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| Who's Got Mine?, Acetate Records, 2011 |
| Georg Dolivo |
Vocals, Guitars |
| Brian Forsythe |
Guitars, Vocals |
| Reeve Downes |
Bass, Vocals |
| Anthony "Tiny" Biuso |
Drums |
| Gäste: |
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| Wendy Atkinson, Francisco Brun, Tom Cypher, Steve "Dedge" Hrabar, Neal Jay, Rick Kratcoski, Ryan L. Obrecht, Werner "Jim Bob" Ressle, Cindy Rogers, Niko Seferlis, Stan Tetreault |
Backing Vocals |
| Produziert von: Doug Boehm |
Länge: 37 Min 27 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Message In My Bottle | 7. Joke's On You |
| 2. Lifeline | 8. Chase The Case |
| 3. Back To Nowhere | 9. Hollywood And Wine |
| 4. Drive Thru Liquer | 10. Something For Nothing |
| 5. Who's Got Mine? | 11. Rare Beauty |
| 6. Her Way | |
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Und noch eine olle Hard Rock Band mit einer neuen Scheibe. Die Kalifornier RHINO BUCKET um den Schreihals Georg Dolivo sind jetzt auch schon gut 20 Jahre im Geschäft und werden zwei Dinge in diesem Leben nicht mehr schaffen: den ganz großen Erfolg und den Ruch ein schamloser AC/DC-Rip-off zu sein abzulegen. Dabei hat sich schon vor zwei Jahren auf "The Hardest Town" ein leicht anderer Ton ins ansonsten unveränderte Konzept eingeschlichen, und diesen Ton hat die selbsternannte "last real rock band" auf "Who's Got Mine?" verfeinert. Nun ja, wenn man bei solcher Musik von "fein" sprechen kann.
Kennen Sie diesen unsagbar dämlichen und diskriminierenden Metzger-Witz (über den man trotzdem immer wieder lacht)? Kunde an der Wursttheke: "Ich hätte gerne was von der groben dicken." Antwort: "Die hat heute Berufsschule." So etwa spricht man oft über RHINO BUCKET. Allerdings wird dabei vergessen, dass es durchaus Spaß machen kann, wenn man die Riffs wie mit der Bratpfanne um die Ohren gehauen bekommt - Bud-Spencer-Rock'n'Roll ist nicht subtil, dafür wirkungsvoll. Natürlich ist es heutzutage nicht mehr sonderlich originell, wenn ein Sänger kurzerhand rülpst statt zu singen, aber ein Porschefahrer, der an der Ampel in der Nase bohrt, ist auch kein schöner Anblick.
"Who's Got Mine?" ist schon etwa zwei Monate alt und man hat einiges über das siebte Album der Berufslanghaarigen gelesen. Neben der üblichen Phrasendrescherei gab es für die neue Scheibe überraschend wenige Jubelarien, so mancher Schreiber zeigte sich leicht enttäuscht von der CD mit dem wiederum großartigen Coverbild. Aber warum? Dass die Luft nicht raus ist, konnte man bei den paar Konzerten in Europa Anfang des Jahres in aller Eindeutigkeit miterleben. Möglicherweise ist es eine gewisse Enttäuschung, dass RHINO BUCKET nicht mehr ganz dem Klischee einer krawallenden Jungspundkapelle auf dem Highway zur Hölle entsprechen, sondern inzwischen ganz bewusst auf Groove statt Gekreische setzen? Mag sein, dass manchen Angus-Freaks '77 und AIRBOURNE besser gefallen, aber die Nashörner messen sich inzwischen mit anderen Kandidaten, die zwar auch allesamt völlige AC/DC-Fanatiker sind, allerdings ab und an mal die Beine baumeln lassen und auf einen - für diese Art von Musik - zurückhaltenden Wumms setzen. Die Schweden BONAFIDE können das in ihren besten Momenten auch. Noch näher am Thema ist man, wenn man für "Who's Got Mine?" den Vergleich mit den famosen ANGELS bemüht. Ein Song wie Hollywood And Wine kommt mit seinem beinahe schon triebhaften Vorwärtsdrang den legendären Zweitligaaustraliern verdammt nah - und dann ist "Who's Got Mine?" ein tolles, nein, ein herausragendes Album. Aber leider schleichen sich immer wieder Standardklopfer dazwischen, die ereignis- und höhepunktlos dahindümpeln und bestenfalls die Nackenmuskulatur beanspruchen, nicht aber das Tanzbein. Trotzdem ist "Who's Got Mine?" Punktsieger gegenüber "The Hardest Town" und dem Comebackalbum "And Then It Got Ugly" von 2006, weil die Band ihr gelindes Umdenken konsequent durchzieht und auf Hochgeschwindigkeitsattacken und überdrehte Gitarrensoli zugunsten der Rhythmusarbeit und einem deutlich analogeren Sound verzichtet. Den Titelsong beispielsweise veredelt ein klassischer ZZ TOP-Groove und Her Way erinnert mehr an britischen Seventies-Pub-Rock der Marke EDDIE & THE HOT RODS als an die viel beschworene Bon-Scott-Gedächtniscombo.
Zusammenfassung: "Who's Got Mine?" hat weniger Metal und Stampf-Boogie zu bieten als die frühen Platten, der Rhythm-Anteil ist wie immer, der Groove-Faktor erheblich gestiegen. Beim nächsten Mal dann noch 12 adäquate Spitzensongs, dann ist den Ewiggestrigen unter den Musikkritikern der Schlund gestopft.
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