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CD-Review:
Rush |
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Wem fällt was ein, wenn er RUSH hört? »What a Rush«, dem Wrestling-Fan, Der Musikfan hingegen denkt natürlich sofort an das fulminante Rocktrio aus Kanada. Seit weit mehr als 30 Jahren lässt die Magie RUSHs die Hörer staunen, die Musikerpolizei verzweifeln und die Musikjournalisten kraftvolle Bilder formulieren. Umso skeptischer werden alle, wenn sich 33 Leutchen munter daran machen, den Kanadiern ihren Tribut zu zollen indem sie ihre Rush- Lieblingssongs interpretieren (Die illustre Liste ist unten aufgeführt). Mit Schmunzeln wird registriert, dass auch Kip Winger mit von der Partie ist. Er limelighted nämlich gesanglich und ist Namensgeber der einzig uns bekannten Band, deren Karriere beinahe durch eine Comic-TV-Show ruiniert wurde. (B&B, Ihr wisst schon.) 10 Juwelen aus RUSHs unglaublicher Karriere haben den Sprung auf New World Man geschafft. Aber Vorsicht, ein Tribute-Album ist keine Best-of-Compilation. So werden eingefleischte Rush-Fanatiker garantiert einige ihre Lieblingssongs vermissen. Auch das mit den 10 Juwelen wird der Eine oder Andere sicherlich relativieren wollen. Zugegebenermaßen ist Mission beispielsweise auch diesmal nichts anderes als ein schwülstiger Pop-Rock-Song. Dafür beinhaltete New World Man exzellente Versionen vom Titelsong, The Trees und Fly By Night. Insbesondere wenn die Gitarristen Dave Martone, Shane Gibson und Brent Allman volle Pulle über die Oktaven brettern, offenbart sich die Dramatik der Songs. Und da hätten wir noch Tom Sawyer. Bekannt seit Anfang der 1980’er Jahre aus jeder gescheiten Rockdisco, ist dieses Ding für viele das Trademark der Kanadier. Eine dem Original sehr ähnliche Version haben I,OMEGA durch den Laser gefrickelt. So ähnlich, dass es einem beim ersten Hören richtig auf den Sack geht. Mike Tole kopiert über weite Strecken den Part von Neil Peart und Joseph Garcia will unbedingt so klingen wie Geddy Lee. Nur die Axemen Tommy Borboa und Ryan Cano halten sich nicht gänzlich an die Blaupause Alex Lifesons. Sie spielen ihre Riffs so, wie der Altmeister es heutzutage bei einer Neueinspielung wohl auch machen würde: Moderner, eckiger und kantiger. Wer jetzt flucht, warum Tom Sawyer überhaupt auf die Scheibe musste, wird sich wundern. Er hat nämlich sogar ein alternatives Ich aus der oft geschmähten Jazz-Rock-Dimension mitgebracht. Das Alex Skolnick Trio setzt Tom Sawyer eine kleine Nickelbrille auf, lässt ihm einen intellektuellen Spitzbart wachsen und singen darf er auch nicht. Das macht aber nichts. Legt den Song auf, wenn wieder einmal ein Wichtigtuer auf eurer Party behauptet, Klaus Doldinger würde dort beginnen wo die momentan laufende Musik aufhört. Der wird sich dann schon wundern. Von Veröffentlichungen dieser Art kann man halten was man will. Einige halten Tribute-Alben für sowieso überflüssig. Andere hassen sie, weil sie ihrer Meinung nach dort Reste verwerten, wo eigene Kreativität gefragt ist. Für Tribute-Verachter scheidet New World Man deshalb von Vornherein aus. Tolerantere Zeitgenossen können aber beruhigt in den Einzelhandel laufen und sich die Platte RUSH zulegen. New World Man besitzt alleine schon deshalb seine Daseinsberechtigung, weil es uns mal wieder ins Platten- oder CD-Regal greifen lässt, um uns die alten Rush-Schätzchen reinzupfeifen. Haben wir viel zu lange nicht mehr gemacht. Olli Wirtz, (Artikelliste), 28.05.2010
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