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Rock'n'Roll Sexgott

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Unser Disclaimer
Rock'n'Roll Sexgott
Rock'n'Roll Sexgott, Phoenix Records, 2005
Chris Laut Hals, Bass, Harp
Stefan Lehmann Trommeln, Lala
Dennis Henning Gitarren, Lala
Länge: 58 Min 57 Sek Medium: CD
1. Rock'n'Roll Sexgott7. Energie
2. Immer Rock'n'Roll8. Zum rocken geboren
3. Bist du glücklich?9. Schmetterling
4. Ein allerletztes Mal10. Der Scheck ist in der Post
5. So laut wie ich kann11. Alles nur aus Plastik
6. Medizin12. Tür zu!

Mein Freund der Baum ist tot, er fiel im frühen Morgenrot...
Wat n Glück, mein OHRENFEINDT lebt noch.
In den vergangenen fünf Jahren hat es der eine und andere Leser mitbekommen, mit irgendwelchem Intellektscheiß braucht man mir nicht kommen, Musik ist zur Unterhaltung da und nicht zur Hebung unterirdischer Intelligenzquotienten. Natürlich, das Sprichwort "dumm fickt gut" ist völliger Blödsinn, aber weder Frau noch Kerl noch Musiker braucht mir bei Getränk und Spaß die Relativitätstheorie und den Weltuntergang erklären. Diese einfachen Fragen des Lebens erklären sich eh von selbst, geiler Rock & Roll macht mich nämlich relativ glücklich - und zwar praktisch und nicht nur in der Theorie.
Die Frau mit dem toten Baum hieß Alexandra, war eine traurig dreinblickende Schöne, trällerte dummen deutschen Schlager und knallte 1969 final mit einem LKW zusammen. Chris Laut, Frontnachtigall und Bassist von OHRENFEINDT, ist schwer tätowiert, brüllt lustige Lieder vom Rock'n'Roll Sexgott und ist auch ansonsten ziemlich heavy unterwegs: Trinkt nicht, raucht nicht, spricht möglicherweise sogar mit den Blumen auf seiner Fensterbank und findet es gut, wenn sich Petra aus Walsrode vor der Bühne obenrum frei macht. Also ehrlich... mir ist der Herr Chris deutlich lieber als ne kaputte Schlagermaus.
(Wie komm ich eigentlich auf die Trulla? Wer hat an der Uhr gedreht? War das letzte Bier nicht gut?)

"Rock'n'Roll Sexgott" ist also die zweite Scheibe der Hamburger Drei-Mann-Kapelle OHRENFEINDT. Der Schlagwerker und der Gitarrenmann sind neu - was der Band so gar nicht geschadet hat - aber ansonsten ist alles unverändert geblieben. Genau wie auf dem nach-wie-vor-in-meinem-Player-Dauergast Debut "Schmutzige Liebe" brummt der Rock und rollt der Boogie, es knallt und kracht, AC/DC und ROSE TATTOO haben ihre Nachfolger gefunden, die deutschen Texte sind so herrlich unpeinlich, dafür passgenau einmal lustig und einmal echt und das Cover ist beinahe genial. Fertsch, viel mehr braucht man über "Rock'n'Roll Sexgott" nicht sagen.

Ach ja, doch, da wär noch was. Eines haben die Hamburger uns Bayern voraus, sie sprechen Rock'n'Roll so herrlich aus, dass es wie Roggnroll klingt. Irgendwie erotisch, rrrrr. Hannes Bauer (der von BAUER, GARN & DYKE) und Udo können/konnten das auch.

Und noch einer. Das Scheibchen ist ausgesprochen fett produziert und Gitarren-Langhaardackel Dennis Henning lässt einen ganzen Sack ziemlich erbaulicher Töne rüberwachsen. Hört man nicht alle Tage.

Es ist niemals zu laut, Du bist höchstens zu alt!

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 06.01.2006

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