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| Polaris, earMusic/edel Entertainment, 2009 |
| Timo Kotipelto |
Vocals |
| Matias Kupiainen |
Guitar |
| Lauri Porra |
Bass |
| Jörg Michael |
Drums |
| Jens Johansson |
Keyboards |
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Länge: 55 Min 57 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Deep Unknow | 7. Higher We Go |
| 2. Falling Star | 8. Somehow Precious |
| 3. King Of Nothing | 9. Emancipation Suite Part I: Dusk |
| 4. Blind | 10. Emancipation Suite Part II: Dawn |
| 5. Winter Skies | 11. When Mountains Fall |
| 6. Forever Is Today | |
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Vier lange Jahre haben die Finnen auf sich warten lassen um ein neues Album an den Start zu rollen. In der Zwischenzeit musste man sich von seinem alten Gitarristen Timo Tolkki mit viel Tamtam trennen, diverse Presseschlachten dieserhalb überleben, den Untergang des alten Labels Sanctuary miterleben und somit durch reichlich stürmische Wasser segeln. Nach dem nun alle Streitigkeiten beigelegt waren, die Restmannschaft die kompletten Namensrechte erhalten und einen neuen Saitenflitzer engagiert hatte, begab man sich für einen Monat in ein finnisches Landhaus an der Küste und verpasste dem dümpelnden Kahn STRATOVARIUS neue Segel und in diese fährt nun frischer Wind.
Ich gebe zu, auch wenn ich ein Freund symphonischer und bombastischer Klänge bin, sind diese Finnen bisher an mir vorbeigesegelt. Umso mehr überrascht mich "Polaris". Schon der Opener Deep Unknown fräst sich in die Ohren und bleibt dort mit seinen Doublebass und den mehrstimmigen Chören im Refrain hängen. Schöne Gitarrenläufe in den Soloparts und gut durchdachte Arrangements lassen die ersten 4,5 Minuten schon zu einem Genuss werden. Falling Star wird zwar vom Tempo her etwas gebremst, kann aber von der Stimmigkeit und Melodie her gut mit dem Opener mithalten.
King Of Nothing fängt mit seinem Keyboard-Intro genauso an wie die beiden ersten Songs, segelt allerdings etwas schwerfällig durch die Boxen und erinnert mich vom Gesangsverlauf als auch von der Melodieführung her sehr an NARNIA. Blind beginnt mit zarten Cembalotönen um nach genau 40 Sekunden auf die Überholspur zu gehen. Die Geschwindigkeit wird im Vergleich zu den Vorgängern merklich angezogen und betört mit einer sehr happynesen Strophe, die in einen wuchtigen HELLOWEEN-artigen Refrain übergeht. Da schlägt das Herz des Powermetallers gleich schneller. Warum danach direkt Winter Skies als - wenn auch sehr schöne - Ballade nachgeschoben wird, bleibt ein Rätsel, mehr Dampf wäre an der Stelle meiner Meinung nach besser gewesen. Trotzdem geht Winter Skies ganz tief unter die Haut, besonders wenn man in den fast schon zerbrechlich wirkenden Pianopart zur Mitte hin übergeht um danach mit einem Gitarrensolo in allerbester Satriani/Malmsteen-wie auch immer-Manier zum letzten Refrain überzuleiten. Sehr schön gemacht.
Forever Is Today beendet die Schmuserei und haut wieder die Achtel, Sechszehntel, Triolen, Läufe und doppelten tiefen Trommeln aus den Boxen. Higher We Go steht dem in nichts nach und hätte auch wieder aus der Feder der schon genannten HELLOWEEN stammen können.
Somehow Precious mit seiner hymnenhafte Melodie, die zu Beginn direkt von der Gitarre vorgelegt wird, nimmt zwar wieder das Tempo aus der Geschichte, passt sich aber dem Gesamtwerk gut an und hätte durchaus auch auf EUROPEs "Out Of This World" gepasst. Weiter geht's mit den beiden Emancipation Suite-Teilen, wobei der erste (Dusk) nicht nur fast doppelt so lang wie der zweite Teil (Dawn) ist, er groovt auch wesentlich mehr, ist schon fast progressiv durch die Tempiwechsel und endet mit einem For Whom The Bell Tolls-mäßigen Ende. Übergangslos geht es dann in den eher ruhigern zweiten Teil. Beim ersten Hören wollen diese beiden Teile nicht wirklich in das Gesamtbild passen, können aber ihre Wirkung bei mehrmaligem Hören superb entfalten.
When Mountains Fall begleitet die Stimme von Timo Kotipelto mit vielen Streichern und einer akustischen Gitarre, so als würde der Abspann durchs Bild laufen.
Klasse Scheibe, cool gemacht und in dieser Form werden wir noch länger mit STRATOVARIUS rechnen müssen - was ihnen nach dem Weggang von Timo Tolkki nicht jeder mehr zugetraut hätte. Was mich am meisten begeistert ist die Tatsache, dass Mr. Kotipelto endlich nicht mehr in den hochfrequenzigen Stimmlagen trällert, sondern in angenehmen Bereichen, was mir diese Scheibe sehr hörenwert macht.
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