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Mick Jagger

The Very Best Of

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The Very Best Of
The Very Best Of, Atlantic Records/Rhino Records, 2007
Länge: 72 Min 14 Sek (CD) Medium: CD & DVD
CD:
1. God Gave Me Everything ("Goddess In The Doorway", 2001)10. Memo From Turner (Performance/1968)
2. Put Me In The Trash ("Wandering Spirit", 1993) 11. Lucky In Love ("She's The Boss", 1985)
3. Just Another Night ("She's The Boss", 1985) 12. Let's Work ("Primitive Cool", 1987)
4. Don't Tear Me Up ("Wandering Spirit", 1993) 13. Joy (with Bono, "Goddess In The Doorway", 2001)
5. Charmed Life (prev. unissued) 14. Don't Call Me Up ("Goddess In The Doorway", 2001)
6. Sweet Thing ("Wandering Spirit", 1993) 15. Checkin' Up On My Baby (with The Red Devils, prev. unissued)
7. Old Habits Die Hard (with Dave Stewart, "Alfie", 2004) 16. (You Got To Walk And) Don't Look Back (with Peter Tosh, "Bush Doctor", 1978)
8. Dancing In The Street (Single with David Bowie, 1985)17. Evening Gown ("Wandering Spirit", 1993)
9. Too Many Cooks (prod. by John Lennon, prev. unissued)
DVD:
1. Interview with Mick Jagger (2007)6. Lucky In Love (1985)
2. God Gave Me Everything (2001)7. Don't Tear Me Up (1993)
3. Just Another Night (1985)8. Dancing In The Street (1985)
4. Sweet Thing (1993)9. Joy (2001)
5. Let's Work (1987)10. (You Got To Walk And) Don't Look Back (Saturday Night Live, 1978)

Lacht Euch doch alle kaputt, mir egal, für mich steht jedenfalls fest: Der Michael Philip Jäger hat es nie leicht gehabt auf seinen Solopfaden. Basta! Der Mann war schließlich schon auf "Disco" als es noch gar keinen Disco gab, hat gar seine Machorolle zeitweise auf Eis gelegt nur um sein erstes Soloalbum aus dem Jahre 1985 "She's The Boss" zu nennen. Ja, er riskierte sogar von diesem Rüpel Keith Richards massakriert zu werden, nur weil er "Dirty Work" nicht promoten wollte. Keine Zeit! Die JACKSONS mit "State Of Shock" und der smarte David Bowie gingen eben vor. Live Aid folgte, Mick legte wie aus dem Ei gepellt vor und entblätterte Tina Turner live vor Millionen von Zuschauern. Keith, Ronnie und der gute Bob Dylan folgten Stunden später. Keiner auf dem Erdball schaute allerdings mehr zu, als die drei Hungerhaken mit jeweils drei Promille im Blut ihre Gitarren nicht mehr von Quetschkommoden unterscheiden konnten. Unglaublich!
Dann "Primitive Cool", Jaggers nächstes Werk. Teilweise ganz gute Songs, verpackt im wohl dämlichsten Cover der Rockgeschichte. Aber nicht so schlimm, viel schlimmer war, dass sich kaum jemand mehr für 'Mick Solo' interessieren wollte. Ziemlich bösartig von Keith Richards, mit "Talk Is Cheap" zu kontern und sich dazu noch in der Fachpresse als der wahre Rolling Stone feiern zu lassen. "Die beste Stonesscheibe seit 'Exile On Main Street'", so stand es damals geschrieben. Was tun? Ja, im Jahre 1988 musste nun wirklich eine Solotournee her. Amerika ging wegen geringer Jagger-Nachfrage nicht wirklich, also mussten eben Japan, Australien, Neuseeland und Indonesien dran glauben. Und was präsentierte man diesem Publikum für ein Programm? Natürlich Stonessongs, dabei aalglatt poliert von Joe Satriani und Jimmy Rip. Derweil bereiste Keith Richards mit seinen EXPENSIVE WINOS mit großem Erfolg Amerika. Irgendetwas schien da echt aus dem Ruder zu laufen. Mick Jagger lief tatsächlich Gefahr, sich zu blamieren und lenkte nun so langsam wieder in Richtung Keith Richards ein.
Der Rest ist Geschichte. Mit dem Album "Steel Wheels" und der anschließenden Welttournee verwandelten sich die ROLLING STONES von einer Rockband zum Megaact. Mit "Wandering Spirit" schuf dann schließlich auch Jagger im Jahre 1993 seinen Klassiker, was auch Mr. Riffhard eingestehen musste, was ihn aber viel später nicht davon abhielt "Goddess In The Doorway" in "Dogshit In The Doorway" umzutaufen. Auf den "Alfie"-Soundtrack braucht man hier gar nicht erst einzugehen. So gut kann gar nämlich gar keine Musik sein, um einen solch bekloppten und überflüssigen Film aufzuwerten.
Und, was sagt ihr nun? Wie leidensfähig kann der bedauernswerte Mick denn überhaupt noch sein?

"The Very Best Of Mick Jagger" präsentiert uns nun einen Querschnitt aus dem Soloschaffen des sogenannten Oberstone. Über die Songauswahl darf man gerne streiten. Highlights sind sicherlich Memo From Turner vom "Performance"-Movie aus dem Jahre 1968, sowie Checkin' Up On My Baby von den famosen Jagger & RED DEVILS Blues-Sessions von 1992. Mensch, warum wurden diese Aufnahmen nie in Komplettversion offiziell veröffentlicht? Too Many Cooks, produziert von John Lennon, zähle ich selbstverständlich auch noch dazu, obwohl echte Fans über die Bezeichnung "previously unissued recording" hier nur herzlich lachen können. Na ja, wenigstens ist das Bandrauschen weg.
Charmed Life, ein Outtake der "Wandering Spirit"-Sessions ist nichts weiter als eine schlichte Dancefloor-Nummer. Nicht mein Fall aber immerhin was Neues. Hier ist dann auch letztendlich das Problem dieser CD zu finden. Die Macher hätten ruhig etwas "tiefer graben" sollen. Wo ist I'm Ringing, wo sind Liveaufnahmen, z. B. die aus der Webster Hall 1992? Auch über den "Ned Kelly"-Song Wild Colonian Boy hätten sich so manche Fans gefreut. Mit einer schlichten Bonus-CD, gespickt voller Leckerbissen wäre diese Diskussion unnötig geworden.

Womit wir dann bei der Bonus-DVD angekommen wären. Einem recht interessanten Interview folgen neun Clips, beinahe alles wohlbekanntes Material. Trotzdem: Einfach immer wieder köstlich, diesem peinlichen Jagger/Bowie-Auftritt beizuwohnen. Oder schaut euch Let's Work an! So etwas durchgeknalltes sieht man sonst nur beim Kölner Karneval. Die rarste Aufnahme ist hier sicher das Duett mit Peter Tosh, bei dem Jagger allerdings dermaßen uninspiriert und hektisch herumhüpft, als sei ihm gerade eine Patrone im Blinddarm explodiert.

Fazit: Wer noch nichts von Jagger 'Solo' im CD- oder Plattenregal stehen hat, kann mit dem Kauf sicher nichts falsch machen, obwohl eine solche Compilation nur einen stark begrenzten Ausschnitt aus dem Facettenreichtum des wohl größten Rockperformers aller Zeiten präsentieren kann. Das liegt aber in der Natur der Sache bei solchen Veröffentlichungen.

Rainer Peschen, (Artikelliste), 13.04.2008

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