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| In The Raw, Good Sounds Music/Buffalo Records, 2006 |
| Javier Ruano |
Lead & Backing Vocals, Guitar, 5 String Electric Guitar, Acoustic Guitar, High-Strung Acoustic Guitar, Slide Guitar |
| Yago Carreño |
6 & 12 String Electric Guitars, Backing Vocals |
| José Salgado |
Drums |
| Rubén Álvarez |
Bass |
| Isaac Campos |
Organ, Electric Piano, Piano, Grand Piano, Rhodes, Wurlitzer, Backing Vocals |
| Nestor Busquets |
Percussion, Drums (Good Thing's Gone) |
| Gäste: |
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| Eric Ambel |
Guitar, Fuzz Guitar, Chug Guitar, Acoustic Guitar, B-bender, Backing Vocals |
| Segundo Grandío |
Bass |
| David Vázquez |
Honky-tonk Piano (Good Thing's Gone), Backing Vocals (Queen Of The Blues) |
| Produziert von: Eric "Roscoe" Ambel |
Länge: 38 Min 33 Sek |
Medium: CD |
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| 1. 1964 | 8. Black Cat Woman |
| 2. Not Your Business | 9. Queen Of The Blues |
| 3. Downhearted Girl | 10. Let It Shine |
| 4. Good Thing's Gone | 11. Running Around |
| 5. Foolish Game | Bonus: |
| 6. Back On Track | "Recording In The Raw" (Film) |
| 7. You Can't Hide | |
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Dan Baird ... DIAMOND DOGS ... SUGAR MOUNTAIN. So sieht die aktuelle Good-Time-Rock'n'Roll Rangliste aus. Und darauf können die Spanier stolz sein - was Iberer angeblich qua Genzusammensetzung ohnehin sind. Dabei sind die fünf Burschen aus dem äußersten Nordwesten Spaniens ganz ganz nette Jungs und überhaupt nicht hochnäsig, im Gegenteil. Selten trifft man so zurückhaltende Musiker, sogar ihr Bier trinken sie mit überhaupt nicht angebrachter Schüchternheit. Und jetzt sind sie, glaubt man dem Cover und Booklet, gar auf Kaffee umgestiegen. Hey, hört Euch mal Eure eigene Platte an und macht schnell ein großes Fass galizischen Wein auf!
Die erste CD "Hand Crafted Tunes" hatte Dan Baird produziert, diesmal griff sein YAYHOOS-Buddy Eric Ambel in die Knöpfe - und zusammen mit der bandeigenen Weiterentwicklung ergibt sich ein durchaus anderes Bild als noch vor zweieinhalb Jahren. Vieles klingt auf "In The Raw" differenzierter, geregelter, ausgewogener und manchmal etwas gemäßigter. Nicht erschrecken, gemäßigt bedeutet nicht, dass der Kaffee dünn wäre, nein, es ist keine Milch drin und stark genug ist das Gebräu auch. Vor allem: Von einem zweiten Aufguss kann man beileibe nicht sprechen, das hier ist frisch und heiß. Wäre man optimistisch, könnte man beinahe von einer Frischzellenkur des alten FACES/STONES/QUIREBOYS-Sounds sprechen.
In Wirklichkeit rocken SUGAR MOUNTAIN natürlich wie die Alten aus weit zurückliegender Zeit, schraddeln, knattern und klimpern sich durch den Rhythm & Blues all der Helden, die schon lange keine nennenswerten Lebenszeichen mehr von sich geben. Aber eben jung, smart und echt.
"Roscoe" ließ es sich nicht nehmen und griff zuweilen zu diversen Gitarren oder zum Mikro, ansonsten beließ er der Band ihren eigenen Sound, drehte eventuell nur ab und an am Lautstärkeregler und hatte mutmaßlich eine gute Zeit mit den an ihn zur Endproduktion geschickten Aufnahmen. Die sind an lausigen acht (8) Tagen in Spanien und Portugal entstanden und belegen die Fähigkeiten der Band. Natürlich klingt's nicht nach Prog und Pomp, aber ohne Einschränkung kompetent und handwerklich perfekt. Rechnet man noch das Melodie-Händchen von Sänger Javier Ruano dazu, der die meisten Songs selbst geschrieben hat, kommt allerbester Wohlfühl-Rock & Roll heraus und es tönt nicht die Bohne wie die Tasse auf der Rückseite des hübschen Digipack aussieht: zerbrochen und blutüberströmt.
SUGAR MOUNTAIN nutzen die Möglichkeiten, die ihnen die Besetzung mit zwei Gitarren, Keyboards und zusätzlicher Percussion bieten. Da kommt nach einem forschen Rock & Roll-Auftakt ein schwerst Hammond-lastiger Groover (Downhearted Girl), dann mal ein flotter Country (Good Thing's Gone), der im übrigen an einen gewissen Ronnie Lane erinnert, oder in Not Your Business das Statement zur spanischen Boogie-Autarkie: Es geht dich einen Scheißdreck an was wir tun, cause anything I want that's not your business, and anything I drink that's not...
Javier und Rago Carreño riffen und solieren gepflegt und wild, der Mann am Klavier, Isaac Campos, drückt allzeit die rechte Taste, Rubén, das lange Elend am Bass, hat wie üblich keine Schuhe an (besitzt aber die gleichen Ringelsocken wie ich) und die beiden Schlagwerker sorgen für abwechslungsreiche Rhythmusarbeit und lassen nicht mal einen totalen Retro-Shuffle wie Let It Shine altmodisch klingen. Das sorgt zwischendurch für richtiges Americana-Feeling mit Herzschmerz (You Can't Hide), Romantik (Running Around) oder simples Kopf-runter-und-ab-durch-die-Mitte mit der Black Cat Woman unterm Arm.
Brauner Zucker im Kaffee mag nicht jedermanns Sache sein, (Sugar) "In The Raw" ist für den Kenner Pflicht. Man muss ja nicht umrühren...
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