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The Prime:In Our Prime |
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Ich habe ein angeborenes Misstrauen gegen Platten, deren Produktion länger als 4 Wochen gedauert hat. THE PRIME haben schlappe 3 Jahre an ihrem Debüt gearbeitet. Zur Beruhigung: "In Our Prime" ist die Ausnahme von dieser Regel. "In Our Prime" ist kein leichtgewichtiger Schnellschuss-Rock & Roll, den man nach 2 Stunden schon wieder vergessen hat. Atmosphäre, Tiefe, Ernsthaftigkeit, Härte bis hin zu einer gewissen Düsternis prägen die CD. Die Songs sind um 6 Minuten lang, haben dadurch genügend Platz zum Atmen, gleiten aber nie in sinnlose Jams ab, sondern sind relativ straight gehalten. Gonna make it, baby In My Prime / Part I startet mit einer kurzen spoken word performance und die erinnert nicht nur an, nein, sie ist ganz sicher vom großen Jim M. beeinflusst. Sänger und Songschreiber MIKE MEYER ist allerdings keiner dieser Westentaschenpoeten, die mehr Augenmerk auf die nötige "Kaputtheit" und Morbidität legen, als auf Ausdruck. Und deswegen schafft er ganz locker den Spagat zu einer anderen Legende. Der Mann singt derart gut, dass man mehr als einmal Mr. Plant (etwa zu "Houses Of The Holy", "Physical Graffiti" Zeiten) zu hören glaubt. Überhaupt sind Led Zeppelin immer wieder präsent. Der Drumsound ist definitiv Gonzo pur, die Gitarrenfiguren, beispielsweise in Colours oder Inside, sind nicht gestohlen, aber sie könnten von Page sein. Dazwischen ein schönes Instrumental, Out Of Desert, gefolgt von Colours, das von einem Banjo (!) untermalt und dadurch zum eingängigsten Song der CD wird. Es fließt und groovt und die Gitarre brilliert dazu. Einen Eindruck muss man natürlich vermeiden. "In Our Prime" ist kein Retro-Album. Erstens klingt die Musik viel zu zeitgemäß und zweitens können Alben, die von den genannten Bands beeinflusst sind, nur dann als retro bezeichnet werden, wenn den ausführenden Musikern nichts einfällt. THE PRIME haben aber so viele eigene Ideen in diese CD gepackt, dass der Vorwurf des "ewig gestrigen" albern wäre. Und außerdem: Welcher Rockmusiker ist nicht von Deep Purple, Zeppelin, Hendrix und Kollegen beeinflusst? Die CD hat nicht nur einen hervorragenden Sound, sie sieht auch gut aus. Aufwändiges Artwork, Digipack und ein tolles Coverbild von einem Künstler namens Franz Wild. Mehr davon! Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 29.03.2002 |
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