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| The Cosmos Rocks, EMI Music, 2008 |
| Roger Taylor |
Drums, Vocals |
| Brian May |
Guitars, Vocals |
| Paul Rodgers |
Vocals |
| Gast: |
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| Taylor Hawkins |
Background Vocals (C-lebrity) |
| Produziert von: Brian May, Paul Rodgers & Roger Taylor |
Länge: 58 Min 48 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Cosmos Rockin' | 8. Voodoo |
| 2. Time To Shine | 9. Some Things That Glitter |
| 3. Still Burnin' | 10. C-lebrity |
| 4. Small | 11. Through The Night |
| 5. Warboys | 12. Say It's Not True |
| 6. We Believe | 13. Surf's Up … School's Out! |
| 7. Call Me | 14. Small Reprise |
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Crosscheck bedeutet, dass sich die gesamte Redaktion auf eine Veröffentlichung stürzt, um sie nach bestem Wissen und Gewissen so subjektiv wie nur irgend möglich und nach persönlichem Geschmack zu bewerten. Die Bewertungsskala ist hierbei selbstverständlich so ernst gemeint wie die gesamte Idee des Crosschecks:
Note 1: Genial
Note 2: Optimal
Note 3: Neutral
Note 4: Banal
Note 5: Egal
Note 6: Katastrophal
Bei einer Konsens-Band wie QUEEN ist dies natürlich etwas schwieriger, denn so gut wie jeder Hörer/Leser/Redakteur hat mit der (alten) Band einen nennenswerten Teil seines Lebens verbracht - und hat dementsprechend seine eigenen Erwartungen. Deswegen gibt es bei diesem Crosscheck weniger Unverständnis für die Musik, als vielmehr Kritik oder Lob an der Ausführung. Uns hat es Spaß gemacht, Euch hoffentlich auch.
Wir schreiben das Jahr 1991. An einem düsteren Novembermorgen erreicht die Nachricht vom Tode Freddie Mercurys die Welt. Für den Schreiber dieser Zeilen brach ebenselbige zusammen, denn immerhin war der beste Live-Performer der Rockwelt soeben verstorben, nachdem er einen Tag zuvor von seiner AIDS-Erkrankung berichtet hatte.
Wir schreiben das Jahr 2004 und der Schreiber dieser Rezension sitzt daheim vorm TV um dem Auftritt von Brian May und Roger Taylor anlässlich der Promo für das QUEEN-Musical "We Will Rock You" in Köln bei "Wetten, dass...?" entgegenzufiebern. Thomas Gottschalk hat leichte Probleme, die Zuschauer im Saal unter Kontrolle zu kriegen, als Teile der Musicalbesetzung und die beiden Bandmitglieder We will rock you anstimmen und den Chorus länger als geplant singen lassen. Nach absolvierter Promoarbeit die Frage des Moderators an Brian May, ob es sein könnte, dass man QUEEN noch mal live on stage sehen könnte - ohne Freddie Mercury versteht sich. Brian May kündigt daraufhin eine Tournee für das folgende Jahr auch durch Deutschland an, was augenblicklich Freudentränen in des Schreibers Augen treibt. Die bange Frage allerdings: Wer wird als Sänger fungieren? Viele sind im Gespräch. Von Robbie Williams über George Michael bis hin zu Gary Cherone von EXTREME geistern die Namen durch die Welt. Und was machen die beiden Urmitglieder? Überraschen die Musikwelt mit einem Sänger, der weder von Stimmlage noch Charisma ansatzweise an seinen Vorgänger reichen kann: Paul Rodgers, Frontmann der ad acta gelegten FREE und BAD COMPANY.
Entsprechend enttäuscht verließ ich seinerzeit die Dortmunder Westfalenhalle, hatte ich mir doch großartigeres vorgestellt. Was ich präsentiert bekam war lediglich eine - wenn auch extrem gute - Coverband der größten Rockband aller Zeiten. Schade um das viele Geld.
Dann die nächste Überraschung, als Anfang des Jahres die Nachricht durchs Internet geistert, dass man in der Besetzung QUEEN + Paul Rodgers dieses Jahr eine Studioscheibe auf den Markt schieben möchten. Diese liegt nun vor mir und hat schon einige Runden gedreht.
Was soll ich sagen? Das ist nicht QUEEN! Was hier aus den Boxen kommt, ist ein solides Rockalbum mit diversen Längen, aber nicht QUEEN! Hier sind keine Klassiker wie auf "A Kind Of Magic" zu finden, kein zweites "A Night At The Opera", keinerlei großartige Hymnen wie Innuendo oder Somebody To Love. Stattdessen eine Scheibe, die unter dem Namen "Brian and his fabulous Cosmicrockers" wahrscheinlich kein Mensch aus dem Laden mit nach Hause nehmen würde. Hier wurde in meinen Augen der Name QUEEN lediglich aus Marketingzwecken verwendet, damit wieder ein paar Eurönchen auf das Konto der Musiker fließen.
Dabei fängt die Scheibe sogar sehr viel versprechend an. Kann man doch in dem Opener und gleichzeitig Titeltrack schon gewisse Anleihen an vergangene Tage wieder finden. Ein verstecktes One Vision in der Eröffnung und gute Riffs mit Ohrwurmmelodie im Refrain. Mit dem folgenden Time To Shine legt man gleich nach und lässt Paul Rodgers die Grenzbereiche seiner Stimme entdecken.
Bei Still Burnin' fängt es langsam an peinlich zu werden, wenn man zu der Textzeile "Still burnin' / Still yearnin' / Still turnin'" im Verlauf des Liedes den Groove und Rhythmus von We Will Rock You aufnimmt, um dann zu proklamieren: "Rock'n'Roll never die". Das ist peinlich.
Mit Small folgt ein Track, der auch von Sir Paul McCartney hätte stammen können. Warboys rockt, ist aber auch nicht der Abräumer. We Believe ist eine der typisch ruhigen Nummern, wie man sie von QUEEN kennt, kann aber mit der Stimme von Paul Rodgers auch nicht als Nummer der ehrwürdigen Band durchgehen. Beim folgenden Call Me wird krampfhaft versucht nicht wie Somebody To Love zu klingen.
Bei Voodoo hatte ich die Hoffnung, dass jetzt endlich Brians Gitarrenspiel richtig zur Geltung kommt. Aber der Song schleicht so vor sich hin und kommt trotz Solo nicht richtig in Fahrt, eher driftet er in seichte Gefilde ab, um dort zu versacken. Bei Things That Glitter fehlt mir dann so langsam das Verständnis für diese Geschichte.
C-lebrity ist die erste Singleauskopplung und ließ Gutes hoffen. Immerhin schleicht man hier zart an "A Kind Of Magic"-Zeiten ran, ohne diese je ganz zu erreichen. Through The Night ist eine schöne Gitarren-/Klavierballade, hat aber auch nicht das Zeug zum Klassiker. Mit der fast letzten Nummer Say It's Not True zeigt Roger Taylor, dass er tatsächlich nicht zum Sänger geboren wurde und das abschließende Surf's Up ... School's Out! kann die ganze Chose auch nicht mehr retten, zumal diese wirklich nicht zu QUEEN passt.
Was mir auf dieser Scheibe zur "echten" QUEEN-Scheibe fehlt sind einige Sachen: Zum einen der traumhaftschöne Harmoniegesang, der die Band damals ausmachte. Außerdem kommt mir dieser typische und nur bei QUEEN so vorhandene Gitarrensound viel zu kurz. Dann rockt die Scheibe nicht richtig, was ich eigentlich - vor allem nach den Soloscheiben von Brian May - schon erwartet hatte. Live zeigen die Mannen doch auch, dass sie es noch verstehen, die Hallen in Grund und Boden zu legen. Mit dieser Scheibe wollen sie den Kosmos rocken, ich finde, es reicht nicht mal, um mein Wohnzimmer durchgehend zu rocken.
Ich bleibe bei dem, was ich weiter vorne schon geschrieben habe: Würde diese Scheibe von einer unbekannten Band veröffentlicht, kein Schwein würde sich dafür interessieren. Lieber eine Soloscheibe von Brian May oder Paul Rodgers - und QUEEN Geschichte werden lassen, die ohne Freddie Mercury einfach nicht mehr wieder belebt werden kann.
Note 4
Kein Wort an dieser Stelle über die Verwendung des Markennamens QUEEN, das ist einzig und allein Sache von Roger Taylor und Brian May - und die haben alles Recht der Welt auf diesen Namen. Ebenfalls kein Mucks zu einem Vergleich von Paul Rodgers mit Freddie Mercury. Es wurde und wird viel zuviel darüber gestritten, dabei ist die Sache müßig, denn die beiden sind nicht nur stimmlich so grundverschieden, dass man genauso gut die berühmten Obstsorten Apfel und Birne vergleichen könnte. Die einzige Frage ist, ob May, Taylor und Rodgers noch den Mumm für eine richtig gute Platte haben, denn wer so heißt, hat die Latte per se verdammt hoch hängen und kann eigentlich nur verlieren. Jedenfalls wenn er unter alter Flagge segelt.
Lange genug hat die Fertigstellung gedauert, manche haben schon von einem zweiten "Chinese Democracy"-Treppenwitz geunkt, die erste gemeinsame Tour war trotz aller Wiedersehensfreude eine letztendlich nostalgische Veranstaltung und so gut wie alle Fans waren skeptisch ob einer neuen CD. Nun ist sie da, heißt "The Cosmos Rocks" und spornt zigtausende Hobbykritiker in den Foren dieser Welt zu mehr oder weniger sinnvollen Unmuts- oder Beifallsbekundungen an. Was haben diese Leute erwartet? Noch eine "Night At The Opera", einen "Day At The Races" oder ein gedoptes Bicycle Race? Die ganz vermessenen Kandidaten vielleicht sogar das neue All Right Now?
Tja, wir haben inzwischen 2008 und es soll Traditionalisten geben, die ihre alten Platten nach wie vor lieben und verehren und trotzdem heiß auf neuen Stoff sind, sogar auf die "Gefahr" hin, dass der nicht deckungsgleich mit den alten Heldentaten ist. Die anderen können ja zu irgendwelchen Coverbands gehen oder sich die Augen beim Musical ausweinen. Wir denken über "The Cosmos Rocks" nach, um es wie jedes andere Album einer jungen, alten oder sehr alten Band zu bewerten.
Direkt am Anfang: Der Titelsong ist wohl das geilste Stück Hard Rock der letzten Zeit. Null Innovation, null Modernität, beim Gitarrenintro wartet man auf einen Sänger, der "Here I stand - Look around around around around - But you won't see me - Now I'm here" zelebriert, doch es kommt ein wenig anders. Cosmos Rockin' verlangt am Schluss nicht nach "Go go go little queenie", sondern skandiert "We got the whole house/town/world/cosmos/universe rockin'". Alles im Namen der mighty power of Rock & Roll. Göttlich, grandios, ein Song für die Boogie-Hall of Fame. Wer nicht unbedingt breitbeinig headbangen will, könnte die Nummer eventuell als banal bezeichnen, hat aber höchstens den Sinn und keinesfalls den Spaß des Lebens verstanden.
Brian Mays Reminiszenz an Now I'm Here ist übrigens nicht das einzige Selbstzitat, aber wer May und seine Intelligenz und vor allem seinen Humor kennt, weiß, dass er das nicht mangels Ideen sondern bewusst und mit hart arbeitenden Lachfalten getan hat.
Kaum goutiert man nickend Time To Shine, bekommt man auch schon den Tribut an Rodgers' Vergangenheit. So tief im Bluesrock gründelnd hat man May nie gehört, Taylor lässt die Trommeln donnern und Still Burnin' shuffelt "free" dahin. Die Herren befinden sich ganz eindeutig in schlechter Gesellschaft. Meiner nämlich. Bad bad company 'til the day I die. Auch hier werden manche Menschen sagen, dass ein Statement wie "Rock & Roll never die" abgeschmackt ist. Völlig richtig, aber wenn es so überzeugend wie hier kommt, leben alle Beteiligten noch eine ganze Weile.
In nur zwei Songs haben die drei Sirs also ihre Historie aufgearbeitet. QUEEN, FREE, BAD COMPANY plus Soloschaffen in wenige Minuten komprimiert. Und das auch noch so, dass man sich keinesfalls erbrechen müsste, im Gegenteil, so vergnüglich hat das bisher noch keine Legende getan. Aber eine Langspielplatte besteht aus mehr als zwei Liedern.
Small ist die erste Ballade und Paul Rodgers klingt ernsthaft nach Paul. McCartney zwar, aber das schöner als Macca es seit den WINGS noch vollbracht hätte. We Believe funktioniert zu Beginn ähnlich, hat aber den klassischen QUEEN-Hymnencharakter und dazu noch einen Funken You're The Voice von Farnham.
"Call me if you need my love". Was für ein Macho-Statement. Auch diese Töne, vor allem die von May, hat man schon gehört, macht aber nix, im Text heißt es schließlich: "You got my name, you got my number", und beides haben wir seit vielen vielen Jahren. Ein Schelm, der hier angehörs der unnachahmlichen May-Gitarre an ein verrücktes kleines Ding namens Liebe denken würde.
Liebe Güte, es gibt keinen Schwachpunkt auf "The Cosmos Rocks", bis auf die Ballade Through The Night, die letztendlich doch recht langweilig ist. Das alles ist durchkomponierte Qualitätsrockmusik von grandiosen Musikern, die ihrem Tun neben aller Professoralität und technischer Perfektion auch noch Leben einhauchen. Wie oft bekommt man das heutzutage noch?
Der Teufel (bzw. der Soundingenieur) weiß, ob das Rauschen des Verstärkers auf Voodoo echt ist, aber es kommt so authentisch, dass Gary Moore einmal mehr wie ein Klon aussieht. SO spielt man populären Blues für Menschen, und nicht nur für Hausfrauen.
"The Cosmos Rocks" bekommt nur aus einem Grund die Bestnote 1 (genial) nicht, weil We Will Rock You und die anderen Rock And Roll Fantasy-Geschichten schon vor Jahrzehnten geschrieben wurden. Deswegen die Note 2. Ein Hammeralbum, großes Vergnügen, absolute Befriedigung für den Rocker, aber auch den Balladenfreund.
Das ist nicht QUEEN - zu keinem Zeitpunkt, weder musikalisch noch solistisch noch sonst wie (mit der Ausnahme, dass Roger Taylor genauso einfallslos an den Drums ist wie vorher). Das ist auch gut so, denn sonst könnte man verleitet sein, QUEEN-Maßstäbe anzulegen.
Die einfache Frage also, rockt die May-Rodgers-Taylor Band den Kosmos, lohnt sich die Zeit, die man investieren muss, um mit der CD warm zu werden? Die einfache Antwort: Nicht meinen Kosmos.
Ganz kurz Track-by-Track:
Cosmos Rockin' - Rock'n'Roll. Ok.
Time To Share - da blitzt U2 auf. Ich mag schon das Original nicht, finde das Geschrammel von The Edge unerträglich, und ein Refrain wie hier "Raise up your mihihihindddd": unterirdisch.
Still Burnin' - Rock'n'Roll never dies? Doch, wenn der Song im Mid-Tempo mal eben so ins Ziel shuffelt, schon. Kein vernünftiger Refrain, konturloses Songwriting, aber eine verschärfte Wah-Wah von Mr. May. Der Teil ist ok, die Harmony-Vocals hat allerdings Brian Mays Sohn im Musikunterricht geschrieben. Der Witz hier ist, dass May wohl irgendwo gesagt hat, sie hätten mit Paul Rodgers über den Harmoniegesang gesprochen, und er hätte nicht gewusst, was das ist. Das weiß er hiernach aber immer noch nicht.
Small - peinlich, Lagerfeuergeschrammel. Teilweise ganz nette
Gesangslinien von Paul. Grauenhafter Chorus.
Warboys - brauchbare Lyrics, da Anti-War Lyrics immer brauchbar sind. Die Musik ist gut, hat so etwas vorantreibendes und unterstützt die Lyrics; das nutzt sich zwar im Lauf des Songs etwas ab, da Taylor zuviel Raum gegeben wird, aber alles in allem ok.
We Believe - näher an QUEEN dran, mit den pompösen Gitarrenwänden, die hier und da aufblitzen. Ok.
Call Me - ...if you need my love. Crazy Little Thing... revised und ohne Charme.
Voodoo - ein Blues, man geht irgendwie Southern? Ok, besonders durch Mays Spiel.
Some Things That Glitter - was soll's, Füllsel. "Once I loved a butterfly ... ohohohoho yeah". Uff. Da kommen die Drums: eins-zwei-eins-zwei...
C-lebrity - witziger Text, ein Rocker. Den Rest kann man ob lauter Langweile in der Pfeife rauchen.
Surf's Up ... School's Out - da, da hinten, die BEACH BOYS und Alice - jetzt krümmen sie sich ... haben die Schmerzen? Ach so, ne, die halten sich die Bäuche vor Lachen.
Was ist denn nun das Problem hier? Nicht, dass das halt wirklich alles Mittelmaß ist. Uralte, tausendmal gehörte Gitarrenriffs (so, wie Müller-W. immer Uralt-Stones-Riffs aufwärmte), entsetzliches Drumming, und Rodgers ist hier halt auch nur einer von vielen Sängern.
Nur - man hätte das Mittelmaß ja aufpeppen können - C-lebrity hätte Tie Your Mother Down Teil zwei sein können, und der Song war ja auch nicht so innovativ. Aber so produziert, dass es ein Rocker war, und als solcher sehr gut zu verdauen. Hier ist alles weich, Mays Gitarrenlinien wärmen tausendmal gehörtes auf, und das alles zusammen zündet überhaupt nicht. Das hätte auch mit dem Songmaterial eventuell noch etwas werden können - mit Mike Stone an den Controls. Ärgerlich, eine Chance vertan.
So wie es ist, reicht ein 'OK' hier und da nicht. Ich verwende meine Zeit
dann lieber bei EXTREME, den EAGLES oder URIAH HEEP, oder eben JADED SUN und Jimmie Van Zant, aber dazu woanders mehr.
Ein Hoch auf John Deacon, der sich weder an dem Musical noch der Tour oder gar den dem hier beteiligt hat. Da hält einer das Andenken hoch.
Note 4
Da ist sie also! Die erste offizielle QUEEN-CD ohne Freddie, dafür mit Paul Mercury. Ich gebe es zu, wann immer Brian May zu seiner Gitarre greift und mit seinem Pennystück in der Hand Töne zaubert, bekomme ich feuchte Hände vor lauter Freude.
Nun, was habe ich erwartet?
Mir war von Beginn an klar, dass wir kein zweites Radio Ga Ga erleben werden. Und das ist gut so. Die Frage war viel mehr, ob und falls ja, wie viel Einfluss Paul Rodgers im Rahmen der Kreation neuer Songs nehmen darf. Dabei zeigen sich Brian May und Roger Taylor offensichtlich sehr kulant. Bekommen wir mit dem Eröffnungstrack Cosmos Rockin' nichts anderes als eine angegriffene Rock'n'Roll Spritze, offenbaren sich in Time To Shine bereits erste Auswüchse in Richtung gewohnter Pop-Manier. Doch ein kleines bisschen BAD COMPANY rettet uns alle vor Schnulze und weiteren Leckerein.
Es schimmert endlich wieder der pure Rock durch. Hört euch die Nummer Still Burnin' an. Wer will da verleugnen, dass QUEEN den Schritt schlechthin in gute alte Zeiten wagen. Respekt! Paul Rodgers kann Freddie Mercury nicht ersetzen und wir können dankbar dafür sein, dass er den einen oder anderen nostalgischen Hit einigermaßen adäquat an den Hörer und Fan bringt.
QUEEN haben auf "The Cosmos Rocks" nicht nur Gutes erzeugt. Ich meine, dieses Small in mehr oder weniger Singer/Songwriter-Ambiente treibt dem überzeugten Rocker die Wut in die Augen, so furchtbar langweilig ist das. Auf der anderen Seite hören wir mit Warboys wieder Schmackes in den Instrumenten und erfreuen uns an der Urgewalt des 70er-Jahre-Rocks. Und genau dafür eignet sich die Stimme von Rodgers, für nichts anderes.
Klar ist auch, dass eine Nummer wie We Believe für den Rocker schauderhaft ist, aber ansonsten zukünftig auf jede weitere Platinum Collection passen wird. Mir macht da allerdings ein Call Me im Stile von Crazy Little Thing Called Love deutlich mehr Spaß! Soul, Funk und Blues in Voodoo sind ebenfalls nicht zu verachten, obwohl ich gerade diese Sparte grundsätzlich einem Glenn Hughes ausnahmslos zugestehe.
Ich meine schon, dass es QUEEN hier gelungen ist, eigene, jedoch keine neuen Akzente zu setzen. Some Things That Glitter kommt nicht so eingängig wie ein Is This The World We Created, und dennoch geht es unter die Armwurzeln. Schon klasse, wenn auch nicht so spektakulär. Und es war vollkommen egal, zu welchem Titel sich das Label als Auskoppelung entscheiden würde. Denn dieses Mal wird sich C-lebrity genauso verkaufen wie beispielsweise das balladenhafte Thought The Night. Letzteres avanciert bei mir persönlich immer mehr zum besten Stück des Albums, so schön eingängig und schmalzig kommt der Song bei mir an.
Was soll man also abschließend sagen? QUEEN zelebrieren nicht den "Return Of The Champions", haben ganz sicher keinen neuen Ansturm in Richtung Superlative vollzogen, aber sie haben bewiesen, dass sie tatsächlich immer eine richtige Rockband waren. "The Cosmos Rocks" ist für mich in weiten Teilen ein echtes bodenständiges Rockalbum geworden, und deswegen mag ich es. Ich finde es sogar von Durchlauf zu Durchlauf immer besser! Na ja, und Say It's Not True ist dann wirklich die Hommage an Freddie Mercury, für wen denn sonst?
Note 2-3
Ach, der Kosmos rockt also. Und was ist mit Leuten wie Florian Silbereisen & Co.? Rocken die auch? Würd' ich gerne sehen.
Also, ich hab lange sehr auf QUEEN gestanden, solange wie Freddie Mercury Frontman war jedenfalls. Dann, als Mercury starb, war Queen für mich überholt. Jetzt ist Paul Rodgers die Stimme von Queen und ich muss sagen, er kann Freddie Mercury nicht das Wasser reichen.
Natürlich haben Queen auch mit Freddie dolle Schnulzen gemacht, aber sie wurden doch immer wieder aufgefangen durch Hits wie Bicycle Race oder A Kind Of Magic, um nicht gleich von We Will Rock You oder We Are The Champions zu sprechen. Aber solche Schnulzen finden sich auch auf QUEEN + Paul Rodgers. Small dürfte eine von den ganz schlimmen sein, allerdings ist das Solo darin weltklasse.
Die ersten zwei bis drei Titel lassen noch das schönste erwarten, doch dann erweist sich: Paul Rodgers kann einfach nicht singen. Und so wird das, was man freudig erwartet, bald zu einer Qual für die Ohren. Auch John Deacon fehlt an jeder Ecke und Kante. Ich meine, die alten Queen kann man nicht ersetzen, soll man auch gar nicht. Aber wenigstens etwas was man als gelungene Hommage an Queen und den alten Rock'n'Roll verstehen kann. Es gibt aber auch kaum etwas, was sich wenigstens annähernd auf diesem Niveau befindet.
Pro Song gibt's ein, zwei Ideen für Melodien, die aber meist im Sand verlaufen. Zum Beispiel in Some Things That Glitter, doch dann kommt der Song von Arrangement her völlig unter die Räder.
Also, ich hab mir das Ding jetzt zweimal angehört, mehr will ich mir nicht antun. Ich bin enttäuscht. In Erinnerung an das, was QUEEN mal war, sollte man sich mehr Mühe geben. Note 5.
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