HoR Logo kl CD-Review:

Logo: Roadstuff

12 Time Age

Logo Home-of-Rock
Startseite > CD-Reviews > Roadstuff > 12 Time Age

12 Time Age
12 Time Age, Eigenvertrieb, 2004
Thommy DähnTrommeln, Perkussion, Keyboards
Birgit "Leo" KöhnGesang
Thomas KirschlerGitarre, Bass, Keyboards
Andreas RazumKeyboards (Fly)
Thorsten GudewitzPiano, Orgel, Keyboards
Gabriele PilhoferGeige, Cello
Produziert von: Roadstuff & Andree Tietjen Länge: 44 Min 35 Sek Medium: CD
1. Is There Any Angel? (7:45)4. Inside Of Me (2:47)
2. Time For A Wonder (5:37)5. Fly (6:50)
3. April (9:16)6. 12 Time Age (13:03)

Progrock, ein deutsches Line-up und wir schreiben das Jahr 2004 - so schlecht kann die musikalische Welt also gar nicht sein. Sechs Tracks, vier davon gar über sechs Minuten. Als Freund von Titeln jenseits der Drei-Minuten-Grenze muss ich natürlich mit dem Titeltrack, einer 13 auf der nach oben offenen Minutenskala, beginnen.
Das Schlagen einer Standuhr eröffnet, Chorgesang gesellt sich dazu, Keyboards fallen dezent ein, brachial durchdringen Gitarrenriffs plötzlich das ruhige Intro und dann glasklar Birgits Gesang. Eine Melodie, die sofort ins Ohr geht, immer wieder durch Drum- oder Keyboard Breaks unterbrochen. Ab Minute fünf etwa übernimmt erst mal die Gitarre, bevor es dann richtig "progrockt". Effekte, stimmungsvolle Instrumentals, man kann sich zurücklehnen wie damals etwa bei HEEPs "Salisbury". Kleiner Tipp zur begonnenen Grillsaison: Man muss am Lagerfeuer ja nicht immer CCR hören. Aber aufpassen, dass man nicht ins Feuer plumpst, wenn die Band wieder lauter wird.

Is There Any Angel? eröffnet die Debüt CD und sofort fällt diese Mischung aus glockenklaren, weiblichen Vocals sowie eingestreuten Riffs der härteren Art auf. Hört sich jetzt irgendwie an, als handelt es sich stilistisch um Bands wie TRISTANIA oder NIGHTWISH. Nein, so hart sind die Gitarren nicht. ROADSTUFF beschreiben sich selbst als Rock mit progressiven Elementen. Ich tendiere lieber zu dem Begriff Progrock, denn Rock "nur" mit progressiven Elementen braucht keine vier Keyboards und wenn ich höre, wie genial und gekonnt das Schlagzeug überleitet, auf den Punkt treibt, neue Richtungen einleitet (Time For A Wonder), dann ist das schon reinster Progrock. Immer wieder wunderbar, wie die Sängerin auf den Gitarren- und Keyboardlines "reitet". Genauso gekonnt, die abrupten Rhythmuswechsel.

Eine akustische Gitarre eröffnet April - nein es ist nicht der DEEP PURPLE Song. Es ist eine sehr relaxte Nummer, ohne große Tempo- oder Stilwechsel. Hehe, bis Minute vier. Da ist es wieder: Dieses Einfallen von Keyboards, Drums und bisschen organisiertem Chaos. Keine Bange, es bleibt aber immer melodiös. Und die Gitarre zieht sich ganz ganz lecker durch das Geschehen. Erinnert mich etwas an ganz alte BARCLAY JAMES HARVEST-Klassiker.

Inside Of Me beginnt mit einem traumhaften Piano und Birgit zeigt, was in ihrer Stimme steckt. Weia, jetzt noch ein Cello. Es ist die kürzeste Nummer und irgendwie weit weg von dem bisher gehörten. Ein Stilbruch quasi, aber einer, den man mehr als gerne verzeiht, denn das Hören wird hier zum reinen Genießen. Schade, dass es so schnell vorbei ist.

Back to the roots dann wieder mit Fly, möchte man sagen, denn da ist sie wieder, diese typische Progstimmung. Ziemlich hart sogar, die Vocals sind fordernder, die Gitarre fetzt. Dazwischen immer wieder Rückkehr zu ruhigeren, pianounterlegten Passagen.

Wer Progrock mag, sollte zuschlagen, denn zum einen handelt es sich um eine limitierte Ausgabe und zum anderen wird es dieses Lineup nicht mehr geben, da einige Bandmitglieder aus beruflichen (zeitlichen) Gründen ausgeschieden sind. Selbstverständlich steht die neue Besetzung schon und probt, denn im Herbst/Winter, so erzählte mir Thomas, geht es los mit Livegigs.

Ulli Heiser, (Impressum, Artikelliste), 28.05.2004

Sagt uns die Meinung zu diesem Artikel oder ergänzt oder verbessert ihn:
Startseite > CD-Reviews > Roadstuff > 12 Time Age

 
© Home of Rock 2001 - 2008, Impressum