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| From Hell To Texas, Steamhammer/SPV, 2009 |
| Blaine Cartwright |
Guitars & Vocals |
| Ruyter Suys |
Guitars |
| Karen Cuda |
Bass |
| Jeremy Thompson |
Drums |
| Gäste: |
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| Danko Jones |
Vocals (I'm So High) |
| Produziert von: Daniel Rey |
Länge: 38 Min 49 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Speed Machine | 7. Dead Men Can't Get Drunk |
| 2. From Hell To Texas | 8. Late Great USA |
| 3. Drunk Driving Man | 9. Pray For The Devil |
| 4. Lazy Jesus | 10. Why Why Why |
| 5. I'm So High | 11. Stone Cold Down |
| 6. Ain't Yo Business | 12. Give Me A Hit Before I Go |
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Ein neues Produkt von NASHVILLE PUSSY ist, übrigens sehr ähnlich den Veröffentlichungen von z.B. MOTÖRHEAD oder STATUS QUO, für die Kritiker fast immer eine undankbare Angelegenheit, klingen doch sämtliche Werke letztendlich gleich und bedienen zwar die Zielgruppe, können aber so gut wie nie überraschen, weder positiv noch negativ, außer den Protagonisten gelingt ausnahmsweise eine Sammlung echter Perlen.
Der gemischte Vierer aus Atlanta ist zwar noch lange nicht so saturiert in der Rockgeschichte wie die genannten Inselbands, aber so recht weiterentwickelt hat sich der Krawall der Pussies seit "Let Them Eat Pussy" von 1998 bis zum 2005er "Get Some" auch nicht. Im Gegenteil, speziell bei den - reichlich vielen - Konzerten in den letzten Jahren war der ein und andere Zuhörer denn doch etwas gelangweilt ob der Lärmattacken zwischen punkigen MOTÖRHEAD und rumpelnden ROSE TATTOO. Ein wenig mehr Differenzierung hätte man sich schon gewünscht. Und genau diesem Wunsch ist die Kapelle um Blaine Cartwright mit "From Hell To Texas" nachgekommen; jedenfalls im für Bands dieser Kategorie machbaren Umfang.
Erschrecken muss nun natürlich kein Kuttenträger, NASHVILLE PUSSY haben auf dem Weg aus der Hölle nach Texas (wieso heißt das Album nicht "From Hell To Hell"?) keineswegs ihren Schweinerock verloren, es gibt auch keine großartigen Experimente und neumodischen Kram schon gar nicht, aber - gute Nachricht für die Anhänger des gepflegten Hard Rock - bis auf das nach wie vor ungehobelte Gebrüll Cartwrights ist "From Hell To Texas" beinahe schon Classic Rock; was immer das auch sein mag. Will sagen: Derb und heavy ist die Chose wie gehabt, aber eben auch mit gerade so viel, nun ja, Feingefühl, dass man erkennen kann, dass NASHVILLE PUSSY ein wenig mehr können als immer nur auf die Kacke zu hauen. Ein Sleaze-Blues wie Lazy Jesus geht dem älteren Hörer nun mal besser ins Bein als immer nur RAMONES-Tempo. Angeblich sollen bei dem Song Willie Nelson und Lemmy irgendwo im Background zu hören sein - ich hör nix, aber ich hab auch bei den BEATLES nie Rückwärtsbotschaften gehört…
Inhaltlich bewegt sich "From Hell To Texas" wie üblich knapp jenseits der amerikanischen Prüderiegrenze, ein paar Schweinigeleien, viel Nonsens (Drunk Driving Man, Dead Men Can't Get Drunk, schicke Feger außerdem), Partymusik eben, aber diesmal zu Ende gedachte und komponierte Partymusik, weitestgehend frei von sinnentleertem Dumpfbackengeballer und sogar mit einem "systemkritischen" Text in Late Great USA. Man spürt wohltuend, dass diese Produktion ein wenig länger gedauert hat. Den Mix hat Gordie Johnson besorgt, und der war zuletzt öfter bei GOV'T MULE in den Credits zu finden.
Es ist nicht anzunehmen, dass aus NASHVILLE PUSSY noch eine gediegene Southern Rock Band wird, aber wenn in Pray For The Devil nach zwei Minuten die Handbremse gezogen wird und dann ein hinterhältiger Boogie in mittlerer Groovegeschwindigkeit die Nummer beendet, denkt man kurzzeitig durchaus an MOLLY HATCHET. Einen richtigen Glam-Boogie gibt's mit Why Why Why, sogar mit Klatschen und den Mädels im Chor, das macht Laune. Ähnlich wie Stone Cold Down, das auch von gewissen australischen Bands aus den Siebzigern stammen könnte. Nur Herr Cartwright könnte gesanglich ab und an ein paar Dezibel zurückschrauben, dann wäre der Genuss ein noch größerer. Obwohl, für Give Me A Hit Before I Go tut er das, prompt kommt die Sache gleich noch flüssiger daher. Zwei astreine Gitarren aus der SATELLITES-Schule, eine echte Hookline, hurra, das ist prima. Ein Hit wird's natürlich deswegen nicht, aber live werden die Hosennähte im Ausfallschritt mit Sicherheit einem Belastungstest unterzogen.
"From Hell To Texas" ist tatsächlich eine positive Überraschung geworden, die man/ich NASHVILLE PUSSY so nicht zugetraut hätte. Ausnahmsweise stimmt auch das übliche Blabla von wegen "unsere bisher beste Platte und so weiter". Wenn sich das bei der kommenden Tour ebenfalls niederschlägt, erwarten uns tolle Konzerte und keine dumpfen Dampframmen wie in der Vergangenheit. Diesmal wäre eine Stunde im Doppelpack mit den DIAMOND DOGS garantiert vergnüglicher als noch vor gut drei Jahren.
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