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| That's Live!, Metal Heaven, 2008 |
| Tommy Heart |
Vocals |
| Chris Lyne |
Guitars |
| Jogy Rautenberg |
Bass |
| Michael Wolpers |
Drums |
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Länge: 77 Min 12 Sek |
Medium: CD |
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| CD 1: | |
| 1. Blood Runs Cold | 8. Goodbye |
| 2. Under Your Skin | 9. Unspoken Words |
| 3. Good Time's Slippin' Away | 10. Get It On |
| 4. Temptation | 11. What Do U Want |
| 5. See You In Heaven | 12. Soul Doctor |
| 6. Eatin' On Me | 13. Just Can't Get Over You |
| 7. Laugh In The Face Of Danger | |
| CD 2: | |
| 1. Revolution (different version) | 3. Justine (acoustic version) |
| 2. Laugh In The Face Of Danger (different version) | 4. The Ocean (acoustic version) |
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Nach dem etwas zähen und langwierigen Karrierestart der Band (die Chefs Tommy Heart und Chris Lyne sind natürlich seit Ewigkeiten im Geschäft) kamen SOUL DOCTOR mit den beiden letzten Platten "For A Fistful Of Dollars" und "Blood Runs Cold" richtig in Schwung und eine Live-CD ist, gerade in diesem Genre, überhaupt keine Überraschung. Das macht auch Sinn, denn der Hard Rock der Doktoren ist sozusagen für die Bühne geboren.
Als wohlwollender Hörer und Schreiber hat man denn auch entsprechende Erwartungen an die plastifizierte Abbildung der in den Konzerten gebotenen Druckbetankung mit Gute-Laune-Vollgasrock… und ist von "That's Live!" am Ende möglicherweise nicht zu 100% überzeugt. Was ist passiert?
Die CD wurde aus verschiedenen Konzerten zusammengestellt, was ja keine Seltenheit und nicht weiter negativ zu bewerten ist, aber irgendetwas stimmt mit der Setlist der Scheibe nicht. Schon mit der dritten Nummer (Good Time's Slippin' Away von "Systems Go Wild!") kehrt zu viel Ruhe ein und auch der Einstieg ist so richtig locker nicht geraten. Zweifellos ist der FOREIGNER-lastige Opener Blood Runs Cold ein klasse Song, aber DIE Liveband waren die Ausländer nie. Entsprechend ist Blood Runs Cold ein Fall für die Abfahrt zuhause vor den Boxen oder auf der Autobahn in Richtung Sonnenuntergang, aber für den Club bräuchte es ein anderes Kaliber. Das folgende Under Your Skin huldigt natürlich den Australiern und winkt in die Schweiz, jedoch war der Swing auf "For A Fistful Of Dollars" präsenter.
Um ehrlich zu sein, man neigt nach dem ersten Drittel der Scheibe zu einem Besuch der Hausbar, was dem Vernehmen nach bei den leibhaftigen Auftritten der Band niemals vorkommt. "That's Life!" fehlt es in der Anfangsphase schlicht an einem fiesen kleinen Drecksack-Rock'n'Roll, wie es Where Do We Go oder She's Mine von "For A Fistful Of Dollars" gewesen wären, auch wenn zugegebenermaßen die Freunde gepflegter Melodic-Mucke mit dem hier gebotenen Stoff sicherlich glücklich sind.
Handwerklich ist die Angelegenheit auf höchstem Niveau, auch die Ballade See You In Heaven hat ihre Momente, nur die synthetischen Keyboardsounds muss man ausblenden, der Party geben solche Lieder allerdings auf keinen Fall frischen Wind. Eatin' On Me funktioniert dafür deutlich besser, man hat den Eindruck, dass der Knoten nun geplatzt ist - aber es ist ja ein Zusammenschnitt verschiedener Konzerte.
Wie gesagt, was Heart, Lyne, Rautenberg und Wolpers technisch zeigen steht über jeder Kritik, es fehlt einzig der Punch der beiden letzten CDs. Irgendwie fühlt man sich an die Live-LPs fast aller Vorbilder der Berliner erinnert, denen, bis natürlich auf AC/DC, entweder grässlicher 80er-Jahre-Sound (gilt hier absolut nicht) oder fragwürdige Titelzusammenstellung (schon eher) zum Verhängnis wurden (und ja, auch "Live… In The Heart Of The City" ist überbewertet).
Fast 10 Minuten Unspoken Words, gestreckt durch ein nettes und letztendlich doch überflüssiges Gitarrensolo am Anfang, sind einfach too much für kurzweilige Unterhaltung, genau wie gute sieben Minuten Get It On, bei dem allerdings Chris Lyne die Riffs zum allgemeinen Vergnügen richtig saftig tropfen lässt. Ausfallschrittalarm.
Das letzte Drittel dieser CD brummt, da braucht man nicht diskutieren. Tommy Heart lässt ein paar Akrobatiknummern ins Mikro fliegen, das Band-Erkennungslied Soul Doctor ist trotz achteinhalb Minuten Länge richtig Rock & Roll (und verweist Coverdale in seine Schranken) und Just Can't Get Over You bringt das lange ersehnte Grinsen ins Gesicht des etwas einfacher gearteten Fans.
SOUL DOCTOR sollten bei der nächsten Platte Bescheid sagen, ob sie (zurück) in die Melodic Ecke gehen oder doch lieber Heart & Soul Rock & Roll machen wollen, denn für ersteres wären andere Leute im Home of Rock zuständig. Wer es eher schmutzig mag, könnte mit Teilen von "That's Live!" ein Problem haben. Mr. & Mrs. Clean nicht, vorausgesetzt sie bevorzugen T-Shirt, Jeans und eine Portion klassischen Hard Rock.
P.S.: Es gibt in der Kaufausgabe noch eine Bonus CD mit vier weiteren Songs. Zwei in einer "different version" und zwei in die Lagerfeuervariante transkribiert.
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