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| SMiLE, Capitol Records, 2011 (1966/'67) |
| Brian Wilson |
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| Dennis Wilson |
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| Carl Wilson |
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| Mike Love |
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| Al Jardine |
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| Bruce Johnston |
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| Produziert von: Brian Wilson |
Länge: 79 Min 07 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Our Prayer | 15. Holidays |
| 2. Gee | 16. Wind Chimes |
| 3. Heroes And Villains | 17. The Elements: Fire (Mrs. O'Leary's Cow) |
| 4. Do You Like Worms (Roll Plymouth Rock) | 18. Love To Say Dada |
| 5. I'm In Great Shape | 19. Good Vibrations |
| 6. Barnyard | Bonus Tracks: |
| 7. My Only Sunshine | 20. You're Welcome |
| 8. Cabin Essence | 21. Heroes And Villains (Stereo Mix) |
| 9. Wonderful | 22. Heroes And Villains Sections (Stereo Mix) |
| 10. Look (Song For Children) | 23. Vega-Tables (Demo) |
| 11. Child Is Father Of The Man | 24. He Gives Speeches |
| 12. Surf's Up | 25. Smile Backing Vocals Montage |
| 13. I Wanna Be Around / Workshop | 26. Surf's Up (1967 Solo Version) |
| 14. Vega-Tables | 27. Psycodelic Sounds: Brian Falls Into A Piano |
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Gleich mal vorweg: "SMiLE" ist mitnichten das bekannteste nie gehörte Album aller Zeiten. Erstens waren - zugegebenermaßen für die Plattenfirma glattgebügelte - Tracks auf dem nominellen Nachfolgealbum "Smiley Smile" aus dem September 1967, zweitens gab es für die interessierten Fans seit Jahrzehnten Bootlegs der Studioaufnahmen, drittens erschienen vereinzelt immer wieder Auszüge auf CD-Zusammenstellungen und Boxsets, viertens veröffentlichte Brian Wilson 2004 ein neu aufgenommenes "SMiLE" nach dem Muster, das er sich womöglich zwischen Mai '66 und Mai '67 vorgestellt hatte.
Ob das wirklich so war, konnte man bis jetzt, November 2011, nur mutmaßen, denn der gute Brian Wilson hat sich schon lange in die traurige Riege der "verlorenen Sixties-Helden-Seelen" eingereiht. Er steht da zusammen mit beispielsweise Peter Green und Syd Barrett, wobei der letztgenannte tatsächlich tot ist. Brian Wilson hat viele Jahrzehnte der geistigen Isolation hinter sich, vermutlich lebt er auch jetzt, heute nicht in der Gegenwart, trotzdem er sich seit Jahren wieder ständig auf Tour befindet. Viele Kenner sagen, der Entstehungsprozess von "SMiLE" hätte Wilson in den endgültigen Wahnsinn getrieben, was gut möglich ist, aber es gibt neben Wilson und dem für "SMiLE" zuständigen Texter Van Dyke Parks noch die andere Komponente, nämlich THE BEACH BOYS.
Diese BEACH BOYS waren seit 1962 eine Hit-Maschine mit einem selbst für damalige Verhältnisse kaum erträglichen Schwiegersohnimage. So viel Surf-Sound, so viel Wohlgefallen und Heile Welt, das konnte spätestens nach den rüden Attacken der BEATLES aus England keinen Bestand mehr haben. Zehn (10!) LPs entstanden binnen drei Jahren zwischen 1962 und '65, dann endlich gelang mit "Pet Sounds" ein erster kleiner Befreiungsschlag gegen die Vorgaben von Management und Plattenfirma - Brian Wilson konnte ein paar richtige Songs platzieren, ohne ausschließlich den La-la-Vorgaben der Chefs zu folgen. Da er sich den Live-Aktivitäten der Band ohnehin seit Januar 1965 entzogen hatte, ein schwerer Nervenzusammenbruch im Alter von 22 Jahren führte dazu, fing Wilson an, wirklich gute Songs zu schreiben. Songs, die mit denen der BEATLES konkurrieren konnten. Ja, die sogar besser waren. So erhoffte er es sich jedenfalls.
In der Nachbetrachtung ist Brian Wilson mit "SMiLE" doppelt gescheitert. Erstens konnte er an die BEATLES trotz allem Aufwand nicht im Ansatz heranreichen und zweitens hat ihn das Jahr Arbeit an diesem Album die letzte psychische Kraft geraubt. Wilson ging zwischen Gras, LSD-Trips, Alkohol und den nach und nach entstehenden Song-Fragmenten sprichwörtlich unter. Und das alles für ein Album, das vermutlich gefloppt wäre, hätte es Capitol Records tatsächlich veröffentlicht. Der Rest der Band stand nicht hinter den psychedelischen Versuchen Wilsons, die Texte waren zu oft sinnfrei und einen thematischen Faden kann man bis heute nicht erkennen. Nach einem quälenden halben Jahr Songwriting und Aufnahmeversuchen legte Wilson seine Pläne resigniert ad acta, auch weil inzwischen auf der britischen Insel das wahre Jahrhundertwerk erschienen war: "Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band".
Nun, nach 45 Jahren, gibt es "SMiLE"-Sessions endlich doch noch auf offiziellen Tonträgern. CD, Doppel-CD, Vinyl, Boxset, das ganze Vermarktungsprogramm eben. Aber ändert sich deswegen die Sicht auf "SMiLE"?
Die wahren Großtaten der Platte kennt man. Heroes And Villains und Good Vibrations. Der Rest ist Stückwerk, mal nett, mal nett versponnen, meist stark von den fabulösen Vier aus England beeinflusst, aber weder für ein Konzeptalbum brauchbar noch der avisierte Geniestreich, dafür zwischendurch komplett durchgeknallt. Der als Bonus enthaltene Stereo-Mix von Heroes And Villains Sections ist der Beweis.
Beeindruckend sind der damalige Sound und dessen sorgsame Restaurierung. Die Gesangsspuren sind "over the top" und Wilsons Pianospiel erreicht in Momenten geradezu spirituelle Intensität und die Solo-Version von Surf's Up hätte Elton John bestimmt gerne selbst erfunden. Leider können die Lieder und Lied-Kollagen zu selten mit der technischen Perfektion und Wilsons ursprünglichen Ansprüchen mithalten.
Historisch betrachtet ist "SMiLE" natürlich unabdingbar - für Liebhaber und Sammler. Der Musikgeschichte kann das Album nichts Neues hinzufügen. Außer vielleicht, dass manche Chöre bei QUEEN Jahre nach der Hochzeit der BEACH BOYS und dem Nichterscheinen von "SMiLE" nicht ganz unähnlich arrangiert waren.
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