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Hollywood & Wolfman

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Hollywood & Wolfman
Hollywood & Wolfman, Drakkar Records, 2007
Henric de la CourVocals
Christian BergSynthesizer
Frederik BalckDrums
Valdemar AspBass
Jens HellqvistSynthesizer
Gäste:
Patsy BayGuitars, Backing Vocals
Kris Le MansBacking Vocals
Therese JohanssonBacking Vocals
Kicki HalmosBacking Vocals
Produziert von: Heikki Kiviaho Länge: 37 Min 24 Sek Medium: CD
1. Hollywood & wolfman6. When the red light district feels like love
2. Headlights7. The cat and the city
3. This morning8. God speed your love to me
4. Sugar and lime9. Remarkable life
5. Bright eyes10. Lucy

Hm... eine im wahrsten Sinne des Wortes eigenartige Veröffentlichung, und das ist durchaus positiv gemeint.
Die Schweden STRIP MUSIC wurden als Trio mit minimalistischem Ansatz gegründet, sind inzwischen zwar auf fünf Mann angewachsen, aber ihrem Grundkonzept in kompositorischer Hinsicht treu geblieben.

Drei Akkorde, eindringliche Rhythmen und zwei Synthesizer sorgen für atmosphärische, ausladende Klanglandschaften. Dabei steht das Erzeugen von Stimmungen und Vertonen von Gefühlen im Mittelpunkt. Mit herkömmlichen Strophe/Refrain-Strukturen gibt man sich deswegen auch gar nicht erst ab, vielmehr weisen die Kompositionen Soundtrackcharakter auf.
Dabei besitzen STRIP MUSIC ein ausgeprägtes Händchen für großartige Melodien, zuckersüß, aber nie klebrig, einschmeichelnd und fesselnd, und trotz all ihrer Schlichtheit nie banal. Oft voller Melancholie und verträumt, bisweilen aber auch tanzbar, einfach wunderschöne Musik um tief darin einzutauchen und sich damit wohl zu fühlen, getragen vom großartigen, glockenklaren Gesang Henric de la Cours.

Fast könnte es Pop sein, doch wer verbindet mit diesem Begriff heute noch die New Romantics-Bewegung Anfang der Achtziger? ORCHESTRAL MANOEUVRES IN THE DARK, A-HA, A FLOCK OF SEAGULLS oder auch ALPHAVILLE kommen einem in den Sinn, genauso wie - und jetzt lacht mich ruhig aus - späte BARCLAY JAMES HARVEST.
Ja, damals hätten STRIP MUSIC wohl eine exponierte Rolle in der Musiklandschaft eingenommen und "Hollywood & Wolfman" hätte wohl den einen oder anderen respektablen Hit abgeworfen. Heute dagegen muss man sich mit der Rolle der Exoten abfinden, die hoffnungslos dem Zeitgeist hinterherhinken, oder aber ihrer Zeit schon wieder voraus sind.

Sei es, wie es will. Das ändert nichts daran, dass STRIP MUSIC mit "Hollywood & Wolfman" ein bemerkenswertes Album vorgelegt haben. Der gemeine Home of Rock-Leser wird zwar vermutlich schon durch den weitestgehenden Verzicht auf Gitarren abgeschreckt sein, aber die Spezialisten unter euch, die auf der Suche nach Außergewöhnlichem sind, sollten hier unbedingt einmal ein Ohr riskieren.

Martin Schneider, (Impressum, Artikelliste), 07.03.2007

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