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| Book Of Love, Silversonic Records, 2006 |
| Russ Ballard |
Vocals, Guitars, Piano |
| Harry James, Paul Beavis |
Drums |
| Chris Charles |
Bass |
| Gavin Wright, Bruce White, David Daniels, Patrick Kiernan, Vaughn Armon, Naomi Wright |
Strings |
| Produziert von: Russ Ballard |
Länge: 33 Min 55 Sek |
Medium: CD |
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| 1. It's My Life (Stand In My Shoes) | 9. Just Like Me |
| 2. Crazy World | 10. On To The Next |
| 3. In The Dark | 11. This Is Not A Love Song |
| 4. hen You Sleep | 12. The Road That Has No Turning |
| 5. Love Works In Strange Ways | 13. In My Darkest Hour |
| 6. Like Father Like Son | 14. Book Of Love |
| 7. Is There Anybody Out There | 15. In To The Light |
| 8. I'm Just Not Made For This World | 16. Wonderful World |
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Liebe Güte, was für ein Songwriter. Allen Leichtgewichten und Dauerschwülstlern sei gesagt, dass Russ Ballard auch im Jahr 2006 noch Songs von beinahe unerreichbarer Melodic-Rock-Qualität schreiben kann. Und das, wo er nun schon seit glatten 40 Jahren im "Recording Business" ist. Zugegeben, Ballard macht "nur" melodischen Rock mit Popappeal, was natürlich im Vergleich zu ungleich schwierigeren Musiken wie der der ROLLING STONES oder gar jener diverser Prog-Saurier üüüberhaupt nichts ist. Der Engländer schielt ja nur aufs Massenpublikum und kann dieses seit Jahrzehnten mit Soloplatten und an andere Künstler verkaufte Hits glücklich machen, ohne dass er sich blamiert und ständig selbst beklaut.
Sagen wir es einfach ernsthaft: Russ Ballard ist der Grandseigneur unter den Erzeugern musikalischer Massenware. Das war er schon als junger Mann mit seinen Songs für AMERICA, KISS, SANTANA, Roger Daltrey, ABBA, natürlich ARGENT, HOT CHOCOLATE (ja, auch So You Win Again ist von ihm), RAINBOW und zig andere, er war es mit seinen vier wichtigen Soloplatten in den späten Siebzigern und Achtzigern, und er ist es heute, nicht zuletzt und beinahe mehr denn je wegen dieser wundervollen CD namens "Book Of Love". Man kann also auch mit 60 noch kreativ sein, Herr Jagger.
Nur zum Verständnis: Man muss beileibe nicht alles von Russ Ballard mögen, im Gegenteil, auch er hat unwichtigen Quatsch produziert und manchmal Töne verwendet, die einem normalen Rocker quer im Hals stecken bleiben. Aber in seinen guten Momenten, derer es viele gibt, hat er eine beinahe magische Formel für Lauschgift gefunden. Und ja, in seinem "Book Of Love" tut er es in weiten Teilen wieder.
Bevor nun die Körnerzähler unter den Lesern meutern: Natürlich zitiert Ballard sich auch mal selbst, das aber mit feiner Distanz zum früheren Schaffen und sicherlich mit einem Augenzwinkern bei den Aufnahmen (Crazy World, In The Dark).
Auch wenn er songwriterisch logischerweise eher den 70ern und 80ern frönt, technisch hat Ballard den Sprung ins Jetzt geschafft. Das Buch der Liebe klingt herrlich befreit von Schmus und Produktionsfirlefanz, ist reduziert auf die wesentlichen Bestandteile, mal härter rockend, mal dramatisch schwelgend, zwischendurch auch programmatisch 10.000 Feuerzeuge fordernd, aber niemals peinlich überladen, wie leider so viele der heutigen Melodic Produktionen. Ohrenschmaus.
Dazu ist er nach wie vor ein perfekter Sänger und schafft damit unter anderem bei Love Works In Strange Ways eine Gänsehaut nach der anderen. Neihein, das ist nicht zeitgemäß, dafür aber zeitlos und wirklich schön. Wenn Ballard Geigen herbeiruft, unterstreichen die den Song und verkleben ihn nicht, wenn er seine Keyboards einsetzt, dann im Sinne der Musik und nicht in dem des Tastenvirtuosen, und wenn er seine Gitarre in Anschlag bringt, steht der Rock & Roll bereit zum Tanz (It's My Life).
Für die Aufnahmen hat er sich ein paar Klassemusiker geholt, u.a. Harry James, den etatmäßigen THUNDER-Drummer, oder dessen Kollegen Paul Beavis (zuletzt bei der bezaubernden Thea Gilmore auffällig geworden). In kleiner Besetzung schafft Ballard also viel mehr als die meisten seiner ihm geistesverwandten Kleistermeister.
Auf dem Album sind 16 (!) Songs und allenfalls zwei oder drei davon erscheinen eher überflüssig. Werden sie aber wohl nicht sein, denn das gesamte Werk hat einen durchgehend persönlichen Bezug und Ballard dürfte selbst am allerbesten wissen, auf was er vielleicht hätte verzichten können. Und auch wenn kein neues On The Rebound herausgekommen ist, "Book Of Love" wird als eines der gelungensten Alben des Genres einen ganz besonderen Platz im Regal bekommen. Und hoffentlich in vielen anderen. Tolle CD.
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