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| Live In Hollywood, Warner Music, 2002 |
| Jim Morrison |
Vocals |
| Ray Manzarek |
Keyboards |
| Robby Krieger |
Guitar |
| John Densmore |
Drums |
| Produziert von: Bruce Botnick |
Länge: 73 Min 03 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Welcome | 9. Jim introduces Ray |
| 2. Back Door Man | 10. Close To You |
| 3. Break On Through | 11. What You'd Like To Hear? |
| 4. When The Music's Over | 12. Peace Frog (Insrumental) |
| 5. You Make Me Real | 13. Blue Sunday |
| 6. Universal Mind | 14. Five To One |
| 7. Touch Me | 15. Celebration |
| 8. Soul Kitchen | 16. Light My Fire |
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Auszug aus dem beigelegten Pressetext: "... vielleicht hatte der eine oder andere unter Euch die beneidenswerte Gelegenheit, Jim Morrison noch live zu sehen...".
Pure Provokation das. N-E-I-N! Ich habe Jim Morrison leider nicht gesehen. Auch das Konzert, bei dem vorliegende Aufnahmen mitgeschnitten wurden, konnte ich nicht besuchen. Am 21. Juli 1969 hatte ich nämlich grade Kindergartenferien und musste mich auf die Vorschulklasse vorbereiten, während sich der Leibhaftige persönlich im Aquarius Theatre in Hollywood die Seele aus dem Leib brüllte.
Wäre ich dort gewesen, wäre mein musikalischer Werdegang eventuell nicht von DEEP PURPLE und Konsorten geprägt worden, sondern von den DOORS. So war ich vielleicht 15 Jahre alt, als ich The End erstmals bewusst als Meisterwerk erkannt habe. Und da war Jim bereits vor Jahren für immer nach Paris umgezogen. Ohne Postkasten.
"Live In Hollywood" ist keine völlig unbekannte Ausgrabung. Das Konzert gibt es auf diversen Bootlegs, in verschiedenen Fassungen, mit teils bemitleidenswertem Sound und auch auf offiziellen Veröffentlichungen, mit unterschiedlichen Tracklists, von verschiedenen Plattenfirmen, mit verwirrenden Coverbildern (Morrison mit Vollbart und ohne am gleichen Tag?) und teils fehlerhaften Coverangaben.
Es ist müßig, 33 Jahre nach dem Ereignis über Kleinigkeiten zu diskutieren. Fakt ist, diese CD - fairerweise mit "Highlights from the Aquarius Theatre performances" gekennzeichnet - wird bei mir (als Doors-Freund aber Nicht-Kompletist) einen Ehrenplatz in der Sammlung bekommen. Alleine schon wegen dem grandiosen Sound.
Das Konzert wurde, mit für damalige Verhältnisse bemerkenswertem Aufwand mitgeschnitten, und Teile daraus sollten ursprünglich für das offizielle Live-Album "Absolutely Live" verwendet werden. Man war aber mit der musikalischen Qualität offenbar nicht zufrieden und so verschwanden die Bänder für lange Zeit von der Bildfläche. An diesem Tag gaben die DOORS zwei Konzerte in Hollywood und sämtliche Songs dieser CD stammen von der zweiten Show.
THE DOORS werden bis heute auf Jim Morrison reduziert. Das mag eine gewisse Berechtigung haben, denn Morrison war unbestritten ein unfassbar charismatischer Performer. Poet, Prediger, Shouter, Kaputtnik, Hippie, Trinker, Arrogantling, Zerstörer und dazu sah er einfach wahnwitzig gut aus. Was für viele Männer die Monroe ist, ist für manche Frau sicher heute noch Morrison: Sexsymbol.
Aber es gibt in diesen 73 Minuten genug von seinen Mit-Musikern zu bestaunen. Robby Krieger beweist ein ums andere mal, dass er ein guter Gitarrist war und die Orgel-Fetzen und -Soli von Manzarek sind Legende. Dankenswerterweise wurde auf unendliche Improvisationen verzichtet, so dass man die DOORS sozusagen stripped, also auf das Wesentliche beschränkt erleben kann.
Morrison selbst dürfte sich an diesem Abend in seinem normalen Zustand befunden haben. Betrunken also. Aber nicht so betrunken und losgelöst, dass er sich Ausfälle geleistet hätte. Er agiert konzentriert, teilweise fast brav, lallt nur wenig und singt in gewohnter Art: morbide, intensiv, beschwörend.
Die Tracklist ist nicht sonderlich außergewöhnlich. Man kennt die Songs, einige Nummern kamen erst nach diesem Konzert bzw. nie zu LP-Ehren (You Make Me Real, Peace Frog und Blue Sunday 1970 auf "Morrison Hotel", Universal Mind wurde niemals in Studioversion veröffentlicht, Willie Dixons Close To You, mit Ray als Sanges-Versager, gibt es sonst nicht offiziell).
Wichtig macht diesen Release, neben dem Sound, die Art und Weise, wie die Band ihre Songs interpretiert. Spielfreudig, tight. Alleine Soul Kitchen, die Power-Version von Break On Through und das 14minütige Light My Fire sind den Kauf wert.
Einzig Gloria, The Celebration Of The Lizard, Mystery Train/Crossroads, Rock Me Baby und Little Red Rooster fehlen, um das Konzert komplett zu hören. Und natürlich diverse Instrumenten-Stimm-Einlagen und einige Monologe von Jim. Das empfinde ich als nicht weiter dramatisch.
Eine tolle CD, die beweist, warum THE DOORS bis heute immer wieder neu von jungen Leuten entdeckt werden. Mit solchen Veröffentlichungen macht man auch im 21. Jahrhundert noch gute Werbung für diese Band. Anders als mit der demnächst geplanten Reunion, mit Ian Astbury als Sänger.
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