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| American Soldier, Rhino Records, 2009 |
| Geoff Tate |
Vocals, Horns |
| Michael Wilton |
Guitars |
| Ed Jackson |
Bass |
| Scott Rockenfield |
Drums |
| Produziert von: Jason Slater & Kelly Gray |
Länge: 60 Min 35 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Sliver | 7. Middle Of Hell |
| 2. Unafraid | 8. If I Were King |
| 3. Hundred Mile Stare | 9. Man Down! |
| 4. At 30.000 Ft | 10. Remember Me |
| 5. A Dead Man's Words | 11. Home Again |
| 6. The Killer | 12. The Voice |
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Die Band aus Seattle zog einst aus und eroberte, trotz damals ungewöhnlich verschachtelter Melodien, die Metal-Herzen schnell. Alben wie "The Warning" oder auch "Rage For Order" machten schnell das Potenzial klar, welches in QUEENSRŸCHE schlummerte, nicht zuletzt, weil ein Chris DeGarmo die Gitarren bediente und den damaligen Fünfer zu einer ungeahnten Power und Dynamik anstachelte. Das Ganze gipfelte im Jahr 1988, als das Konzeptwerk "Operation Mindcrime" veröffentlicht wurde. Ein neuer Begriff setzte sich durch: "Progressive Metal", und QUEENSRŸCHE dürfen sich nach unserer Auffassung durchaus, neben FATES WARNING, zu den echten Mitbegründern dieser Stilrichtung zählen. "Operation Mindcrime", das war ein Konzept, das war eine atemberaubende Story, die allerdings den in den nächsten Jahren folgenden, vorübergehenden Niedergang dieser großartigen Band schwer verdaulich machte, was sicherlich auch damit zu tun hatte, dass der Motor Chris DeGarmo die Band verlassen hatte. Mittelprächtige Scheiben in der Zwischenzeit hielten den Bandnamen zwar im Gespräch, doch so richtig sollte es erst wieder flutschen, als man sich, marktstrategisch gut durchdacht, im Jahr 2006 dazu entschloss, einen 2. Teil der "OM-Story" einzuspielen. Irgendwie konnte das aber nicht gut gehen, kramte doch selbst jeder gerade erst geborene Jünger das Original sofort zum Vergleich aus. Ich bleibe trotzdem dabei, so manche Perle lässt sich auch dort finden.
Totgesagte leben manchmal länger und das gilt auch für die Jungs aus "The Emerald City" im Nordwesten der USA. An sich nicht sonderlich originell hat man sich dazu entschlossen, in einem neuen Konzeptwerk ein Thema zu verarbeiten, welches den Amerikaner seit Jahrzehnten in schöner Regelmäßigkeit begleitet und auch umtreibt. Die USA, die Weltmacht als die militärische Polizei, die immer und überall tätig wird, immer mit Verlusten verbunden und immer dazu führend, dass sich eine ganze Gesellschaft spaltet. Michael Moore müsste über andere Dinge schreiben, wenn es anders wäre, doch es treibt die Mütter und Väter um, wenn sie ihre Söhne, und inzwischen auch Töchter, in Kriege abgeben müssen, bei denen wohl niemals jemand wirklich wissen und entscheiden kann, ob sie es wert sind bzw. waren.
2. Weltkrieg, Vietnam, Somalia, Bosnien, Serbien, Irak, Afghanistan… die Liste wird immer länger, jedes Mal ist und war es so, dass den Familien in den USA der Patriotismus abverlangt wurde, einschließlich der Verarbeitung aller posttraumatischen Erlebnisse die damit einhergehen/gingen. 12 Episoden sind es dieses Mal, und während man sich textlich (also inhaltlich) auf die Käuferschicht jenseits des großen Teiches konzentriert, befassen wir uns natürlich und vornehmlich mit der gebotenen Musik. Soviel sei gesagt: Es dauert ein wenig, bis es zündet, und erneut ist auch nicht alles Gold, was hier glänzt. So manche schräge Darbietung mag man mit einer gewissen Progressivität entschuldigen, allerdings darf man nicht leugnen, dass eine Nummer wie Unafraid zwar düster und metallisch kommt, aber eigentlich eher in eine neue Version des PC-Spieles "Command & Conquer" als auf ein neues und viel versprechendes QUEENSRŸCHE-Album passen würde. Auf der anderen Seite bieten uns QUEENSRŸCHE mit Remember Me endlich wieder einen emotionalen Schmachtbolzen, wie wir ihn schon viel früher und wohl auch viel öfter von der Band erwartet haben.
Es gelingt, die jeweiligen Abschnitte angemessen umzusetzen. Deswegen sind Tracks wie Home Again und If I Were King selbstverständlich wesentlich sanfter ausgelegt, als beispielsweise Man Down oder auch The Killer. Und es fallen Hundred Mile Stare sowie A Dead Man's Words als echte QUEENSRŸCHE-Kracher auf, man muss ihnen nur ein paar Umläufe geben. Von daher ist "American Soldier" tatsächlich ein gutes Album geworden. Ein Geoff Tate im Studio, der keine stimmlichen Verluste zu verzeichnen hat, und eine Band, die routiniert und solide musiziert und auch wieder ordentlich Power hat. Hat man sich auf die Scheibe eingelassen, macht sie richtig Spaß und lässt hoffen, dass sich die Formation auf der angekündigten großen Tournee in ähnlich guter Verfassung befinden wird, wie sie es hier andeutet.
Die Trauben hängen von nun an wieder höher, man darf gespannt sein. QUEENSRŸCHE sind augenblicklich durchaus wieder da und ernst zu nehmen.
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