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| Deadringer, AOR Heaven, 2007 |
| Stefan Berggren |
Lead Vocals |
| Rolf Munkes |
Lead & Rhythm Guitars |
| Chris Heun |
Bass & Rhythm Guitars |
| Mike Terrana |
Drums |
| Produziert von: Rolf Munkes |
Länge: 99 Min 99 Sek |
Medium: CD |
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| 1. The Faint Distant Bell Ring (Intro) | 7. Burden |
| 2. Deadringer | 8. Miracle Baby |
| 3. The Last Man Standing | 9. Rock'n Roll Life In Hellsink |
| 4. Take Me To The Other Side | 10. Let Me Give My Lovin' |
| 5. Hero | 11. Razor Blues |
| 6. Line Of Fire | |
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Und wieder hat sich die bewährte Vorgehensweise als perfekt erwiesen. Bloß nicht den Unfug vom Promozettel lesen, einfach CD rein, schön laut machen, Bier holen, auf das Grauen warten. Kommt auch unverzüglich in Form eines bedeutungsschwangeren Intros und man wartet auf die Drachen und Dämonen, die nach so einem Beginn zwangsläufig gegen Schwerter schwingende Echtmetaller kämpfen müssen. (Das Intro könnte traditionsbewusste ältere Hörer an den Brandner Kaspar erinnern, vorausgesetzt Hörer ist Bayer)
Punktgenau erkannt, direkt im ersten Song schmettert alsbald ein junger Ronnie James Dio. Das mit den Drachen passt also auch.
Hm, haben wir den Namen RAZORBACK nicht schon mal gehört? Was deutsches, vor paar Jahren mal in einem Netradio gelaufen und mit recht belanglosem Melodic-Zeugs keinerlei Eindruck hinterlassen? Aber das hier klingt kernig. Vor allem der Sänger. Verblüffend.
Gitarrengehudel gibt's auch, doch Moment mal, der Typ mag hudeln und fudeln, das bratzt trotzdem gut. Gewaltige Power-Drums dazu, was mag der Schlagzeuger für Muskelberge haben?
Um das Ende vorwegzunehmen, "Deadringer" ist die dritte Platte der Band RAZORBACK, Chef ist Rolf Munkes, eine der hartnäckigen Figuren der hiesigen Metal-Szene, Gitarrist einiger halbwegs bekannter Bands und seit etlichen Jahren dabei, inzwischen Studiobetreiber und Ende 2006 Mitglied in Tony Martins Tourband. Dieser Tony Martin ist beileibe nicht nur durch BLACK SABBATH bekannt, hat neben vielen anderen Projekten z.B. für Munkes bei EMPIRE gesungen, eine Weile auch für Moody und Marsden bei M3, die wiederum früher mal die wichtigen Menschen bei WHITESNAKE waren und mit ihrer eigenen COMPANY OF SNAKES knapp gescheitert sind.
Bei jener Company war ein gewisser Stefan Berggren Sänger. Den hat sich jetzt Munkes, unser wackerer Teutone, bereits zum dritten Mal als Shouter für RAZORBACK geholt. Kreis geschlossen. Halt, noch nicht ganz, denn am Schlagzeug sitzt diesmal Mike Terrana, den man von gefühlten tausend CDs und Tourneen und von RAGE kennt.
Ist das ein Aufgebot? Ist es, und diesmal enttäuscht Herr Munkes nicht mit lauwarmem Songmaterial.
Wir ordnen "Deadringer" in die Schublade Heavy Rock/Melodic Metal ein. Das kann bekanntlich furchtbar in die Hose gehen, vor allem wenn sich die Begriffe "Melodic" und "Rock" vereinen. RAZORBACK verlegen den Schwerpunkt diesmal, es sei gedankt, deutlich Richtung "heavy Melodie" und "metallischen Rock", prompt geht das Konzept auch auf. Selbstverständlich hat daran der überragende Shouter Berggren entscheidenden Anteil, so eine Stimme kann sich gar nicht in belanglosem Geschrei verlieren und wird bei entsprechendem Songmaterial immer überzeugend bodenständig rocken. Berggren ist einer vom Kaliber Jeff Scott Soto, solche Kerle können nahezu alles singen, bedauerlicherweise auch Werbespots für Filterkaffee. Diese Schmach hat Rolf Munkes mit seinen Kompositionen vermieden. Genügend Grundhärte ist immer vorhanden, Theatralik und ein Fitzelchen Bombast lassen sich in diesem Genre nicht umgehen, Gitarren-Muskelspiele ebenso wenig, nerven aber wegen dezentem Einsatz nicht. Schwülstig wird's auch nicht, ergo hat sich da jemand nicht nur Gedanken gemacht, sondern auch Selbstbeschränkung walten lassen. "Deadringer" ist tatsächlich nur eine Band und ihre Songs, kein Monumentalwerk.
Die Produktion ist druckvoll und lebendig, was nicht bei allen vergleichbaren Projekten so ist, schließlich lassen sich CDs heutzutage wunderbar im Computer-Baukasten zusammenschustern, nur Terranas Rums-Drums klingen manchmal etwas künstlich, aber das scheint vom Erzeuger so gewollt zu sein. Wenn man meckern möchte, kann man eventuell bei ein paar beinahe schon des Plagiats verdächtigen Nummern ansetzen. DIO und WHITESNAKE winken zwei, drei Mal sehr nachbarschaftlich übern Zaun. Andererseits sind das nicht die übelsten Vorbilder und Berggren muss sich nicht verstellen, um die Vorgabe locker zu erreichen. Spätestens beim bluesigen Schlussstampfer Razor Blues gibt es eh kein Halten mehr und man freut sich auf die Tour mit CORNERSTONE im April (die Band um Doogie White, der in den Neunzigern für Blackmores RAINBOW schrie und mit Bill Liesegang vor zwei Jahren überzeugte):
13.04.2007, Kopenhagen (DK), The Rock
16.04., Aschaffenburg, Colos-Saal
17.04., Ludwigsburg, Rockfabrik
18.04., Nürnberg, Avalon's Dust
20.04., Dornbirn (A), Conrad Sohm
21.04., Pirmasens, Zur Schwemme
22.04., Verviers (B), Spirit of 66
23.04., Bonn, Klangstation
25.04., Hamburg, Ballroom
26.04., Foetz (L), Race On Event Bar
27.04., Helmond (NL), Plato
28.04., Uster (CH), Rock City
Mike Terrana wird nicht dabei sein und von Tony Martins Drummer Danny Needham ersetzt.
"Deadringer" ist ein gelungenes Stückchen Heavy Rock, da gibt's gar nix gegen zu sagen. Derlei kriegt man heutzutage nicht ständig zu hören.
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