|
|
| Permission To Land, Atlantic Records / Eastwest Records, 2003 |
| Justin Hawkins |
Vocals, Guitar, Synthesizer, Piano |
| Dan Hawkins |
Guitar |
| Frankie Poullain |
Bass |
| Ed Graham |
Drums |
| Produziert von: Pedro Ferreira |
Länge: 38 Min 16 Sek |
Medium: CD |
|
 |  |
| 1. Black Shuck | 6. Givin' Up |
| 2. Get Your Hands Off My Woman | 7. Stuck In A Rut |
| 3. Growing On Me | 8. Friday Night |
| 4. I Believe In A Thing Called Love | 9. Love On The Rocks With No Ice |
| 5. Love Is Only A Feeling | 10. Holding My Own |
 |
Auf der Insel (der Bekloppten) sind THE DARKNESS der Renner schlechthin. Sogar auf Platz 1 der Hitparade ist dieses Album geklettert. Fein. Und sonst ist alles okay bei unseren Freunden des schlechten Essens...
Nehmen wir uns also zuerst die Karaoke-Version dieses mit 38 Minuten recht kurzen Longplayers vor.
Hey, das ballert geil! So etwas hört man heutzutage nicht mehr besonders oft. Irgendwo zwischen AC/DC, POISON, KISS, MÖTLEY CRÜE, VAN HALEN und sonstigen Posern kracht und scheppert und rockt und boogied es daher, dass es grad so eine echte Freude ist. Besonders anspruchsvoll ist das natürlich nicht, neu auch nicht und innovativ gleich gar nicht. Macht ja nix, wenn die Briten vergessen haben, dass es das alles schon mal gab (Spätfolge von BSE?), dann können wir uns freuen, dass es so was wieder gibt.
Während wir also dem fröhlich unbekümmerten Heavy-Rock & Roll des Vierers lauschen und dabei noch ein bisschen lauter drehen, gönnen wir uns einen Blick ins Booklet. Hihi, die schauen ja aus... Der Sänger im David Lee Roth-Strampelanzug (und im Spagat vom Drumriser springend fotografiert), der Rest als Mischung aus Spät-Punk und Sleaze-Proll und sogar ein Bild von einem riesigen Festival ist dabei. Da haben sie wohl morgens um halb 11 als Einheizer gespielt.
"Permission to land" ist hiermit erteilt! Macht Spaß und wenn ich noch ein paar Tage rumhüpfe, passe ich auch wieder ins Spandexhöschen.
Und dann schalten wir den zweiten Kanal hinzu. Der wird ausschließlich vom Sänger dieser Sensationstruppe in Anspruch genommen.
Scheiße, Hochtöner kaputt. Das ist nun wirklich ärgerlich, denn die Teile waren schweineteuer und haben bereits mehrere Tieffliegerangriffe von ganz anderen Krawallbrüdern überlebt. Also rüber zur Ersatzanlage und ... ratzfatz ... Hochtöner kaputt. Oder hat es mir einfach das Trommelfell feinsäuberlich zerschnitten?
Ab zu meinem (bis dato) besten Freund, CD auf seiner HighEnd-Stereoanlage eingelegt (immerhin muss die Besprechung der Scheibe fertig werden) und ... ein dezentes Zischen und Kreischen ... Hochtöner kaputt. Himmel, Arsch & Zwirn, was ist denn das? Die Rache der Plattenindustrie für meine selbstgebrannten CDs? Queen Mum aus dem Jenseits, die schon immer missbilligt hat, dass ich grenzdebile Monarchen verachte? Ich werde also morgen meine Haftpflichtversicherung anrufen und dem Sachbearbeiter mein Problem schildern.
Dann kommt mein Kumpel vom Bier holen aus dem Keller zurück und fragt, was denn das für ein grausamer Schreihals sei.
Was ist? Hat da einer gesungen? Ich kann außer diesem fürchterlichen Gequietsche absolut nichts hören und suche nach Worten um ihm den Verlust seiner 12.000-Euro-Brüllwürfel schonend beizubringen.
Er nimmt mich tröstend in den Arm und rät mir, meinen Ohrenarzt aufzusuchen.
Recht hat er! Gar nichts ist kaputt. Dieses schauderliche Gekreische IST der Sänger. Ja aber warum tut der das? Um es kurz zu machen: Kein Mensch wird es wissen.
Justin Hawks heißt der Mann. Aussehen tut er wie ein x-beliebiger Haarsprayrocker aus den Achtzigern, aber singen (ähm) tut er wie eine mutierte Mischung aus Klaus Nomi (R.I.P.), Freddy Mercury (R.I.P.), Meat Loaf (guten Appetit) und Kate Bush (auch lecker). Junge Junge, das ist harter Tobak.
Zwischendurch legt Justin-Baby kleine Erholungsphasen von seinem Falsettgebrüll ein und dann klingt er direkt angenehm, freundlich und sympathisch. Aber das dauert nicht lange und schon drückt er die Eierkneifzange wieder zu und wimmert jenseits vom sehr hohen C vor sich hin.
Exzentrik und Einfallsreichtum in allen Ehren, aber was too much ist, ist einfach too much. Ist es nicht? Ich meine, wer sich Milch in den Tee kippt, findet auch derartiges Geheule schmackhaft. Mir geht es schlicht und ergreifend tierisch auf den Senkel. Schade um die schöne Good-Time-Rock'n'Roll-Platte. Aber immerhin leben unsere Lautsprecher noch. Und ganz sicher verstehen auch bei uns viele Menschen den Spaß hinter der Sache. Viel Vergnügen!
Sagt uns die Meinung zu diesem Artikel oder ergänzt oder verbessert ihn:

|