil Mogg und Pete Way an seiner Seite. Mogg ist erstens einer der charismatischsten Sänger aller Zeiten und zweitens im Duett mit Schenker eine unschlagbare Songschreibermaschine. Das war 1974 mit "Phenomenon" so und es blieb dabei bis zum großartigen "Sharks" im letzten Jahr. Natürlich, viele seiner Soloplatten waren gut. Manche sogar herausragend, aber an die Größe von UFO kam keine einzige Reinkarnation seiner Soloprojekte heran.

"Forever And More" hat den Untertitel "The Best Of Michael Schenker". Verdient und gleichzeitig eine pure Anmaßung.
Natürlich sind viele der Schenker-Klassiker vertreten. Natürlich ist seine Gitarre traumhaft wie immer. Aber leider steht der Plattenfirma nunmal nur ein Teil von Schenkers Backkatalog zur Verfügung. Man bedient sich also vorzugsweise an jüngeren Ressourcen, viele Liveaufnahmen und diverse Beiträge von anderen Compilations ("The Michael Schenker Story Live"). Bisschen wenig für eine "Best Of". Vor allem wenn Phil Mogg nicht stattfindet.

Man (ich) ist versucht, die Sangesleistungen so mancher Darsteller auf dieser Doppel-CD zu ignorieren. Viel leichter ist es, sich einfach in den unwiderstehlichen Sog der Gitarrennoten ziehen zu lassen. Aber zwischendurch singt man automatisch selber mit und wundert sich, dass man irgendwie nicht schlimmer klingt als der grade vor sich hin röchelnde "Sänger". Meine Güte, was hatte Schenker nur für Mickymäuse am Mikro. Gary Barden und Graham Bonnet gingen vor 20 Jahren noch als gute Sänger durch, über Robin McAuley kann man unterschiedlicher Meinung sein (ich steh nicht auf seinen Stil), aber gut war er. So richtig knüppeldick kommt es aber in der Neuzeit. Ob Kelly Keeling (Another Piece Of Meat tönt bei ihm wie ... piece of sh..), Chris Logan oder Leif Sundin. Es ist ein Trauerspiel. Man höre sich nur die atemlose (im wahrsten Sinne des Wortes) Version von Doctor Doctor an. Woran liegt es wohl? Kann der Mad Axeman keinen zweiten "Star" neben sich ertragen? Hört er einfach nicht, was diese Leichtgewichte mit seinen Nummern anstellen? Mir schaudert.

Zur Ehrenrettung sei gesagt, dass auch auf den neueren Platten immer wieder großartige Nummern vertreten sind und die findet man auf diesem Zusammenschnitt ganz ordentlich gebündelt (No Turning Back, Pilot Of Your Soul, The Mess I've Made, diverse Instrumentals etc.). Nette Beigabe ist das wundervolle All The Way From Memphis von der (zurecht?) völlig untergegangenen "Supergroup" CONTRABAND. Leider war auch hier der Sänger der Schwachpunkt. Wer einen Song von Ian Hunter singt, sollte zumindest ansatzweise dessen Feeling haben. Oder Brite sein. Die Gitarre hingegen... Ich sinke darnieder.

Ergo: Diese CD ist etwas für Neueinsteiger, Komplettsammler und Leute, die sich den in letzter Zeit unübersichtlichen Schenker-Veröffentlichungswirrwarr nicht vollständig antun wollen bzw. aus Kostengründen nicht können. Der Traditionalist wird weiterhin zu "One Night At Budokan" oder besser noch "Strangers In The Night" greifen.

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 09.09.2003

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