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Paradise Lost

(Special Edition)
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Paradise Lost
Paradise Lost (Special Edition), InsideOut Music, 2008
Russell Allen Vocals
Michael Lepond Bass
Michael Pinnella Keyboards
Michael Romeo Guitars
Jason Rullo Drums
Länge: 61 Min 01 Sek (CD) Medium: CD & DVD
CD:
1. Oculus Ex Inferni6. Eve Of Seduction
2. Set The World On Fire7. The Walls Of Babylon
3. Domination8. Seven
4. The Serpent's Kiss9. The Sacrifice
5. Paradise Lost10. Revelation (Divus Pennae Ex Tragoedia)
DVD:
Album 5.1 MixSet The World On Fire (Video Clip)
The Serpent's Kiss (Video Clip)

Die Amerikaner SYMPHONY X lassen sich gut und gerne Zeit, um ein neues Album zu veröffentlichen. Im letzten Jahr 2007 konnte man das hier vorliegende "Paradise Lost" fünf Jahre nach dem letzten Output "The Odyssey" endlich in den Händen halten. Die anschließende Einladung von DREAM THEATER auf deren Tour brachte die Gelegenheit, dass sich SYMPHONY X wieder einem größeren Publikum in unseren Gefilden zeigen konnten, wenn auch nur als Support. Wochen später tourte man als Headliner!
Für eine weitere Veröffentlichung hat es dieses Mal nicht so lange gedauert. In Sachen "Paradise Lost" wird nämlich vom Label noch einmal nachgelegt und wer möchte, kann das gute Teil nun im schmucken DigiPack als Special Edition + einer DVD incl. 5.1. Mix ergattern.

Ich sage es gleich: Das lohnt sich nur für diejenigen, die das Album noch nicht besitzen. Denn ob man einen 5.1 Mix benötigt, sei genauso dahingestellt wie die Tatsache, dass die zwei Videoclips es sicher nicht rausreißen werden. Auf der anderen Seite bleibt aber auch die Festlegung, dass SYMPHONY X musikalisch fast über jeden Zweifel erhaben sind.
Erneut lehnt man sich thematisch an einen Lyriker an, es ist John Miltons, der als Ideengeber zum verlorenen Paradies dient. Dementsprechend geht es auf "Paradise Lost" mit seinem orchestralen Oculus Ex Inferni bombastisch und furios los. Offenbar soll der Hörer direkt eingefangen werden. Das haut auch hin und mit Set The World On Fire tauchen wir in umfangreiche Songstrukturen ein. Sänger Russell Allen kommt voluminös und kraftvoll aus den Boxen. Ohnehin dürfte der Shouter im Metal mit zum Besten gehören, was sich derzeit auf dem Markt rum treibt. Hatte er mit Jorn Lande bisher auf zwei Alben noch die absolut eingängige und melodiöse Variante gewählt, bleibt im progressiven Bereich weniger Spielraum für süßliche Töne.
Obwohl, der Titeltrack Paradise Lost fährt schon eine gehörige Portion Kitsch auf, und dennoch gibt es Gänsehaut bei geschmackvollen Pianoklängen, netten Harmonien, so dass diese Nummer sofort im Ohr haften bleibt. Noch begeisternder ist aber das über 9-minütige Revelation (Divus Pennae Ex Tragoedia). Das knallt zum einen richtig heftig, für meinen Geschmack darf es aber gar nicht mehr Metal sein, und des weiteren gibt es viel zu entdecken und somit Abwechslung pur. Genau das macht den eigentlichen Spaß aus.

Innerhalb des Albums wurde der Bombast auf diesem 2007er Werk ordentlich zurückgefahren, in der sehr sauberen und druckvollen Produktion bestechen vor allen Dingen die Gitarren mit ihren Riffs und selbstverständlich die Tasten, die sich zwischen Symphonie oder auch recht glatten und klaren Pianos definieren. Dass der Synthie hin und wieder eine große Rolle spielt ist bekannt und hat sich auch auf "Paradise Lost" nicht verändert. So wie es sich gehört und wie man es erwarten konnte, schlagen SYMPHONY X in ihren Songs so manche Schlacht, müssen sich im Gesamten allerdings auch die Kritik gefallen lassen, dass sich gerade die brachialen Songs wie Domination, Serpent's Kiss und Eve Of Seduction zu sehr einander ähneln. Da hätte vielleicht etwas mehr Sorgfalt im Songwriting gut getan, denn mal ganz ehrlich: Nach knapp 14 Jahren im Geschäft sollte sich baldigst abzeichnen, ob SYMPHONY X nun noch der große Wurf gelingen wird oder nicht. "Paradise Lost" ist ein gutes Album, aber leider nicht herausragend und trotzdem bleibe ich bei der Behauptung, dass diese Band an sich alles mitbringt, was für eine ganz große Band erforderlich ist.
Im Übrigen habe ich die Band im Vorprogramm von DREAM THEATER live gesehen. Dort waren sie leider nur laut und bestachen mit einem einzigen Soundbrei. Daran konnte auch der stimmgewaltige Russell Allen nichts ändern. Wahrscheinlich war es der schlechte Mann am Mischpult…

Ralf 'Jogi' Ruhenstroth, (Impressum, Artikelliste), 22.11.2008

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