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CD-Review:
The Steve Schuffert BandUnplugged & Live In Duisburg |
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An manche Dinge muss man nur ganz fest glauben und sie werden irgendwann Wirklichkeit. Ich zum Beispiel habe fest geglaubt, dass mir irgend wann eine unplugged CD über den Weg läuft, bei der ich auch den Schluss noch erlebe. Normalerweise nicke ich immer spätestens nach 15 Minuten auf meinem Sofa ein. Steve Schuffert mag es nicht klein und gewöhnlich. Er besteht auf den Exzess. 3 Studioplatten in 4 Jahren, Tourneen mit 60 und mehr Konzerten und irgendwas um die 100 gespielten Liedern, Marathonauftritte mit 3 Stunden Vollbedienung. Liebe Freunde der Musik, was jetzt kommt, ist eine Lobesarie auf einen Musiker und seine Band, die alles verdient haben, nur eines nicht, nämlich nicht in Eure CD-Player zu kommen! Steve Schuffert kann Songs schreiben. Das weiß man von seinen Studioplatten. Er kann auch Evergreens unnachahmlich covern. Und er hat ein scheinbar unerschöpfliches Repertoire von neuen Song- und Ausführungsideen. Beim besten Willen kann ich keine einzelne Nummer herausheben, zu viele Gänsehautschauer überkommen mich bei allen Songs. Diese CD ist ein Overkill an Schönheit, Musikalität und Eingängigkeit. Kommen wir also zur "Bonus-CD". Kein übliches Giveaway mit 3 Songs, einem unnötigen Interview und einem Videoschnipsel. Über eine Stunde rockt sich die Steve Schuffert Band durch einen Set, den sie so am 03. Mai 2002 in Duisburg im Parkhaus abgeliefert hat. Vorband waren übrigens damals unsere Freunde von HARD TO HANDLE (siehe Review im HoR). Nach der Naturkur auf CD 1 kommt uns die Band hier (darf man in diesem Fall "endlich" sagen? Nein!) verschärft rockend entgegen. Down To The Bone prügelt die Richtung vor und ab geht das mit den wilden Pferden. Die 3 machen Crossover Musik im besten Sinne. Blues, Boogie, Boogie, Americana, Roots, Singer/Songwriter und alles mit dem Nachnamen ROCK. Kreuz und quer durch die Musik, die wir so lieben und die wir in dieser Perfektion so selten erleben. Egal ob hart bzw. texanisch rockend (Hot Love, Backup Man), wild im Blues shuffelnd (The Devil's Door), den so genannten Superstars zeigend, wo der Gitarrist seine Hits wirklich hängen hat (All Torn Up), Neil Young in die Wüste schickend (Walk On Down The Road) oder hemmungslos die Rock & Roll-Boogiesau fliegen lassend (All I Need Tonight - neu und mit mitgeliefertem Monster-Chorus), die CD ist ein Meilenstein heutiger Live-Rockmusik. Setzt man sich einen Kopfhörer auf und versucht, den einzelnen Musikern zu folgen, wird man sehr schnell entnervt aufgeben und sich fragen, wie denn ein Trio so was hinkriegen kann. Es sitzt jeder Ton, jeder Schlag, jedes Background-Tönchen. Und so ganz nebenbei bauen die Jungs ein paar Vertracktheiten ein, die ihresgleichen suchen (Matt trommelt in Backup Man etwas eigentlich unmögliches - Pete setzt auf dem Hiway 51 neue Bassfundamente, die kriegt kein Panzer klein - Steve ist sowieso ein Genie). Mit dem neuen Song Love Me Too hat Schuffert einen Hit geschrieben. Wenige, nur ganz wenige, können solche rockenden Ohrwürmer komponieren. Das ist eine Liga mit Namen wie Tognoni, Keltner, Gibbons und Hill (früher), Bruce Brookshire (bald wieder?!?) oder Joe Grushecky (immer mal wieder). Gleiches gilt für Freight Train Love vom "Terminal Blue" Album. Nochmal ein Killer mit One More Second Chance, wer das nicht aushält, hat keine zweite verdient, mehr Boogie'n'Roll geht nicht und dann geht es mit Crossroads in die vermeintlich geruhsame Zugabe. Naja, auch hier wird gerockt bis die Boxen rauchen. Die Steve Schuffert Band ist bis Anfang Mai 2003 wieder auf großer Tour. Hingehen!
Fred Schmidtlein , (Impressum, Artikelliste), 07.02.2003
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