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Glass Shadows

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Fotos: Dieter Ober
Glass Shadows
Glass Shadows, Mostly Autumn Records, 2008
Bryan Josh Vocals, Guitars, Piano, Keyboards, Organs
Heather Findlay Vocals, Piano, Bodhran, Tambourine, Percussion
Olivia Sparnenn Harmony Vocals
Anne-Marie Helder Harmony Vocals, Flute
Andy Smith Bass
Henry Bourne Drums
Gast:
Troy Donockley String Arrangements, Uilleann Pipes, Whistles
Produziert von: Bryan Josh Länge: 55 Min 55 Sek Medium: CD
1. Fireside7. Tearing At The Faerytale
2. The Second Hand8. Above The Blue
3. Flowers For Guns9. Glass Shadows
4. Unoriginal Sin10. Until The Story Ends
5. Paper Angels10. A Different Sky

Aus der Rubrik "Bild war dabei!!!" kann einem eigentlich beim Thema MOSTLY AUTUMN nur die kurzfristig abgesagte Hochzeit von Heather Findlay und Ex-MARILLION-Veteran Fish einfallen. Etwas absurd, was sich da zugetragen hatte. Vielleicht hat Sir Derek William Dick einfach ein paar Mal zu viel das Wort "Fuckin'" in den Mund genommen. Oder vielleicht ging der guten Heather einfach in zunehmendem Maße der kaum zu verstehende schottische Akzent auf die Nerven, zumal sich dieser bekanntermaßen noch verschlechtert, wenn der Hüne sich am Abend mehrere Flaschen Wein einschenkt. Wie dem auch sei, sie hat sich entschieden, zusammen mit Bryan Josh die Prioritäten auf ihr Band-Projekt zu legen.

Bryan Josh Und wie, das kann ich jetzt schon sagen. Josh und Findlay sind die Macher von MOSTLY AUTUMN, das war schon immer so und wird auch so bleiben. Diese Tatsache wird dadurch verstärkt, als dass Liam Davison auch nicht mehr dazugehört. Dafür hören wir auf "Glass Shadows" zwei nigelnagelneue Backgroundsängerinnen.
Bryan Josh genießt bei mir in seiner Eigenschaft als Songwriter und vor allen Dingen als Gitarrist enormes Ansehen. Der Mann ist durch und durch von den Einflüssen eines David Gilmour durchsetzt, und so sind die vielen floydigen Sounds nicht weiter verwunderlich. Keltische musikalische Eingebungen verursachen einen progressiven und folkigen Stil, den man so nicht all zu häufig findet.
MOSTLY AUTUMN machen es einem da auch nicht schwer. Bereits auf "Passengers" wurden wir Zeuge der guten Melodie, und genau da macht die Formation auf ihrem neuesten Studiowerk zu Beginn weiter. Satte und knackige Gitarrenriffs machen bereits den Opener Fireside zu einem Genuss, der eine gehörige Portion an Spielfreude von Seiten der Band vermittelt. Das folgende The Second Hand gehört am Mikro Josh, eine Nummer, in der die Tasten nur so schweben, ohne Haken und Ösen. Findlay und er wechseln sich oftmals mit der Leadstimme ab, damit MOSTLY AUTUMN nicht zur Gänze als die proggige FLEETWOOD MAC-Variante abgehandelt werden.

Heather Findlay Betrachtet man die Lyrics von Flowers For Guns, könnte dies die geschmackvolle Art sein, sich nach einer schmerzhaften Trennung einvernehmlich zu verhalten, nicht nachzutreten und keine schmutzige Wäsche zu waschen. Nach allem was wir wissen, hat sich Mr. Fish auch darauf beschränkt, seine gemachten Erfahrungen lediglich in Form von Musik auf seinem letzten Output "13th Star" zu verarbeiten. Richtig so!
Bei aller guter Musik und an sich keinem einzigen Ausfall sind es für mich 3 Songs auf "Glass Shadows", die besonders markant und somit gelungen sind. Paper Angels geht ans Herz, lässt den Hörer geschmackvoll in eine vom Piano dominierte Ballade eintauchen, während Bryan Josh ein übergeiles Gitarrensolo in das Stück implementiert hat. Above The Blue hat die Frontfrau ihrem im vergangenen Jahr verstorbenen Großvater gewidmet. Sie trägt dies so emotional und ergreifend vor, dass wiederum Gänsehaut beim Hörer entsteht. Hier bringt sich übrigens Gastmusiker Troy Donockley unfassbar gut ein. Und dann gibt es im über 11-minütigen Titelsong Glass Shadows richtig guten Prog auf die Ohren. Da sind sie wieder, die großen PINK FLOYD, Gesangslinien, wie sie eben auch von Gilmour stammen könnten, trocken, tief und cool, verschiedenste Betonungen, insbesondere auf den Klaviertasten, und eine düstere sowie spannende Stimmung, rockig, orgellastig und somit eine absolut gelungene Sache.

Und es bleibt dabei, kein einziger Track ist ein Ausfall. Das Album geht von Beginn bis zum Ende an einen ran, lädt zum wiederholten Hören ein und lässt keinen Zweifel aufkommen, dass die Briten eine wirklich tolle Band sind. Eigentlich müsste man annehmen, dass ihnen mehr Ruhm und Ehre zuteil wird, denn Qualität ist bei MOSTLY AUTUMN stets inbegriffen. Von daher nicht unbedingt überraschend, dass das Ergebnis bei "Glass Shadows" nur lauten kann: Tipp im Home of Rock!

Ralf 'Jogi' Ruhenstroth, (Impressum, Artikelliste), 06.07.2008

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