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Black Sun

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Black Sun
Black Sun, Nuclear Blast, 2002 (VÖ: 29.04.2002)
Ralf Scheepers Vocals
Mat Sinner Bass, Vocals
Stefan Leibing Guitars
Klaus Sperling Drums
Henny Wolter Guitars
Produzent: Mat Sinner & Achim Köhler Länge: 57 Min 01 Sek Medium: CD
1. Countdown To Insanity (1:43)8. Magic Eye (5:16)
2. Black Sun (4:01)9. Mind Machine (5:36)
3. Armageddon (4:05)10. Silence (4:39)
4. Lightyears From Home (4:40)11. We Go Down (5:52)
5. Revolution (4:02)12. Cold Day In Hell (4:10)
6. Fear (4:19)13. Controlled (3:36)
7. Mind Control (4:58)

Die Iron Eagles heben wieder ab.
Mit ihrem vierten Output "Black Sun" setzen Primal Fear zum großen Sprung an.
Was anfänglich nur als Side-Projekt von Bassist Mat Sinner gedacht war, entwickelte sich mittlerweile zu einer der wichtigsten deutschen Metal-Bands. Mit Neuzugang Henny Wolter (ex-Thunderhead) gelang den Esslingern zudem ein wahrer Glücksgriff.

Ein Unterschied zu den bisher veröffentlichen Alben fällt bereits nach dem ersten Hören auf. "Black Sun" ist wesentlich abwechslungsreicher als seine Vorgänger. Zwar dreht sich ein Großteil der Texte wieder um den Kampf "Gut gegen Böse", in dessen Mittelpunkt erneut die Adler (Iron Eagles) als Synonym für das Gute und die Stärke stehen.
Im Vordergrund der Kompositionen stehen jedoch fette Gitarren, die sich stampfend und donnernd ihren Weg bahnen. Wobei der Gesang ganz bewusst in die zweite Reihe gerückt wurde und gekonnt in die Gitarrenwände eingebettet ist.
Dennoch verleiht die kraftvolle Stimme von Ralf Scheepers den Stücken immer wieder eine besondere Note. Der Ex-Gamma Ray-Fronter gehört schon seit längerem in die Oberliga der Shouter und kann getrost in einem Atemzug mit Größen wie Bruce Dickinson oder Rob Halford genannt werden.

Unter den dreizehn Stücken befindet sich, meiner Meinung nach, kein einziger Ausfall. Zudem sind mit den Midtempostücken Magic Eye und Silence zwei echte Sahnehäubchen mit Hitpotential auf der Scheibe vertreten.
Aber auch Power-Metal-Granaten wie We Go Down - dem schnellsten Stück - oder der Titeltrack wissen zu gefallen.
Auffällig erscheint außerdem, dass alle Stücke sehr rau rüber kommen und so klingen, als ob sie live eingespielt wurden.
"Black Sun" ist eindeutig weniger Priest-lastig wie seine Vorgänger, was der Band mehr Eigenständigkeit bestätigt.

Aufgenommen wurde der Silberling unter der Regie von Mat Sinner und Achim Köhler, im bewährten House of Music-Studio, in dem schon die vorherigen Produktionen entstanden sind. Zusätzlich nutzte man einen 14-tägigen Besuch im Sonic Ranch Studio in El Paso/Texas, um das vorhandene Material in aller Ruhe und Abgeschiedenheit mischen zu lassen.

Eine so starke Veröffentlichung hätte ich, ehrlich gesagt, von den Esslingern nicht erwartet.

Frank - Harry - Hameister , (Artikelliste), 10.06.2002

Wahrlich keine leichte Aufgabe für PRIMAL FEAR einen adäquaten Nachfolger des Erfolgsalbums "Nuclear fire" zu präsentieren.
Ich will auch gar nicht verhehlen, dass ich meine Zweifel hatte, ob dies überhaupt machbar sei. Immerhin hatte mich Schlagzeuger Klaus Sperling, den ich am Rande des DEMON-Konzerts in der Rockfabrik traf, vorgewarnt. 'Hör es dir einfach mal an, du wirst überrascht sein!'

Kläuschen sollte recht behalten. Schon nach den ersten Durchläufen besteht kein Zweifel: "Black sun" übertrifft sogar noch das von mir so hoch geschätzte "Nuclear fire"-Album.

"Black sun" ist mit Abstand das bislang extremste PRIMAL FEAR-Album.
Die Band sucht mutig die Grenzbereiche ihres Sounds auf und überschreitet diese dann. Wenn gerockt wird, dann streckenweise heftiger als je zuvor, aber das Pendel schlägt auch in die entgegengesetzte Richtung aus und beschert uns die melodischsten Songs der Bandgeschichte.
Die Riffs kommen schärfer als bisher, die Hooklines sind noch griffiger (Vorsicht: Ich bin schon morgens mit der Melodie von Silence im Kopf aufgewacht) und das überaus variable Songwriting versetzt den Hörer immer wieder aufs Neue in begeistertes Erstaunen.

Auffällig ist, dass sich verstärkt leicht thrashige Gitarrenriffs in einigen der Kompositionen wiederfinden. Fear und der Rausschmeißer Controled sind definitiv die härtesten Nummern, die die Band bisher aufgenommen hat und werden von beeindruckendem Highspeed-Drumming getragen.
Trotzdem wird hier nicht einfach straight drauf los geholzt. Dazu sind die Riffs zu extravagant, ja fast schon progressiv und PRIMAL FEAR wären nicht PRIMAL FEAR, wenn die Melodien zu kurz kommen würden.

Genau anders herum verhält es sich, bei den vordergründig eher melodischen Nummern wie Magic eye oder Silence. Diese Nummern leben zwar von ihren eingängigen Refrains, aber Vorsicht: Auch hier hat die Band einige scharfe 'Hallo wach!-Riffs' eingebaut, die aufhorchen lassen.

Zudem tritt zumindest bei mir auch noch das Number of the beast-Syndrom auf. Fragt bitte nicht nach meinem Lieblingssong auf "Black sun", und wenn ihr trotzdem darauf besteht, dann seid euch gewiss, dass ihr fast jedes Mal eine andere Antwort erhalten werdet. So ziemlich jeder der zwölf Tracks - ich erlaube mir das Intro Countdown to insanity und den sich direkt anschließenden Titeltrack zusammen zu fassen - kommt dafür in Frage, neben den bereits erwähnten vor allem Light years from home, We go down und Mind machine, bei dem sich Mat Sinner und Ralf Scheepers die Leadvocals teilen.

Mit "Black sun" erfinden PRIMAL FEAR den melodischen Power-Metal zwar nicht neu, aber sie heben diese Musik auf ein neues Qualitätslevel, aufregender und abwechslungsreicher als je zuvor.
Bei den Alben des Jahres wird diese Scheibe bei mir ganz weit vorne mit dabei sein.

Martin Schneider, (Impressum, Artikelliste), 10.06.2002
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