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Pain

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Pain
Pain, SPV/Steamhammer, 2002
Angry Anderson Vocals
Pete Wells Slide Guitar
Rob Riley Guitar
Steve King Bass
Paul Demarco Drums
Produziert von: Rainer Hänsel Länge: 56 Min 40 Sek Medium: CD
1. Black Magic9. Union Man
2. The Devil Does It Well10. Satan's Eyes
3. No Mercy11. Hard Rockin' Man
4. Pain12. Stir Crazy
5. Someone To Fuck13. Living Outside My Means
6. Seventeen Stitches14. Heat Of The Moment
7. House Of Pain15. Illustrated Man
8. I Can't Help It If I'm Happy16. One More Drink With The Boys

1976 wurde ROSE TATTOO gegründet. 1981 war die letzte ernstzunehmende LP der Band, "Assault & Battery" nämlich. Die drei folgenden Scheiben bis 1986 waren eher schlapp und ich mochte sie nie.
16 Jahre sind also seit dem vergangen. Und irgendwie waren sie nie ganz weg, immer wieder irgendwie da, und sei es nur auf dem heimischen Plattenteller, um sich an die wilden Zeiten damals zu erinnern.
Dann kam Rainer Hänsel mit seinem Enthusiasmus, er holte die Band nach Wacken, "25 To Life" entstand, der Ruf der Fans wurde unüberhörbar, Konzerte folgten, leider auch eine unheilige Allianz mit den Böhsen Onkelz, die mir etwas die Freude am Rock & Roll der Australier nahm.
Und jetzt sind sie wieder da! JAAAAA!

Und jetzt? Ist alles so wie früher? Na ja, würde ich mal sagen. Gary "Angry" Anderson klingt besser als damals. Nicht so furchtbar destruktiv. Pete Wells ist definitiv der ausgleichende Faktor in der Band, mit seiner feinen Slide Guitar (hmmm, nicht immer wirklich fein), Rob Riley ist der Ron Wood der australischen Heavy Fraktion und Bass und Drums ballern zwar, sind aber nicht mehr ganz so "primitiv" wie in den Anfangsjahren.
Kein Missverständnis bitte! ROSE TATTOO machen immer noch wilden Rock & Roll, Hard Rock und Boogie, aber eben nicht mehr so undifferenziert wie es 1978 manchmal klang. Man wird eben reifer...

Verblüffend ist, die CD wächst von Song zu Song. Der Einstieg, Black Magic, ist relativ unspektakulär, Heavy Rock mit Slide und maßloser Power eben, auch #2 (mit 5 1/2 Minuten der weitaus längste Song des Albums) und 3 (No Mercy, könnte dem ersten Album entsprungen sein) gehen geil ab, sind aber keine Klassiker.
Pain klingt brachial und fast modern, aber dann kommt's: Someone To Fuck! Noch mehr auf die Glocke, noch mehr wie früher, noch schneller, noch heftiger, noch geiler! So hab ich Angry noch nie gehört, so wild, jung, leidenschaftlich und ehrlich. Gebt ihm doch bitte ne Tussi!
Keine Pausen, keine Balladen. Es kracht und rummst und scheppert. House Of Pain ist ein wahnwitziger Shuffle; Boogie bis die Schwarte kracht. Echt!
I Can't Help It If I'm Lucky ist Rock & Roll, fast augenzwinkernd sogar. Good time is coming. Mein Boogieherz lacht und ich schwitze. Und wir sind erst bei der Hälfte der CD angekommen.
Früher hätte man jetzt die LP umgedreht, aber das ist vorbei. Man kann einfach nahtlos in den nächsten Boogie übergehen. Union Man ist eine Hymne. Sooo geil!
Schon mal in die abgründig dampfenden Satan's Eyes geblickt? Die ziehen dich nach ganz unten, da wo der wirkliche Dreck des Rock & Roll liegt. Es wird dir nicht helfen, laut I'm a Hard Rockin' Man zu grölen. Das Böse hat dich erwischt. Du bist dem stampfenden Rhythmus jetzt für immer verfallen. Da kommst du nicht mehr raus.
Die alten Australier hören nicht auf. Stir Crazy und dann geht's wieder im Ausfallschritt dahin. Oh Gott, ich bin fast 40 und kann bald nicht mehr. Noch 4 solche Monster kommen auf mich zu.
Endlich, One More Drink With The Boys, der abschließende Rhythm & Bloozer, und jetzt brauch ich ein neues Bier.
"I'm drinkin' with the boys on saturday night". Was zum Geier will man mehr? Someone To Fuck vielleicht noch.

Ein Meisterwerk des verkommenen, dreckigen, fiesen, echten & ehrlichen Rock & Roll. Jungs, ich liebe Euch!

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 14.05.2002

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