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Rattle Gang:

Rollin' Rollin' Rollin' &
Let The Good Times Roll!

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Rollin' Rollin' Rollin'
Let The Good Times Roll
Rollin' Rollin' Rollin' & Let The Good Times Roll!, Eigenvertrieb, 1998 & 1999
Christoph (Chris) Radlbeck Lead Vocals, Guitars
Bernhard (Tschaster) Schuster Vocals, Bass
Stefan (Flynn) Fierl Backing Vocals, Keyboards
Michael (Mike) Schwarz Drums, Percussion
Produziert von: Rattle Gang Länge: 32 Min 36 Sek & 57 Min 50 Sek Medium: CD
Rollin' Rollin' Rollin'
1. Shut Up6. I Wanna Hug You
2. Doobi Doo Lang7. She's So Bad
3. Shalalala8. Rollin' Rollin' Rollin'
4. Don't You Love Me Baby9. Sally
5. Oh Louise10. Come On Closer
Let The Good Times Roll!
1. Great Balls Of Fire10. I Wanna Hug You
2. Love Me Baby11. I Wanna Lot Of Loving
3. Betty Lou12. Good Golly Miss Molly
4. Roadrunner13. Hippy Hippy Shake
5. Shut Up14. Can't Dance
6. Keep On Running15. Let's Twist Again
7. Tutti Frutti16. Route 66
8. Cadillac17. See You Later Alligator
9. Hang On Sloopy18. Come On Closer

Liebhaber innovativer Klänge dürfen jetzt die Lektüre einstellen.
Wir reden hier nämlich von Musik aus der Abteilung "Tausendmal gehört und immer wieder Spaß dabei".
Um es gleich vorweg zu sagen, die einzige Kritik an dieser Musik ist, dass sie noch nicht mal mehr meine Eltern erschreckt. Das macht mich ein wenig nachdenklich...

Tief in der bayrischen Provinz, irgendwo zwischen Schwandorf und Regensburg, machen 4 (damals) junge Menschen seit mehr als 20 Jahren Musik, die so tief in den Anfängen des Rock & Roll verwurzelt ist, dass man meinen könnte, die Zeit sei stehen geblieben.
Es geht um Musik, wie sie von Richard Pennyman, dem Killer, Charles Edward Anderson Berry, Antoine Domino und all den anderen vorgemacht und wie sie seitdem von unzähligen großen und kleinen Bands übernommen wurde.

Aber Achtung! Es geht nicht um die Musik, die hysterische Endvierzigerinnen dazu nötigt, den Petticoat zu entmotten und um die Hüfte etwas zu weiten, damit sie (vorzugsweise im Bierzelt) wie wild den Twist tanzen und ihrer Jugendliebe Peter Kraus nachweinen.
Die RATTLE GANG macht die Art von Rock & Roll, die echte Kerle dazu bringt, etwas heftiger an der Filterlosen zu ziehen, den richtig harten Blick hinter dem Kassengestell aufzusetzen, um wenigstens halbwegs so cool wie die Jungs mit ihren Sonnenbrillen zu wirken, und darüber nachzudenken, wann sie das letzte gute Rock'n'Roll-Konzert besucht haben und wo denn das Video von den Blues Brothers abgeblieben ist.

Ihren ersten Tonträger machte die Band noch auf Vinyl (1991). Die erste Studio-CD erschien 1998 und nur ein Jahr später wurde die Live-CD "Let The Good Times Roll!" in der Alten Mälzerei in Regensburg aufgenommen.
In einen solchen Club gehört diese Musik. Richtig voll muss es sein und heiß und rauchig.

Ich war überrascht, dass auch die Studioscheibe "Rollin' Rollin' Rollin'" erfreulich kräftig klingt. Es ist ja oft so, dass Bands ihre Livepower nicht ins Studio bringen. Die RATTLE GANG hat das geschafft, wohl nicht zuletzt weil das Kellerasselstudio offenbar die Heimwerkstatt der Band ist und man nicht mit digitaler Technik, sondern mit der vollen Power von 7 Spuren aufgenommen hat. Kein Platz für Spielereien und Overdubs also. Der Sound ist trotzdem hervorragend, was für die Qualität der Musiker spricht.

10 Eigenkompositionen, die zwischen purem Rock & Roll, Rockabilly, kräftigem Pub Rock a la Dr. Feelgood, radiotauglichen Mitsingsongs und einer Ballade (Come on closer ist ein Fall für die Feuerzeuge) liegen.
Viel mehr gibt es nicht zu sagen. Eine kurzweilige halbe Stunde.

Live stehen 5 Eigenkompositionen 13 Coversongs gegenüber. Klingt auf den ersten Blick verdächtig, ist aber überhaupt kein Problem, denn die GANG klingt wie aus einem Guss, knallt die alten Schlager volles Rohr ins Publikum und zeigt, dass man auch heute noch feine Songs in diesem Genre schreiben kann (Love Me Baby) und Klassiker wie Betty Lou nicht zwangsläufig nach Kaffeefahrt klingen müssen.

Großer Pluspunkt ist das glasharte Piano. Das gibt beständig diesen "Killer"-Groove. Dazu die Gitarre, die immer mal wieder ein staunenswertes Brett fährt (warum nur hab ich dauernd Wilko Johnson im Kopf?) und der gut pumpende Bass. Der Gesang ist ohne Fehl und Tadel und so hat man hier eine ganze Stunde Spaß.

Die Dynamik der Band lässt keinen Zweifel: Rock & Roll is here to stay. Und Angesichts solcher Trendpupser wie Nickelback und Co. darf man darüber froh sein.

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 10.09.2002

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