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The Savoy Truffle

To The Higher Ground, The Savoy Truffle & Live, On Our Way

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To The Higher Ground
The Savoy Truffle
Live, On Our Way
The Savoy Truffle Promo
Die CDs gibt es im Home of Rock zum Hören und Kaufen
To The Higher Ground, The Savoy Truffle & Live, On Our Way, Eigenvertrieb, 1998, 1999 & 2000
Monji Kadowaki Vocals, Harmonica
Toshihiro Sumitomo Lead & Slide Guitars, Acoustic Guitars, Dobro
Yoshihiro Ogasawara Bass, Organ
Taizou Takafuji Drums, Percussion
Taro Takagi Drums, Congas
Produziert von: The Savoy Truffle Länge: 41 Min 13 Sek, 42 Min 04 Sek & 60 Min 50 Sek Medium: CD
To The Higher Ground
1. Getting Closer5. To The Higher Ground
2. Nothing At All6. Oh Heaven
3. Give Me Temptation7. Got A Bad Feeling
4. Sanctuary8. Blue Bird
The Savoy Truffle
1. Highway Man6. Ain't Gonna Fade Away
2. All The Love7. Hold On To Love
3. Can't Fight The Blues8. Play For Myself
4. Headin' Out To California9. Sun Going Down
5. Waste Of Time10. Who Can Save Me Now?
Live, On Our Way
1. Highway Man7. Anywhere
2. Give Me Temptation8. Waste Of Time
3. Big Legged Woman9. Heaven Bound
4. Oh Heaven10. Ain't Gonna Fade Away
5. Just Wanna Lay You Down11. Can't Fight The Blues
6. Got Your Spell On Me12. Sun Going Down

Die Fakten: 5 Männer gründen im Jahr 1990 eine bluesbasierte Southern Rock Band. Zwei Schlagzeuger (!), eine Gitarre, Bass und Sänger. Seither unveränderte Besetzung.
1991 bis 1995 werden viele Shows im lokalen Bereich gespielt.
Erste Westcoast-Tour (Los Angeles & San Francisco) 1996.
Zweite Westcoast-Tour 1997.
Erste CD "To The Higher Ground" 1998 und erneute Auftritte in San Francisco.
Zweite CD "The Savoy Truffle" im August 1999. Danach Support für Gilby Clark (ex Guns 'N Roses).
Support für GOV'T MULE in Osaka/Japan im Jahr 2000 und Veröffentlichung der 3. CD "Live, On Our Way".
Im Januar 2001 6 Shows in Shanghai/China und Auftritte in Alabama und Georgia (u.a. bei einem Festival mit 20.000 Besuchern).
Im Juni 2002 der erste Auftritt in Europa beim Sweden Rock Festival. Die vierte CD steht kurz vor der Veröffentlichung.

Das hört sich beinahe wie die Vita einer Band a la Spinal Tap an, ist aber tatsächlich Wahrheit. Leider ist es so, dass die mitteleuropäische Öffentlichkeit diese Band bisher nicht beachtet hat. Georg Bayer, Sänger von LIZARD, entdeckte die Jungs beim Sweden Rock Festival als wohl erster Deutscher, stellte den Kontakt her und hat uns die 3 CDs der Band THE SAVOY TRUFFLE besorgt. Die Eidechse als Trüffelschwein sozusagen (Savoy = Wirsing, hmmm).

Man kann es kurz machen: THE SAVOY TRUFFLE ist das Highlight der Entdeckungen aus dem Southern Rock Umfeld in diesem Jahr.
Fans von GOV'T MULE, also Warren Haynes, den ALLMAN BROTHERS, Stevie Ray Vaughan, Dickey Betts und generell Jam- und Southern Bands der kräftigeren Fraktion müssen diese Band in ihrer Sammlung haben!

Ich persönlich empfinde manche Werke von Warren Haynes als zu experimentell, zu wenig songbezogen. Die musikalische Selbstverwirklichung geht mir zu weit und die Darstellung der - natürlich unleugbar vorhandenen - Fähigkeiten steht mir oft zu stark im Vordergrund. Will sagen: Zu viel Technik, zu wenig Song.
Dieses Problem haben The Savoy Truffle perfekt im Griff. Ein Sänger, der unbestreitbar in der Preisklasse von Haynes liegt und auch entsprechend röhrt, mich dabei immer wieder an Wayne Bruce von HYDRA erinnert und ein Gitarrist, der einen ähnlichen Stil wie Haynes pflegt, aber sich nie in endlosen Soli verhudelt, dazu der dicke Teppich, den die beiden Drummer klopfen und ein durchgehend steady rollin' Bass.

Das Debüt "To The Higher Ground" ist genau wie die zweite CD perfekt produziert und beeindruckt mit 8 abwechslungsreichen Eigenkompositionen, die sich aber niemals zu sehr vom bluesigen und kernigen Southern Rock & Roll entfernen.

Getting Closer scheint dem Hirn eines Allman-Bewunderers entsprungen zu sein. Tolle Slide Guitar, Percussion, akustische Gitarre im Hintergrund. Ein federleichter Groover. Es folgen Songs (Betonung auf Songs!), die zwischen leicht funkig, Stevie Ray-beeinflusst und swampig durch den Süden cruisen. Herausragend immer wieder der Gesang.

Eins der Highlights: Sanctuary. Ein straighter Rocker, der eigentlich so straight gar nicht ist, sondern rhythmusbetont durch die Gegend shuffelt und in einem Gitarrensolo mündet, das dem armen alten Johnny Winter gut zu Gesicht stünde. Unmöglich, bei dieser Nummer still zu sitzen.
Aber auch eine akustische Nummer wie To The Higher Ground bremst den Bewegungsdrang nicht. Die Drums kicken in den Allerwertesten, die Gitarre schüttelt den Kopf und das 6 Minuten lang und schließlich hebt auch dieser Song wieder ab in den Südstaatenhimmel.

Oder der Blues Oh Heaven. Schiebt und drängelt sich daher wie heiße Lava die von der Slide durchschnitten wird. Wenn zwischendurch ein kleiner hinterhältiger Boogie im Bluesschema eingebaut wird und der Chorus sowieso ein Ohrwurm ist, was kann noch falsch sein?
Den Abschluss macht das wunderschöne Blue Bird. Gut wenn man am Schluss sagen kann "I'm not angry anymore".

Fleißig sind die Jungs. Exakt ein Jahr nach der ersten folgt bereits die zweite CD. Und sie knüpft problemlos am Standard der ersten an (was bekanntlich nicht immer leicht ist).
10 Songs, wieder alles Eigenkompositionen und der Highway Man zeigt sofort die Richtung: Immer nach Süden!

Das Händchen für traumhafte Melodien mit Suchtfaktor zeigen die Herren bei All The Love und anschließend gibt es einen Rhythm-Parforce-Ritt bei Can't Fight The Blues. Und sie zeigen den Allmans, was sie für Songs schreiben könnten. Headin' Out To California wäre ein Schmuckstück auf der - vermutlich nie erscheinenden - nächsten CD der alten Herren.

Waste Of Time rockt dann wieder ganz böse und scharf. Der Bass bringt den letzten Redneck zum headbangen. Uih uih uih das geht los wie eine Rakete.
Aber man kann auch anders. Dobro und dann eine Slide (Eric Sardinas lässt grüßen) lassen die Beine nicht mehr still stehen. Ain't Gonna Fade Away ist außerdem wieder ein Gesangshöhepunkt.
10 Sekunden lang meint man LED ZEPPELIN bei Hold On To Love zu hören. Es ist aber doch ein Südstaatenrocker. Toller Bass. Der Basser wechselt übrigens zwei mal auf dieser CD zum Keyboard.

Es gibt auf dieser CD auch eine Nummer, die mir persönlich nicht besonders gefällt. Sun Going Down ist mir zu hektisch, zu "frei", nicht straight genug. Dem GOV'T MULE Fanatiker wird es sicher die Schuhe ausziehen. Musikalisch allerhöchstes Niveau, aber wie gesagt...

Abgerundet wird das Dreierpacket von The Savoy Truffle mit der Live CD "Live, On Our Way". Aufgenommen bei einem Gig in einem kleinen Club in Osaka am 29.06.2000. Der Sound ist rough aber gut und die Band bietet nicht nur einen Querschnitt der beiden bisherigen CDs, sondern spielt 5 nicht veröffentlichte Songs, darunter den bisher einzigen Coversong, Big Legged Woman von Israel Tolbert, einem Soul Man aus den 70ern.

Highway Man geht wie gehabt voll ins Gesicht, das bereits gelobte Oh Heaven drückt noch heftiger als im Studio, zeigt dem Blues den Rock und hat hiermit meinen persönlichen Blues-Grammy (Fredi in dem Fall) 2002 gewonnen.
Was Sänger Monji für eine Röhre hat, beweist er bei Just Wanna Lay You Down. Mächtig! Und dazu eine phantastische Southern-Gitarre. Dickey stand Pate und würde wohl auch den Hut ziehen. Was für ein Solo!

Einen Ausflug in die Heavy-Mule-Ecke gibt es mit der neuen Nummer Got Your Spell On Me. Virtuos und mir wie üblich zu hibbelig. Wird aber sogleich wettgemacht vom funky Rocker Anywhere. Ein Melodie- und Groove-Monster erster Güte und dazu wieder eine "So-fängt-man-southern-Mäuse"-Gitarre.
Waste Of Time erschlägt einen mit seiner Brachialität live beinahe. Was im Studio wie Rakete abgeht, ist on stage ein Killer und die Harp hebt einem die Schädeldecke. Lieber Herr Gesangsverein, da dürfen sich so manche etablierten Bands ganz warm anziehen.
Gemütlicher, aber nicht die Bohne schwächer rockt Heaven Bound. Die beiden Schlagzeuge und der Bass betonieren ein Fundament, auf dem die (Slide) Gitarre steht, zündet und dann abhebt.
Bei Ain't Gonna Fade Away wird live auf das Dobro verzichtet, dafür legen die Jungs sofort mit Groove los. So muss Blues heute klingen, dann würden sich nicht so viele Menschen gelangweilt abwenden.

Nach dieser Stunde weiß man endgültig Bescheid. THE SAVOY TRUFFLE sind eine phantastische Band. Southern Rock, Blues, Jam, funky Rock wie man ihn sich nur wünschen kann. Und wir Langnasen haben diese Band 12 Jahre lang nicht gekannt?!?
Na ja, ein Grund dafür könnte sein: The Savoy Truffle kommen aus JAPAN!

Die Live CD soll demnächst in Europa veröffentlicht werden. Und die nächste Studioplatte ist bereits fertig. Und ich verspreche hiermit: Wir werden alles dran setzen, die Scheiben so schnell wie möglich bei uns erhältlich zu machen!

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 14.07.2002

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