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| Militant Mother, Armageddon Music, 2007 |
| Nicky Gronewold |
Vocals |
| Christos Mamalitsidis |
Guitar |
| Anke Sobek |
Bass |
| Florentin Adolf |
Drums |
| Produziert von: Herman Frank |
Länge: 44 Min 46 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Lost In Time | 7. If (You Can't Have Me) |
| 2. Militant Mother | 8. Lights Are Out |
| 3. We Didn't Start The Fire | 9. Paralized |
| 4. Open Up Your Mind | 10. Paltry |
| 5. Words | 11. I Don't Know |
| 6. Turning In Circles | |
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Gut, dann kriegen NIKKI PUPPET eben doch was sie verdienen. Die erste CD "Puppet On A String" wollte bei uns keiner besprechen, weil der Bandname albern ist, weil der Albumtitel albern ist, weil zwei Frauen rumhüpfen, weil solche Hübschi-Kapellen eh gleich wieder verschwinden, weil anderweitig wild auf die Hype-Tube gedrückt wurde, weil überhaupt und weil wir Deppen sind.
Nikki und ihre Püppchen sind nicht verschwunden, hüpfen folgerichtig immer noch herum und haben jetzt die zweite CD fertig. Die unterscheidet sich nicht sonderlich von der ersten, klingt höchstens etwas souveräner, und geht bestens rein. Und nicht sofort wieder raus. Schau an.
Um das Pflichtprogramm zu erledigen: Ja, Nicky und Anke sind schöne Frauen. Die beiden Kerle sind (angeblich) auch schnuckelig, damit das weibliche Fanvolk was zum glotzen hat. Proporzdenken allerorten.
Wir erfahrenen Menschen wissen natürlich, dass gutes Aussehen alleine nicht hilft. Du musst hässlich sein, gemein und so versaut wie Britney, dann klappt es auch mit der Yellow Press. Ach so, das ist ein anderes Thema, NIKKI PUPPET machen schließlich Musik. Wie war gleich noch mal die Formel für erfolgreiche Musik? Du musst gut sein? Neee, das war's nicht. Du musst anders sein und ansprechende Songs haben? Sekunde, schnell Bohlen anrufen und nachfragen.
So, zurück. Bohlen sagt: "Ey Mann, du singst so scheiße, bist im Recall". Wer hat hier gesungen?!?
Vielleicht helfen doch Talent und ein paar Mentoren im Hintergrund? Haben N.P. beides, zweites namentlich in Herman Frank (u.a. VICTORY) als Produzenten und Sabina Classen (HOLY MOSES) als Labelmanagerin. Und die beiden kennen sich nun beileibe aus.
Sucht man Vergleiche in der Musikwelt - jede Band will schließlich kategorisiert werden -, kann man sich bedenkenlos an so ziemlich jeden Heavy-Act mit einer Frontfrau halten. Das impliziert nicht, dass hier bei WEINHOLD, aka ZED YAGO, SKEW SISKIN, SKUNK ANANSIE oder den GUANO APES geklaut wird, man schippert nur in ähnlichen Gewässern. Nicky Gronewold verfügt dabei nicht über eine Killerstimme wie weiland Jutta Weinhold, besticht jedoch durch Wandlungsfähigkeit und Ausdruck. Zwischen mystisch, bitchy, fies und fordernd hat die Schwarzhaarige eine beträchtliche Bandbreite. Die Militant Mother nimmt man ihr ab.
Überhaupt ist Glaubwürdigkeit bei NIKKI PUPPET ein Thema. Freilich wird sich in Szene gesetzt, natürlich wird das eine und andere Klischee nicht ausgelassen, aber offenbar ist die Band geerdet genug, um Verdächtigungen a la "Sex sells" aus dem Weg zu gehen. Dafür sorgt nicht unmaßgeblich Christos Mamalitsidis mit seinen Songs und beachtlichem Gitarrenkönnen. Dem hört man gerne zu, vor allem wenn so schön tiefergelegte Ohrwürmer wie Words dabei rumkommen.
An Billy Joels We Didn't Start The Fire Hand anzulegen ist mutig, die Nummer gehört zu den besten Popsongs aller Zeiten, rauscht aber im Heavy-Schraddelstil mit klasse Rock & Roll-Solo wirklich vergnüglich ab. Toller Chorus auch.
Noch ein Wort zum Sex. Ist schon mal jemandem aufgefallen, dass Lemmys Sound sexy ist? Wohl würde Lemmy nicht einfallen sich Basspüppi zu nennen (obwohl es den Spaß wirklich wert wäre - "I'm Basspüppi and the next song is Bomber" - harharhar), aber die junge Anke nähert sich in ihrem Spiel durchaus an den swingenden Betonsound von Dr. Warze an.
Ein paar Lückenfüller haben sich auf "Militant Mother" eingeschlichen, so kommt Turning In Circles trotz furiosem Solo nicht wirklich auf Touren und If (You Can't Have Me) rockt irgendwie ziellos umher. Der Rest der Dreiviertelstunde ist astreiner Heavy Rock zwischen Tradition und Moderne. Ein Höhepunkt ist dabei Paltry, mit Tiefdruck, Pop-Appeal und spacigen Gitarrensounds.
Scheint irgendwie, als ob uns diese Art Musik noch eine Weile erhalten bleibt. NIKKI PUPPET machen jedenfalls eine ganze Menge untauglicher Trendreitereien anderer Kapellen mit ihrem handfesten Rock wett.
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