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| The Best Of, Repertoire Records, 2005 |
| Angry Anderson |
Vocals |
| Pete Wells |
Slide Guitar, Vocals |
| Mick Cocks |
Lead & Rhythm Guitar |
| Rob Riley |
Lead & Rhythm Guitar, Vocals |
| Greg Jordan |
Slide Guitar |
| John Meyer |
Guitar |
| Geordie Leach |
Bass |
| Dallas "Digger" Royall |
Drums |
| Scott Johnston |
Drums |
| Produziert von: Vanda & Young |
Länge: 74 Min 00 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Rock'n'Roll Outlaw | 11. Assault And Battery |
| 2. The Butcher And Fast Eddy | 12. Scarred For Life |
| 3. One Of The Boys | 13. We Can't Be Beaten |
| 4. Tramp | 14. Dead Set |
| 5. Nice Boys | 15. It's Gonna Work Itself Out |
| 6. Remedy | 16. Branded |
| 7. Sidewalk Sally | 17. Southern Stars |
| 8. Out Of This Place | 18. Death Or Glory |
| 9. Magnum Maid | 19. Saturday's Rage |
| 10. All The Lessons | 20. The Radio Said Rock'n'Roll Is Dead |
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Ach ja, ne Best of also mal wieder. Wie viele davon gibt es von ROSE TATTOO schon? 5, 7, 12, 126? Diesmal ist es eine von Repertoire Records und sie beschäftigt sich ausschließlich mit den Alben Numero 1 bis 4, die Tatsache ignorierend, dass das erste Scheibchen der australischen Krachmacher eben nicht 1980 als "Rock'n'Roll Outlaw", sondern bereits 1978 mit dem simplen Titel "Rose Tattoo" erschien. Marginalien. Nicht ignorieren kann man, dass ROSE TATTOO bereits nach wenigen Jahren ihr Pulver verschossen hatten und ab ihrem dritten Longplayer "Scarred For Life" (und nicht wie hier abgedruckt "... From Life") für geschlagene 20 Jahre nur Alibiproduktionen mit stetiger Tendenz nach unten vorlegten. Immer wenn die Kohle mal knapp wurde?
Dem würdevollen Comeback "Pain" folgte im gleichen Jahr (2002) eine enttäuschende Tour und seither immer wieder Stippvisiten bei den treuen Fans hierzulande. Just jetzt, wo Gründungsmitglied und Slidegitarrist Pete Wells mit Krebs kämpft und die vor wenigen Wochen gelaufene 2005er Tour ohne ihn stattfand (dennoch bei den Fans durchweg positiv bewertet wurde), darf man sich noch mal mit zwei Händen ihrer besten Songs plus zwei Händen deutlich schwächerer Ergüsse beschäftigen. Andererseits... muss man sich wirklich damit beschäftigen oder reicht auch eine Kiste Bier und gute Laune für diese CD, so man sie überhaupt zur Kenntnis nimmt?
Dass man mit dem Image des kleinen Brüllwürfels Angry Anderson Probleme haben kann (und darf), weil er von Anfang an so etwas wie der Gift und Galle spuckende Gegenentwurf zu freundlichen Trunkenbolden wie Bon Scott war und sich auf der Bühne gerne mal mit dem Mikrokabel halb zu Tode strangulierte oder den Schädel blutig schlug, braucht man angesichts solcher Klassesongs wie Rock'n'Roll Outlaw nicht zu thematisieren. Halbwegs "normale" Good-Time-Rock & Roll-Fans stehen auf solch schwachsinnigen Zirkus eher nicht und dies könnte auch ein Grund für den nie erfolgten endgültigen Durchbruch der Kapelle sein. Denkt man sich den unästhetischen Aspekt weg, wird man am Großteil dieser Compilation Freude haben.
Rock'n'Roll Outlaw ist einer der gigantischsten Boogiestampfer aller Zeiten, da beist die Maus keinen Faden ab. Der Simpel-Blues The Butcher And Fast Eddie oder all die anderen Songs vom ersten und zweiten Album stehen dem kaum nach und man schwenkt ohne weitere Einwände die True-Rock'n'Roll Fahne und brüllt One Of The Boys. Doch dann war 1982 plötzlich Gitarrenmann Mick Cocks nicht mehr in der Band und ROSE TATTOO klangen wie die Magermilchausgabe von NAZARETH. Nichts gegen Naz, aber australische Schweinerocker haben gefälligst anders zu knallen als schottische Gentlemen. Nette und gefällige Boogienummern mitsamt familientauglichen Chören, ein Angry Anderson, der versucht zu singen und nicht plärrt wie vom Teufel verfolgt, und ein Produzententeam namens Vanda & Young, die von heute auf morgen plötzlich überfordert schienen von den Erfordernissen dieser Band und offenbar einen "massentauglichen" Kurs einschlagen wollten - vielleicht ist es kein Zufall, dass AC/DC zu dieser Zeit längst nicht mehr mit den beiden zusammenarbeiteten. Das Experiment "Scarred For Life" ging schief und wurde weder von Presse noch Publikum honoriert.
Man darf nicht den Fehler machen und dieses dritte Album verteufeln. Insgesamt war der Großteil des Materials - und auch die fünf hier nochmals aufgelegten Songs - durchaus achtbarer Rock & Roll, nur eben nicht geeignet für diese Band und schon gar nicht als Kontrapunkt zur damals einsetzenden Mainstream-Weichspülerwelle zu gebrauchen.
Das wahre Dilemma des ärgerlichen Herrn Anderson offenbarte sich erst zwei Jahre später, als er mit komplett neuer Band (außer Bassist Geordie Leach) das leichtgewichtige Album "Southern Stars" veröffentlichte. Vielleicht glaubte er seinen eigenen Einfällen, als er The Radio Said Rock'n'Roll Is Dead schrieb, vielleicht hatte er aber auch nur falsche Berater oder schlicht einen Schlag zu viel auf die Birne bekommen. "Southern Stars" war das vorläufige Ende von ROSE TATTOO und beschließt mit den vier hier dazugepackten Songs zurecht dieses "Best Of" Album.
Ob man sich diese raritäten- und überraschungsfreie CD oder lieber gleich die längst überarbeiteten Originale mit ihren vielen Bonus Tracks holt, sei jedem selbst überlassen. Das hier kann bestenfalls ein unvollständiger Appetithappen sein.
Nachtrag: Auch in diesem, vom bekannten Journalisten und Buchautoren Michael Heatley geschriebenen Booklet findet sich wieder ein Querverweis auf STATUS QUO. "They wore their influences proudly on their sleeve: the tracks of their debut album betrayed the input of 'Piledriver'-era Status Quo, Nazareth and... the late, great Sensational Alex Harvey Band."
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