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Bruised And Satisfied

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All Music Guide (englisch)

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Bruised And Satisfied
Bruised And Satisfied, Bad Afro Records, 2007
Jess 'Yeah' Drums, Percussion
Martin 'Bee' Budde Farfisa Organ, Backing Vocals, Percussion
Morten 'Hell eye' Bass, Backing Vocals
Mort Harder Vocals
Krist Western Guitars, Percussion
Gast:
Djana Vallespir Vocals (Dancing Ghouls)
Produziert von: The Defectors Länge: 38 Min 10 Sek Medium: CD
1. Welcome All Sinners8. Gettin' It On
2. Creepy Crawl9. Lose It
3. Dancing Ghouls10. Love Is Evol
4. Resurrection11. Fuck You 'Cause You're Lookin' Good
5. Bruised And Satisfied12. You Better
6. The Final Thrill13. Baby When You're Gone
7. I Want Blood

Menno. Wieder ein Trend verpennt. Seit Monaten kommen ständig neue CDs mit der Aufschrift "Horror Rock", "Horror Punk" oder "Shock Rock". Und der ignorante Kulturpessimist kriegt von all dem Schrecken nichts mit, verdammt. Außer vielleicht, dass die meisten dieser Platten in der Tat gruselig sind. Also schlecht. Sehr sehr schlecht oftmals. Und überhaupt, hatten wir unsere Portion Schock nicht schon vor 30 Jahren längst hinter uns? Da war doch was. Aber man vergisst so schnell, wenn man nicht mehr zur Zielgruppe 14 bis 29 gehört. Vermutlich ist Horror Punk also ein ganz neues Ding, irgendwo in einer Garage erfunden, so wie Bill Gates' heutiger Mittelstandsbetrieb.

THE DEFECTORS heißt die neue Horror Sensation und kommt aus Dänemark. Dänemark.
Erste Intension: Oh Unheiliger, lass nicht die ganze Platte klingen wie dieses Intro! Die Rocky Horror Show hat bald 35. Geburtstag, der zugehörige Film ist zwei Jahre jünger, aber so miserabel klang das selbst zu Zeiten des Grammophons nicht. Puh, es ist nur das Intro.
Zweiter Gedanke: Jemand sollte all diesen Bands sagen, dass grässlicher Gesang zwar Unbehagen auslöst, mit Grusel-Gänsehaut allerdings nur wenig zu tun hat. Wann kommt endlich das musikalische Pendant zu Hitchcocks "Die Vögel"? Eine CD, bei der man gerne das Licht einschalten würde, sich aber nicht traut, weil mit Sicherheit der Lichtschalter unter Strom stünde, man demzufolge leise bibbernd in der Dunkelheit sitzt und sich wohlig-panisch in den Gefühlsschauern suhlt. "Bruised And Satisfied" ist das nicht. Schade eigentlich. Oder liegt es einfach daran, dass den Pragmatiker auch die wildeste Geisterbahn nicht mehr schrecken kann, für seinen Eintritt will man schließlich unterhalten und nicht von mechanischen Geräuschen ungeölter Scharniere in seiner Imagination gestört werden.
Jetzt sind wir schon näher dran an den DEFECTORS.

Schluss mit dem Schrecken, THE DEFECTORS und ihre bereits vierte Platte sind so furchteinflößend wie Stützstrümpfe. Punktum. Ein paar Sockenschüsse haben sich die fünf sältsämän Dänen mit den eigenwilligen Pseudonymen auch geleistet, eben die am hässlichsten geplärrten Nummern, aber da kann man flugs skippen, der überwiegende Rest hat dafür Witz und Spannung. Das dürfte überhaupt des Pudels Kern sein: all das Getue um gar schröckliche Töne ist Makulatur, wenn der Zuhörer nur ein Fünkchen Humor besitzt. Dann kann man zwischendurch herzhaft über hübsch alberne Intermezzi und Soundspielereien lachen, haut sich angehörs der Geräusche einer echten Farfisa Orgel auf die Schenkel und trommelt die wilden Wirbel des Holzhackers Jess 'Yeah' mit. Das ist wirklich lustig, und wenn gar dezente Erinnerungen an Bowie oder Reed geweckt werden, erscheint der Simpel-Rock der DEFECTORS geradezu seriös gut. Dazu die vielen Fuzz-Gitarren, ein paar Vollgasrumpler, ein wenig Wüstenfriedhofsstimmung, fertig ist ein Plättchen mit 38 Minuten, von denen 30 durchaus Laune machen.
Ein Konzept steckt auch noch dahinter, im ersten Teil wird nämlich die morbide Seite betont, der Rest ist "normaler" DEFECTORS-Garagen-Rock. Ja mei, wer einen Unterschied zwischen z.B. Dancing Ghouls und Fuck You 'Cause You're Lookin' Good erkennen will und kann, bitte.

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 19.03.2007

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