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| The Enemy Inside, ProgRock Records, 2010 |
| Sean Entrikin |
Guitars |
| Jackson Heskett |
Vocals |
| Chris Quirarte |
Drums, Percussion |
| Smiley Sean |
Keyboards |
| Rob Young |
Bass |
| Gäste: |
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| Neil McQueen |
Keyboards |
| Produziert von: Prymary |
Länge: 57 Min 02 Sek |
Medium: CD |
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| 1. The Enemy Inside Part 1 | 6. Inflicted |
| 2. The Enemy Inside Part 2 | 7. Disillusion |
| 3. The Enemy Inside Part 3 | 8. Edge Of Discovery |
| 4. The Enemy Inside Part 4 | 9. Trial And Tragedy (Euthanasia, The Genius Of Man, Altruism, The Great Equalizer) |
| 5. The Enemy Inside Part 5 | |
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Es gibt Dinge, die müssen sich entwickeln, damit man sie in seiner ganzen Größe und Komplexität erfassen kann. Manche Dinge sind allerdings so groß, dass man sie sehr lange liegen lassen muss. Das wiederum kann dazu führen, dass sie in Vergessenheit geraten. Wenn man sie dann wiederentdeckt sind sie entweder belanglos geworden oder aber fesseln, packen und lassen einen nicht mehr los.
So ist es mir mit "The Enemy Inside" von PRYMARY gegangen. Die Scheibe liegt schon seit Monaten bei mir rum. Als ich sie die ersten Male gehört habe war sie mir zu sperrig, obwohl die Genialität durchaus zu erkennen war. Aber das Komplexe sorgte dafür, dass sich der aktuelle Output der Kalifornier zu einem "Feind in meinem Inneren" entwickelte.
Als ich 2003 zum ersten Mal etwas von dieser Combo gehört habe war ich hin und weg und prognostizierte, dass sich DREAM THEATER warm anziehen müssen, damit die Nachfolger (und dazu zählen auch PRYMARY) sie nicht in Kürze vom Thron stoßen! Nun, das ist noch nicht geschehen, aber dieses Fünferfrickelkombinat nimmt einen neuen Anlauf. Vorab hat man noch den markanten Posten des Sängers seit der letzten Veröffentlichung ausgetauscht, einen neuen Bassisten eingestellt und so runderneuert fünf (bis neun - je nach Betrachtungsweise) massive Riffgebirge ins Plastik gebrannt.
War das durchgehende Konzept bei "The Tragedy Of Innocence" das Thema Kindesmissbrauch, geht es beim aktuellen Dreher um unerfüllte Träume und Selbstzerstörung - eben um die Feinde in einem selbst. Somit ist kein durchgehendes Konzept mehr im Sinne einer Story gegeben, vielmehr bilden die einzelnen Songs das Gesamtgefüge. Zum Einstieg serviert uns das Quintett gleich eine Lehrstunde des Progressive Metals. Warum sie allerdings den Titeltrack gleich an den Anfang stellen und in fünf einzelne Parts zerhacken erschließt sich mir nicht ganz. Das hätte man dann konsequenterweise auch mit dem Abschlussstück machen sollen - denn immerhin besteht es in sich auch aus vier Teilen. Aber das sind Nebensächlichkeiten.
Was als erstes auffällt, ist die Tatsache, dass Sean Entrikin und seine Jungs am Härtelevel gedreht haben. Der Vorgänger war jetzt auch nicht im Softrock-Bereich angesiedelt, aber auch nicht so heftig wie das aktuelle Machwerk.
Zurück zum Titelsong. Schon der instrumentale Einstieg Part 1 legt die Marschrichtung für die folgende knappe Stunde fest. Sobald es in Part 2 übergeht, weichen die Gitarren den Keyboardsounds und lassen der Stimme Raum. Die ist etwas gewöhnungsbedürftig, aber annehmbar. Interessant sind die Schlagzeugspuren in dem Lied, die irgendwie gar nicht so richtig zum Rest des Songs passen wollen. Im Refrain setzen dann wieder die Gitarren mit ihrer Urgewalt ein und treiben das Stück nach vorne. Dann noch ein chorischer Gesangspart und wir befinden uns nach ein paar weiteren musikalischen Ausflügen durch das SYMPHONY X-Revier in Part 3. Der Glaube, dieser Part könnte sich zu einem groovenden Headbanger entwickeln, wird schnell pulverisiert. Hart wechselt sich mit tragend ab. Part 4 beginnt so überraschend, wie das flitzeschnelle Gitarrensolo davor geendet hat. Höre ich da MARILLION? Wer's nicht glaubt, wird überrascht werden. Logisch, dass man nicht in der düsteren Melancholie der Briten verweilt und schnell wieder die Axt kreisen lässt, um zu den letzten 2:15 Minuten auszuholen und damit die staunenden Ohren in ein Gemisch aus tragenden Sounds und solierender Gitarre zu entlassen. Inflicted beginnt mit einem MEGADETH-Riff, erholt sich davon allerdings schnell und schwingt sich auf zu SYMPHONY X-Sphären. Disillusion beginnt mit einem donnernden Schlagzeuggewitter, fordert die Gitarre zum METALLICA-schen Spiel heraus, gibt dem Tastenmann die Möglichkeit zu zeigen, dass er mit seinen Sounds genauso um sich werfen kann, wie Jordan Rudess. Edge Of Discovery beginnt mit sphärischen Keyboardklängen, die nach knapp 20 Sekunden von dem Rest der Band in Grund und Boden gespielt werden. Kurz vor des Sängers Einstieg bilden alle gemeinsam ein abgerundetes Gesamtbild.
Ich staune und frage mich, warum ich mich mit dieser Veröffentlichung so schwer getan habe. Es ist aber auch wirklich nicht so einfach, diesen Jungs aufmerksam zu folgen.
Trial And Tragedy startet mit einem finalen Gitarrensolo, einer Mischung aus BARCLAY JAMES HARVEST meets METALLICA. Die Freudentränen in den Augen werden immer mehr. Die letzten 20 Minuten fordern noch mal heraus und zeigen die Band in Hochform. Abwechslungsreich, spannend und auf keinen Fall langweilig. Es geht schnell zur Sache, mal hart, dann plötzlich wird es wieder spannungsgeladen ruhig, die Gitarre begibt sich auf Reise in den PINK FLOYD-Kosmos um kurz danach die Röhren des Verstärkers wieder glühen zu lassen. Diese Scheibe und in besonderem das Abschlussstück sind rundum perfekt. Der Abstand zu den Königen des Prog-Metal ist mit "The Enemy Inside" auf ein Minimum zusammengeschmolzen.
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