|
Rattle Gang:Rollin' Rollin' Rollin' & |
![]() |
|
|
|
Liebhaber innovativer Klänge dürfen jetzt die Lektüre einstellen. Tief in der bayrischen Provinz, irgendwo zwischen Schwandorf und Regensburg, machen 4 (damals) junge Menschen seit mehr als 20 Jahren Musik, die so tief in den Anfängen des Rock & Roll verwurzelt ist, dass man meinen könnte, die Zeit sei stehen geblieben. Aber Achtung! Es geht nicht um die Musik, die hysterische Endvierzigerinnen dazu nötigt, den Petticoat zu entmotten und um die Hüfte etwas zu weiten, damit sie (vorzugsweise im Bierzelt) wie wild den Twist tanzen und ihrer Jugendliebe Peter Kraus nachweinen. Ihren ersten Tonträger machte die Band noch auf Vinyl (1991). Die erste Studio-CD erschien 1998 und nur ein Jahr später wurde die Live-CD "Let The Good Times Roll!" in der Alten Mälzerei in Regensburg aufgenommen. Ich war überrascht, dass auch die Studioscheibe "Rollin' Rollin' Rollin'" erfreulich kräftig klingt. Es ist ja oft so, dass Bands ihre Livepower nicht ins Studio bringen. Die RATTLE GANG hat das geschafft, wohl nicht zuletzt weil das Kellerasselstudio offenbar die Heimwerkstatt der Band ist und man nicht mit digitaler Technik, sondern mit der vollen Power von 7 Spuren aufgenommen hat. Kein Platz für Spielereien und Overdubs also. Der Sound ist trotzdem hervorragend, was für die Qualität der Musiker spricht. 10 Eigenkompositionen, die zwischen purem Rock & Roll, Rockabilly, kräftigem Pub Rock a la Dr. Feelgood, radiotauglichen Mitsingsongs und einer Ballade (Come on closer ist ein Fall für die Feuerzeuge) liegen. Live stehen 5 Eigenkompositionen 13 Coversongs gegenüber. Klingt auf den ersten Blick verdächtig, ist aber überhaupt kein Problem, denn die GANG klingt wie aus einem Guss, knallt die alten Schlager volles Rohr ins Publikum und zeigt, dass man auch heute noch feine Songs in diesem Genre schreiben kann (Love Me Baby) und Klassiker wie Betty Lou nicht zwangsläufig nach Kaffeefahrt klingen müssen. Großer Pluspunkt ist das glasharte Piano. Das gibt beständig diesen "Killer"-Groove. Dazu die Gitarre, die immer mal wieder ein staunenswertes Brett fährt (warum nur hab ich dauernd Wilko Johnson im Kopf?) und der gut pumpende Bass. Der Gesang ist ohne Fehl und Tadel und so hat man hier eine ganze Stunde Spaß. Die Dynamik der Band lässt keinen Zweifel: Rock & Roll is here to stay. Und Angesichts solcher Trendpupser wie Nickelback und Co. darf man darüber froh sein. Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 10.09.2002 |
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
|
|