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Ryan Adams

Gold

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Gold
Gold, Lost Highway Records / Universal Records, 2001
komplette Besetzung auf: All Music Guide (englisch)
Produziert von: Ethan Johns Länge: 70 Min 24 Sek Medium: CD
1. New York, New York9. Sylvia Plath
2. Firecracker10. Enemy Fire
3. Answering Bell11. Gonna make you love me
4. La Cienga just smiled12. Wild Flowers
5. The Rescue Blues13. Harder now that it's over
6. Somehow, someday14. Touch, feel and lose
7. When the Stars go blue15. Tina Toledo's Street Walking Blues
8. Nobody Girl16. Goodnight, Hollywood Bvld.

Ryan Adams ist erst 27 Jahre alt und schon so was wie ein Urgestein in der amerikanischen Musikszene. Als Gründer und Mastermind von WHISKEYTOWN war er einer der Erneuerer des Country Rock, ein umjubelter Star der alternativen No Depression Bewegung.

Dieses Jahr legte Adams mit "Heartbreaker" seine erste Soloscheibe vor und auch die wurde hervorragend aufgenommen, eine eher ruhige, intime Songkollektion. Und nun veröffentlicht er sein zweites Album in diesem Jahr, dazu kommt parallel auch Whiskeytown's finales Werk "Pneumonia" auf den Markt. Ohne Zweifel ein vielbeschäftigter junger Mann!

An dieser neuen CD fällt zunächst mal auf, dass Ryan Adams voller Ideen stecken muss, denn die Platte ist mit 16 Songs und 70 Minuten Spielzeit randvoll. Die Erstausgabe enthält eine Bonus-CD mit weiteren 5 Songs aus den Sessions.

"Gold" spaltet die Fan-Gemeinde in zwei Lager: Die alten "pure Country"-Anhänger werfen Adams vor, den Ausverkauf zu betreiben, anderseits gewinnt er durch diese Platte sicher neue Hörerscharen hinzu. Adams und sein Produzent Ethan Johns haben in einem Interview gesagt, die Platte solle wie die berühmten "Classic Rock Radio"-Stationen klingen.
Das ist voll gelungen, Ryan Adams bewegt sich mit "Gold" inmitten seiner Helden und brennt ein Retro-Rock Feuerwerk ab, Reminiszenzen an die Grossen des Rock zu Anfang der 70er sind zuhauf vorhanden: Mal Bob Dylan, mal The Band, etwas Stephen Stills, Neil Young Posen...und vor allem die Rolling Stones.

The Rescue Blues hätte den "Exile on Main Street"-Sessions entstammen können, die Kreuzung von Stones mit Neil Young ist im fast 10-minütigen Nobody Girl dokumentiert, das sich sein Gitarren-Intro von Wild Horses aus dem 71er Stones-Klassiker "Sticky Fingers" geliehen hat. Und trotzdem oder gerade deswegen: Das ist ein Killer-Song! Und bleiben wir fair: Ryan Adams hat genug Eigenständigkeit, um solchen Songs seinen Stempel aufzudrücken. Oder anders gesagt: Wer sonst kann sowas noch? Eben, hier muss man lange überlegen...
Aber auch gehaltvolle Balladen mit nur minimalen Instrumenteneinsatz finden sich hier: Das schöne When Stars go blue etwa, das mehr vorwärts treibende Somehow, someday oder auch das zu Beginn an die späten Beatles erinnernde Sylvia Plath. Das alles macht dieses Werk so abwechslungsreich und belegt zudem die enorme stimmliche Ausdruckskraft von Ryan Adams.

Manche werden einwerfen, dass das Werk Füllermaterial aufweist und eine Beschränkung auf weniger Songs besser gewesen wäre. Dies mag sein, ein, zwei Songs hätte ich auch weggelassen. Andere meinen, dass die Platte mehr Handwerk denn Leidenschaft vorführt (der Allmusic Guide ist dieser Ansicht), ich selbst kann den Kritikern nicht zustimmen.

Dies ist ein Werk, dessen Klasse den Test der Zeit bestehen wird und ist damit ganz im Sinne der "alten", heutzutage als Klassiker bezeichneten Alben derjeniger, deren Fahne Ryan Adams hier hochhält.

In meinem Player wird diese CD jedenfalls noch unzählige Runden drehen.

Manni Hüther, (Impressum, Artikelliste), 24.11.2001

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