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| Barbares, Quadrifonic, 2009 |
| JP Louveton |
Guitars, Vocals |
| JB Itier |
Drums, Backing Vocals |
| Guillaume Fontaine |
Keyboards, Flute, Backing Vocals |
| Lionel B. Guichard |
Bass, Backing Vocals |
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Länge: 68 Min 00 Sek |
Medium: CD |
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| 1. L.D.I. | 4. L'armée Des Omorcs |
| 2. 19:59 | 5. Faux Semolancs |
| 3. Le Film De Ma Vie | 6. Barbares |
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So langsam könnte es den Franzosen NEMO wirklich gelingen, aus dem Insiderschatten herauszutreten. Zum einen sind sie fleißig. Im Jahr 2000 gegründet, hat die Band zwischen 2002 und heute nun schon das 6. Studioalbum aufgenommen. Hinzu kommt ein Live-Album aus dem Jahr 2005. "Barbares" ist also die Numero 6, und hatte die Formation mit dem Longplayer "Prélude à la ruine" bei mir erste Aufmerksamkeiten erregt, so beinhalteten die beiden Folgealben "Si Partie I" und "II" in der Tat mehr als grandiose Momente.
NEMO gehen trotz aller musikalischer Versiertheit das Risiko ein, dass sie in ihrer französischen Heimatsprache singen. Die klingt logischerweise angenehm, und doch für so manchen Fan im Rocksektor definitiv ungewohnt. Dazu gelingt es der Band auf der einen Seite immer wieder abwechslungsreich, verquer, ja stellenweise sogar jazzig beim Hörer anzukommen, auf der anderen Seite rocken die Jungs dann aber auch wieder so straight und satt, dass alles aus den Fugen gerät.
Mit den ersten Sounds von L.D.I. setzen NEMO musikalisch am 2. Teil der Si Partie-Folge "L'Homme Idéal" an. Gewaltiger, aber trockener und warmer Gitarrensound, durchdringende Synthies, vielerlei Tempi-Wechsel. Und somit verdeutlichen sie bereits im Opener, dass sie vor Ideen nur so strotzen. Da das alles dann auch noch geschmackvoll und irgendwie logisch aneinander gesetzt wurde, erklärt sich die Qualität von alleine. Von daher protzen die Franzosen ganz schön. Dabei kann es sich JP Loeveton sogar erlauben, mehr zu sprechen als zu singen.
"Barbares" ist dieses Mal auch kein Konzeptalbum. Man kann die Kompositionen auf dem Album also durchaus einzeln betrachten. Macht auch Sinn, denn NEMO bündeln in jedem einzelnen Track ihre Stärken neu, verändern ihren Sound zwar nicht, verabreichen uns aber ansonsten eine gehörige Portion an verschiedenen Stilelementen. Da wird in 19:59 der Synthie gegen wohl klingende Pianos ausgetauscht, doch die Band groovt und rockt anspruchsvoll durch die Gegend. Selbst die Bassgitarre sucht und findet ihren Weg durch das Sounddickicht.
Mal ein wenig Ballade (Le Film De Ma Vie), dann stampfender, ausladender Hard Rock in L'armée Des Omorcs. Doch den Obervogel im positiven Sinn und ein Schmankerl für jeden Progfan schießen NEMO mit ihrem 7-teiligen Longtrack Barbares ab. Da bluest es zu tragenden und schwebenden Keyboards, die akustische Gitarre bildet zunächst die Grundlage für den nicht immer ausdrucksstarken und überzeugenden Gesang, folkige Flöten ergänzen den Song auf wunderbare Art und Weise, und schließlich entwickelt sich die Nummer mit zum Besten, was das Genre derzeit zu bieten hat. Rock, Gefrickel ohne Übertreibung, immer mit Melodie und nachvollziehbar, was will man da mehr? Im Gegensatz zu den bisherigen Alben ist es NEMO dieses Mal gelungen, über weite Strecken gleichermaßen gutes Material auf einem einzigen Album zusammenzufassen. Es glänzt noch nicht durchgängig an einem Strang, doch es müsste schon mit dem Teufel zugehen, wenn nicht mit Nr. 7 dann endlich die Hammer-NEMO-Scheibe schlechthin das Licht der Welt erblickt. Ansonsten ist "Barbares" ein wirklich geiles Album geworden.
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