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Steve Fister

Dodgin Bullets

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Dodgin Bullets
Dodgin Bullets, 2nd Degree Records, 2006
Steve Fister Lead Vocals, Lead & Rhythm Guitar, Acoustic Guitar, Lap Steel Guitar, 12 String Guitar, Talk Box Guitar, Slide Guitar, Bass
Frankie Banali, Greg Bissonette, Alvino Bennett, Tommy Aldridge Drums
John Levesque, Bonnie Pointer Background Vocals
Joey Pafumi Drums, Percussion
Tony Franklin, Stu Hamm, Barend Courbois, Jimmy Haslip Bass
Steffen Presley Hammond B-3
Produziert von: Steve Fister Länge: 45 Min 08 Sek Medium: CD
1. She Ain't Lonesome6. Tell Me Something Good
2. When Love Comes To Town7. Zig Zag Talk
3. Master Plan8. I Call Your Name
4. Won't Fall Down9. In A Past Life
5. Better Days (We Can Work It Out)10. Dodgin Bullets

Righty right, Mr. Fister, so geht das. Aber es kommt nicht wirklich überraschend, dass "Dodgin Blues" eine ziemliche Granate ist, der selbsternannte "veteran guitarist" hat immerhin schon vier CDs dieser Preisklasse veröffentlicht. Und so ein arger Veteran ist er auch nicht, grade mal 20 Jährchen im Geschäft. Also gut in der Mitte zwischen Gary Moore und Aynsley Lister. Die dröge Abgenutztheit Moores ist noch weit entfernt, den jugendlichen Forschergeist Listers besitzt er nicht (mehr) - ergo liegt auch das Ergebnis in der noch ausreichend erfreulichen Mitte.
Live ist Steve Fister seit Jahren als Trio mit Barend Courbois und Hans in't Zandt (beide u.a. VENGEANCE) unterwegs, für seine Studioplatten holt er sich gerne die ganz bekannten Namen, diesmal unter anderem die Drummer Frankie Banali (QUIET RIOT), Gregg Bissonette und Tommy Aldridge (überall und auch bei WHITESNAKE), die Bass-Heroen Jimmy Haslip (YELLOWJACKETS, JING CHI) and Tony Franklin (THE FIRM und zig weitere, benutzt bitte unsere Suchfunktion links neben dem Text), dazu eine halbe Armada semiberühmter Profizocker und für einen Song sogar eine gewisse Bonnie Pointer. Ein wenig Motown tut dem sperrigsten Bluesrocker gut.

Natürlich lässt Fister den Gitarrenhelden zur Genüge raushängen, natürlich bedient er einen ganzen Haufen Klischeevorstellungen, aber "Dodgin Bullets" hat zwei Vorteile gegenüber einem Gutteil ähnlicher Veröffentlichungen. Erstens ergibt sich durch den Musikermix automatisch Abwechslung und zweitens, wichtiger, lässt es der frühere Begleiter von Lita Ford weitgehend herzerfrischend rock'n'rollig, teilweise sogar metallisch krachen und bemüht nicht die ganz plattgenudelten Standards.
Das geht mit dem glamrockigen Shuffle She Ain't Lonesome los (Banali ganz groß, doppelt dreckiger Gitarrenboogie dazu), geht mit dem Franklin/Pointer-betriebenen Hardrock When Love Comes To Town weiter und endet vorläufig im einzigen Ausfall der CD, dem 7 elende Minuten langen Bluesgezerre Master Plan. Nein, so was kann Banali mangels Feeling nicht und Fister orgelt sämtliche Schablonen des klassischen Gitarrenangebers durch. Dabei bleibt leider der Partyspaß auf der Strecke und der Freund echten Blues hat einen öligen Film auf der Zunge.
Alles geht vorüber, danach greifen die Herrschaften zum Glück wieder in die Kiste mit dem herzhaften Futter. Stu Hamm (einer aus dem Umfeld der "allerschlimmsten" Saitenflitzer: Satriani und Vai) verpasst Won't Fall Down eine spannende Note am Bass, Better Days ist ein besserer Lückenfüller, doch anschließend lässt Tell Me Something Good Erinnerungen an beste Pat Travers- und rockige Jeff Beck-Zeiten (was war "Jeff Beck's Guitar Shop" doch für eine feine Platte) aufkommen. Das ist natürlich Artistik, gibt aber ein gutes Gefühl.
Noch ein schön breitbeinig gespielter Shuffle mit 100% Kompatibilität zu jedem SRV-Fetischisten, ein weiterer Boogierocker mit Glam-Faktor und sogar Pop-Appeal, eine lässige und völlig vorhersehbare Country-Nummer mit klasse übersteuerter Gitarre und dann ist mit dem Titelsong und seiner fünfminütigen Leistungsschau schon Schluss. Wobei wir genau beim Problem des Steve Fister sind. Er liefert in jeder Situation Hochklassiges ab, schafft es aber wieder einmal nicht, sich nach der Schulstunde aufgrund überwältigender Kompositionen im Ohr festzusetzen. Auch auf "Dodgin Bullets" wird mit Pfunden, Gitarren und Namen gewuchert, als könnte man die Welt erschüttern, doch am Ende bleibt einmal mehr die klare Aussage: Für Liebhaber des härteren Blues'n'Boogie ein Leckerli, für Kunden differenzierteren Liedgutes eher schwer vermittelbar. Oder auch: Variabler als Eric Sardinas, lange nicht so songdienlich wie Aynsley Lister. Man muss es einfach mögen, dann klappt es auch mit dem Nachbarn. Andernfalls droht Lochfraß.

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 18.03.2007

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